Der Schwachsinn blüht
Der Schwachsinn blüht
Datum: 26.03.2017, 18:52
Ist man ein Rassist, wenn man einen Mohrenkopf bestellt? Oder gar – was das Gleiche ist – einen Negerkuss? Natürlich nicht Trotzdem soll man das Wort nicht mehr verwenden dürfen. Es wird auch nicht mehr verwendet. Verpönt. Politisch unkorrekt. Tabu. Weil ein Mitarbeiter des Reiseunternehmens Thomas Cook in der Kantine bei einer aus Kamerun stammenden Frau einen Negerkuss bestellt hatte, wurde er fristlos entlassen. Allerdings zu Unrecht, wie das Arbeitsgericht Frankfurt dem Unternehmen 2016 (hier) bescheinigte. Heute wird dieses süße Zeug nur noch als „Schaumkuss“ oder „Schokokuss“ angeboten. Schade. Diese schreckliche, beflissene Folgsamkeit.
Das Schnitzel nach Budapester Art
Einer der wenigen, der in diesen Dingen politischer Korrektheit öffentlich nicht folgsam sein mag, Peter Hahne, schrieb ein Buch mit dem schönen, für die Sprachdiktatoren provokanten Titel Rettet das Zigeuner-Schnitzel - Empörung gegen den täglichen Schwachsinn.*) Bei Wikipedia (hier) lesen wir: „Das Zigeunerschnitzel ist eine Rezeptbezeichnung für verschiedene Gerichte der österreichischen und deutschen Küche für kurzgebratene Schnitzel. Typisch für das Gericht ist eine mit Paprika gewürzte Sauce mit Tomaten, Pilzen und weiteren Zutaten.“ Derweilen soll man auch Zigeuner nicht mehr sagen, sondern nur noch Sinti oder Roma. Das sei rassistisch und das Wort vor allem durch die NS-Vergangenheit negativ behaftet. Die Stadt Hannover (hier) brachte es daher fertig, das Zigeunerschnitzel von den Speisekarten der städtischen Kantinen zu verbannen. Muss dieses Gericht nun also Sinti-Schnitzel oder Roma-Schnitzel heißen? Das geht natürlich ebenfalls nicht. Denn das schürte den Eindruck, man bekäme ein Schnitzel aus Sinti- oder Roma-Fleisch vorgesetzt. Folglich lautet die politisch korrekte Bezeichnung „Schnitzel nach Budapester oder Balkan-Art“.
Die Universität Greifswald tilgte Ernst-Moritz Arndt aus ihrem Namen
Doch die politische Sprach- und Gesinnungspolizei ist schwer zu bremsen und mit den Vorwürfen der Diskriminierung und des Rassismus zuverlässig und eilends zur Stelle. Die Zahl der Beispiele ist längst unsäglich hoch, darunter auch das der Ernst-Moritz-Arndt- Universität in Greifswald, die so nicht mehr heißen durfte und nun Universität Greifswald benannt ist. Arndt sei von zwei Diktaturen instrumentalisiert worden: von den Nationalsozialisten und von der DDR. Und Namensverleiher ist 1933 ein gewisser Hermann Göring gewesen. Weiteres zur Begründung hier. Menno Aden**) hat neulich diesen und andere Vorfälle satirisch gefärbt aufgegriffen. Ich gebe seinen Beitrag hier im Wortlaut wieder. Die Zwischenüberschriften sind von mir eingefügt. Bitte hier weiterlesen
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