Sinn und Unsinn von Agrarsubventionen
Sinn und Unsinn von Agrarsubventionen
Datum: 29.06.2016, 16:44
Über die 100 Millionen €, die die Bundesregierung zur vermeintlichen „Stützung“ der Milchbetriebe ausgeben will, wurde ausführlich diskutiert. Tatsächlich ließ sich damit von den ca. 55 Milliarden € Agrarsubventionen ablenken, die Brüssel jährlich zur vermeintlichen Stützung der Europäischen Landwirtschaft ausgibt.
Von den EU- Agrarsubventionen erhalten die 20% der größten Betriebe 85% der Beihilfen, was in der Umkehr bedeutet, daß die 80% der kleineren und mittleren Betriebe sich 15 % der Subventionen teilen. Dieses Beihilfesystem ist wettbewerbsverzerrend und gegen die Familienhöfe gerichtet. Es existiert in dieser Form seit 1994 und ist bis 2020 festgeschrieben. Im Gegensatz zu den Diskussionen in Radio, Fernsehen und Printmedien profitieren von den Subventionen nicht die Bauernhöfe, sondern die industrialisierten Betriebe in der EU.
Ohne das gegenwärtige System der EU- Agrarbeihilfen gäbe es heute mehr statt weniger Bauernhöfe!
Oder anders formuliert: Die EU- Kommission betreibt seit mehr als 2 Jahrzehnten eine Agrarpolitik der Industrialisierung.
Für Interessensvertreter bäuerlicher Betriebe ist es dann eine naheliegende Schlussfolgerung, die Abschaffung aller EU- Agrarsubventionen zu fordern. Genau das passiert aber nicht.
Hier ein relativ einfacher Vorschlag für zukünftige Agrarsubventionen:
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Für eine „ordnungsgemäße“ Landbewirtschaftung gibt es keine Subventionen mehr. Landwirtschaft, die darüber hinaus geht, z.B. ökologischer Landbau, artgerechte Tierhaltung oder besondere Naturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft können mit finanziellen Zuschüssen gefördert werden. Dies liegt in der Hand der einzelnen EU- Länder und wird nicht mehr von Brüssel aus verwaltet.
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Damit würden sicher 80% der Agrarsubventionen entfallen. Die Bauernhöfe würden dabei nicht weniger Einnahmen realisieren, da sich das System der Niedrigpreise für Agrarrohstoffe nicht mehr halten würde. Ein Überschuss wie aktuell bei der Milch, auch verursacht durch Subventionen für die Betriebe beim Stallneubau würde es nicht mehr geben.
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