Das Quoten-Diktat

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Das Quoten-Diktat
Datum: 23.05.2011, 07:29

 

Es ist nichts so widersinnig, als dass es in diesem Deutschland nicht doch gefordert, befördert und schließlich verordnet würde. Dazu gehört die gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote demnächst wohl auch für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen. Noch ist sie nicht da, aber die Justizminister der sechzehn Bundesländer haben bei ihrer jüngsten Konferenz in Halle eine solche Quote beschlossen, nicht einhellig zwar – die CDU/FDP-geführten Länder widersprachen – aber mehrheitlich. Wohl sind Beschlüsse solcher Ministerkonferenz für die Bundespolitik nicht verbindlich, setzen freilich doch Zeichen.

Nur weil jemand eine Frau ist?

Nur weil jemand eine Frau ist, soll sie beim Besetzen von Positionen, wenn die Quote noch nicht erfüllt ist, bevorzugt werden. Es gibt hervorragende Männer, es gibt hervorragende Frauen. Aber nicht alle Führungspositionen werden mit hervorragenden Frauen besetzt sein, wenn es dafür die Frauenquote gibt, die auch dann eingehalten werden muss, wenn nicht genug hervorragende Frauen zur Verfügung stehen. Zwar geraten auch Männer auf Positionen, denen sie nicht genügend gewachsen sind, jedoch nicht wegen einer staatlich verfügten Männerquote. Ob Stellen durch „freiwillige“ Selbstverpflichtung oder durch zwingendes staatliches Gebot mit Frauen bestückt werden, spielt dabei keine Rolle; ein politisches Diktat für Privatangelegenheiten ist beides. Und in beiden Fällen werden Frauen unter dem Verdacht zu leiden haben, nur „Quotenfrauen“ zu sein. Wollen sie das? Oder ist es ihnen egal, und nehmen sie es hin?

Diese Politik setzt auf schleichenden Gewöhnungseffekt

Auch diese neue Frauenquote  zieht Weiterungen nach sich. Die Quote wird nicht nur erhöht, sondern auf andere und schließlich alle Bereiche ausgedehnt werden. Im SPD-Parteivorstand hat der Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel Anfang 2011 eine „Migrantenquote“ durchgedrückt. Danach sollen die SPD-Führungsgremien zu 15 Prozent mit Einwanderern besetzt werden.1) Weiterungen sind ohnehin beabsichtigt, obwohl meist nicht offen ausgesprochen. Man setzt auf den schleichenden Gewöhnungseffekt im Volk, auf das Erlahmen seines Widerstands, auf seine Bequemlichkeit, sich abzufinden statt gegen eine verrückt gewordene Politik selbstbewusst und energisch aufzustehen. Schon seit 2006 müssen börsennotierte Unternehmen  in Norwegen 40 Prozent ihrer Verwaltungsratsmandate mit Frauen besetzen. Erfüllt ein Unternehmen die Quote nicht, drohen strenge Strafen von Geldbußen bis zur Auflösung des Unternehmens.2) Soweit ist es dort zwar noch nicht gekommen, aber man stelle sich vor, ein Unternehmen wie Volkswagen oder ein anderes großes Unternehmen in Deutschland solle sich auflösen, nur weil es so eine irrige Quote nicht erfüllt – vom Mittelstand ganz zu schweigen.

Kluge Politik indoktriniert die Menschen nicht

Frauen in Führungspositionen sind schon lange keine Ausnahme mehr. Tüchtige Frauen erringen sie ganz ohne Quote, setzen sich durch mit eigener Fähigkeit. Sind sie erfolgreich, und viele sind es, dann ermuntert es immer mehr Unternehmen (und andere, die Arbeitsplätze zu besetzen haben);  Führungsaufgaben von sich aus an Frauen zu geben, freiwillig, aus Eigeninteresse. Solche Frauen ziehen dann auch andere Frauen nach, wenn sie denen mehr zutrauen und mehr vertrauen als Männern (Stichwort Girls Team). Warum mit gesetzgeberischer Gewalt übers Knie brechen, was sich mit der Zeit und ihren Veränderungen ohnehin einstellt. Kluge Politik berücksichtigt das, überlässt den Menschen die Entscheidung selbst, indoktriniert sie nicht, vermeidet unnötigen berechtigten Widerstand. Nur kluge Politik findet bei den Menschen mehrheitlich Akzeptanz und ist dann nachhaltige Politik. Wer das nicht erkennt, ist nicht bei klarem Verstand. Wer das nicht erkennen will, hat nichts Gutes vor.

