In der Tabuzone
In der Tabuzone
Datum: 30.12.2018, 21:06
Ein Freund fragte kürzlich: „Welche Tabus gibt es heutzutage, nachdem alle alten Tabus gebrochen wurden?“ Weil es ein rhetorische Frage war, gab er auch selbst gleich die Antwort: „In den alternativlosen Zeiten, in denen wir heute leben dürfen, sind es Glaubensbekenntnisse.“ Und dann zählte er sie auf:
- - Der Euro ist gerettet.
- - Mit Schulden kann man nachhaltiges Wachstum generieren.
- - Quantitative Easing wirkt nicht inflationär.
- - Griechenland ist auf einem guten Weg.
- - Die Freiheit Europas wird am Hindukusch verteidigt.
- - Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Sozialbeiträge.
- - Die Rente ist sicher.
- - Die umlagefinanzierte gesetzliche Rente verzeichnet Überschüsse.
- - Zwei Prozent Inflation sind Preisstabilität.
- - Kohlendioxid ist ein Schadstoff.
- - Kohlendioxid verursacht "global warming".
- - Die Bundeswehr ist einsatzbereit.
- - Die Migranten sind wertvoller als Gold.
- - Deutschland ist sicherer geworden.
- - Der Euro ist ein Friedensprojekt.
- - Die Energiewende schafft neue Arbeitsplätze.
- - Windkraftanlagen sind praktizierter Umweltschutz.
- - Wind und Sonne sorgen für sichere und billige Energieversorgung.
- - Deutschland hat am meisten vom Euro profitiert.
- - Klimaschutz schützt das Klima.
Gegen Glauben kommt man bekanntlich nicht oder nur schwer an, zumal wenn Mainstream-Medien solche Glaubensbekenntnisse wohlwollend begleiten, sie ohne Hinterfragen weiterreichen und ihren Konsumenten ein „Wer da glaubt, wird selig“ nahelegen.*) Mag sein, dass auch diese Tabu-Begleitung eine zusätzliche Ursache dafür ist, dass die Druckkauflagen solcher Medien sinken und sinken. Für sie empfiehlt besagter Freund: „Tabubrecher in Redaktionen, die aktuelle Tabus brechen, könnten möglicherweise viele neugierige Käufer finden.“ Also durch Verbreiten von Wissen zurückgewinnen. Schaden wird der Versuch bestimmt nicht, aber, bis er wirkt, längere Zeit benötigen. Siehe auch hier
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