Kernkraft wird wieder salonfähig

Veröffentlicht:

Kernkraft wird wieder salonfähig
Datum: 07.04.2022, 19:10

Die Folgen des Krieges durch Russland, Ukraine, USA, EU und Deutschland, der seit dem 24. Februar in der Ukraine und um die Ukraine stattfindet, zwingen Deutschland, seine Energiepolitik nun wohl doch zu revidieren. Die Sanktionen gegen Russland drohen für die deutsche Versorgung mit Strom und Wärme zum Bumerang zu werden. Unversehens muss die politische Führung erkennen, wie sehr Deutschland auf Russland mit dessen Erdgaslieferungen angewiesen ist. Ebenso, dass es töricht ist, ausgerechnet in dieser prekären Lage „auf Deubel komm‘ raus“ die Klimaschutzpolitik durchzuziehen und nach zentralstaatlicher Planung die vom CO2-Massaker bisher verschonten  Kohle- und Kernkraftwerke auch noch abzureißen und damit die deutsche Stromversorgung in den Zusammenbruch zu treiben.

Ohne Strom ist alles nichts, und auch die Wähler mögen das nicht so sehr

Grün-sozialistische Politik-Ideologen und staatsbesessene Zentralplaner in allen Altparteien spüren nun endlich „ohne Strom ist alles nichts“ und auch, dass die Wähler „not amused“ wären, wenn dieser ausbliebe. Freier Handel auf Gegenseitigkeit, bislang als wirtschaftlich vorteilhaft, friedensfördernd und hochwillkommen wahrgenommen, gilt urplötzlich als hochgefährliche Abhängigkeit – jedenfalls dann, wenn der Lieferant Russland ist; abhängig von anderen Ländern wie Qatar (LNG) und USA (Fracking-Gas) ist natürlich gaaanz etwas Anderes. Dumm nur, dass es mit den Lieferungen von dort und in den benötigten Mengen erst in mindestens zwei Jahren etwas werden kann und diese weit teurer ausfallen. So bleibt denn wohl nichts anderes übrig, als die verbliebenen Kohlekraftwerke weiterlaufen zu lassen und die restlichen Kernkraftwerke erst einmal lieber nicht aufzugeben. Von ehemals 19 Kernkraftwerken in Deutschland sind nur noch drei in Betrieb. Weitere drei könnten wieder zugeschaltet werden. Noch.

Aufforderungen, den Ausstieg aus der Kernkraft zu überdenken

Diese Lage hat auch in Deutschland Bewegung in die Rückbesinnung auf die Kernkraft gebracht. Zusätzlichen Aufwind bekommt die Kernkraft, weil sie kein CO2 frei­setzt. Jetzt als Bundeswirtschaftsminister hat Robert Habeck (Die Grünen) Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen, stieß allerdings in den eigenen Reihen auf Widerstand. Die Unionsparteien sahen darin ein schönes Thema für ihre Rolle in der Opposition. In der vorletzten März-Woche haben die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT)  und der CDU-Wirtschaftsrat verlangt, den für Ende des Jahres geplanten endgültigen Ausstieg aus dieser Stromversorgung zu überdenken. Der Branchenverband Kerntechnik Deutschland e.V. hat Bundeskanzler Olaf Scholz in einem offenen Brief dazu aufgefordert, die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern.  „Eine mögliche Verlängerung der Laufzeit der hiesigen Kernkraftwerke muss in die energiepolitische Debatte mit einfließen“, schreibt der CDU-Wirtschaftsrat in seinem Positionspapier „Zeitenwende in der Energiewirtschaft“. Zum Stromverbrauch tragen die restlichen Kernkraftwerke noch 12 Prozent bei. Sie stoßen kein CO2 aus, decken  einen Teil des Grundlastbedarfs und helfen mit, das Stromnetz im Notfall zu stabilisieren.  Bitte hier weiterlesen

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.