Denn sie wissen, was sie tun und anrichten wollen

Die deutsche Bevölkerung und die Unternehmen in Deutschland werden mit immer mehr Eingriffen in ihre grundgesetzlich geschützte Freiheit überzogen und in ihrer Arbeit für ihr eigenes Wohl und damit auch für das ihres Landes geradezu gelähmt. Da die Betreiber und Profiteure solcher Politik ihre Sinne durchaus beisammen haben und daher wissen müssen, was sie tun und anrichten wollen,  muss die  Absicht dahinterstecken, aus diesem Land einen Obrigkeitsstaat mit Bürgern zu machen, die gefälligst hörig und willfährig zu sein haben. Es geht ihnen darum, unter dem Deckmantel von Gleichberechtigung, Umweltschutz und vorgeblichem Gutmenschentum dem Volk mit ihrer Vorstellungswelt einen Willen aufzuzwingen, dem das Volk nicht folgen würde, wenn es wüsste, wohin die Reise wirklich gehen soll. Sieht man sich die Energiepolitik an, läuft diese auf ein Ruinieren der deutschen Wirtschaftskraft und des Wohlstands der Deutschen hinaus. Das ist, ohne es offen auszusprechen, augenscheinlich gewollt.

Eines Tages dann Quotenschutz für Männer?

In Halle beschlossen haben die Justizminister eine Quote von 30 Prozent. Nach fünf Jahren soll sie automatisch auf 40 Prozent steigen. Werden es nach weiteren fünf Jahren 50 Prozent sein? Und noch später gar 60 und 70 Prozent, so dass wir uns dann der Männerquote nähern müssen? Die Frauenquote sei "dringend geboten", hieß es seitens dieser Justizminister. Nein, ist sie nicht. Dringend geboten ist, die Finger davon zu lassen. Gescheite Beiträge mit überzeugenden Argumenten gegen Frauenquoten (und Quoten überhaupt) gibt es durchaus3), meist aber nicht in den Zeitgeist- und Mainstream-Medien, die die für die Menschheit unselige Gender-Politik verherrlichen. Die Gender-Politik mit dieser Form der Gleichstellung von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ist eine männerfeindliche Politik, und daher eine Diskriminierungspolitik. Sie läuft darauf hinaus, eine Gesellschaft zu zerstören, sie also nicht durch die von der Natur vorgegeben Fortpflanzung zu erhalten.

Wie Quoten die Demokratie aushebeln

Quoten sind ohnehin gefährlich. Für Ralph Bärligea sind Quoten ein „Angriff auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“. Wie Quoten die Demokratie aushebeln, hat er am 20. Mai in der Online-Ausgabe des Magazins „eigentümlich frei“ beschrieben und überzeugend begründet. Wenn man in einer Demokratie leben wolle, schreibt er, sollten Quoten verfassungsrechtlich verboten werden.4)  Bärligea hat Wirtschaftswissenschaften studiert, von 2007 bis 2009 in Berlin im Private Banking gearbeitet und schon viele vorzügliche Beiträge gegen immer mehr Freiheitsbeschränkungen geschrieben, um die zusehends gefährdete Freiheit zu verteidigen.

 

1) www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-761572,00.html

 

2) news.orf.at/stories/2044757/2044759/ 

 

3) ­ Zum Beispiel hier: www.streitbar.eu/qsq.html   oder hier www.freiewelt.net/blog-2856/kritische-artikel-zu-frauenquote.html

4)  ef-magazin.de/2011/05/20/2999-quoten-angriff-auf-demokratie-und-rechtsstaatlichkeit

 

 

Sven von Storch

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