Draghi wie ein Winkeladvokat
Draghi wie ein Winkeladvokat
Datum: 06.03.2017, 13:59
Für zu viele nur ein trockener Nachrichtenstoff: Die Inflation im Euro-Raum, so war zu lesen, sei gestiegen, und zwar auf 2,0 Prozent und in Deutschland auf 2,2 Prozent. Gemeint ist die Inflationsrate, was besagt: Der Index für die Verbraucherpreise hat sich in den EU-Mitgliedstaaten, die den Euro als gemeinsame Währung haben, um diesen Satz im Durchschnitt erhöht, nämlich in der Zeit von Februar 2016 bis Februar 2017. Das macht die Nachricht natürlich nicht weniger trocken; heutzutage müssen bekanntlich Aufreger her, damit sich informationsüberfütterte Menschen für etwas interessieren. Aber was langweilig klingt, muss nicht langweilig sein. Wahrnehmung und Aufmerksamkeit verdient die Nachricht sehr wohl.
Preisanstieg, der keine Inflation ist
Meist nämlich wird übersehen, dass Preissteigerungen durchweg zwei Ursachen haben: eine marktbedingte und eine geldpolitisch bedingte. Marktbedingt steigen Preise, wenn die Nachfrage nach Waren gestiegen, aber das Angebot an Waren (zunächst) unverändert geblieben oder gar zurückgegangen ist. Dann aber ist das keine Inflation, sondern nur eine marktbedingte Teuerung. Nicht schön, aber behebbar: Das Angebot wird sich der gestiegenen Nachfrage mehr oder weniger schnell anpassen, und die Preise werden – wenn freier Wettbewerb herrscht – wieder ins Lot kommen. Bitte hier weiterlesen
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