Ein Mann mit Mut

Veröffentlicht:

Ein Mann mit Mut
Datum: 14.08.2020, 09:41

Falls Sie sie noch nicht kennen: Hören und sehen Sie sich diese bewegende Rede an (hier). Der Mann, der sie gehalten hat, ist ein mutiger Mann. Denn er steht noch voll im Beruf. Und: Er  hat auf einer Demo der „Querdenker“ gesprochen. Das ist die inzwischen breite Initiative, die vor allem gegen die unverhältnismäßigen Anti-Corona-Anordnungen und Freiheitsbeschränkungen auftritt. Mehr noch: Der Mann ist Polizist. Er arbeitet in der Polizeidirektion Hannover als Kriminalhauptkommissar. Mit seiner Rede ist er ein hohes Risiko eingegangen – heutzutage. Denn die Freiheit der Rede ist in politisch links-grün bestimmter Zeit riskant geworden, wenn sie sich kritisch gegen das wendet, was als herrschende Meinung gelten und hingenommen werden soll. Der Mann ist 57 Jahre alt. Polizist war schon sein Vater. Er hat drei erwachsene Kinder. Sein Name: Michael Fritsch. Seine Rede war eine von denen, die auf der Querdenker-Demo am Sonntag, dem 9. August in Dortmund gehalten wurden. Versehen hat er seine Rede mit der Überschrift „Ich bin Patriot, kein Idiot.“ Am Tag darauf war er vom Dienst suspendiert.*) 

„Im vollen Bewusstsein der möglichen Wirkung meiner Rede“

Fritsch hat seine Rede wohlvorbereitet: „Ich bin eigentlich ein Freund der freien Rede und der Improvisation, doch im vollen Bewusstsein der Bedeutung und möglichen Wirkung meiner Rede habe ich mich entschieden, sie diesmal vorzubereiten und sie euch Wort für Wort vorzulesen. Und glaubt mir, ich habe mir jedes Wort reiflich überlegt.“ Politisch geäußert habe er sich öffentlich bisher noch nie. Aber am 1. August in Berlin habe er zum ersten Mal an einer Demo nicht als Polizist, sondern als Teilnehmer teilgenommen. Das sei die wichtigste gewesen, die er je gesehen habe. 1981 habe er einen Eid auf eine Verfassung  in der damals geltenden Form geschworen und diese und unsere Staatsform jahrelang für die beste der Welt gehalten, „denn sie enthielt gute Sicherungen gegen Missbrauch“.

Schon lange keine Gewaltenteilung mehr

Fritsch verweist auf Artikel 20 des Grundgesetzes mit den Verfassungsgrundsätzen und dem Widerstandsrecht. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus, und derselbe Artikel lege zum Schutz vor Missbrauch die Trennung von gesetzgebender, vollziehender und rechtsprechender Gewalt fest. Was er nicht ausdrücklich zitiert, ist die Bestimmung, dass alle drei staatlichen Gewalten „an Gesetz und Recht gebunden“ sind. Ebenso nicht Absatz 4 des Artikels: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ Er setzt es wohl als bekannt voraus.  Die vierte Gewalt seien lange Zeit die Journalisten, „die auch mal im investigativen und politischen  Dreck stöberten und den einen und anderen Skandal aufdeckten“. Aber es gebe aus seiner Sicht schon lange keine Gewaltenteilung mehr. „Warum? Die Leitungen von Polizeibehörden sind politische Beamte. Kann in der Justiz jemand Karriere machen, der politisch unerwünschte Entscheidungen trifft?“   Bitte hier weiterlesen 

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.