Der Herbizid-Wirkstoff Glyphosat wurde in Deutschen Bieren gefunden

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Der Herbizid-Wirkstoff Glyphosat wurde in Deutschen Bieren gefunden
Datum: 27.02.2016, 13:15

Das Umweltinstitut München hat 14 deutsche Biere getestet und in allen Glyphosat gefunden, in Konzentrationen von 0,2- 25 µg/l. Glyphosat ist ein chemischer Wirkstoff, der zur Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft in großen Mengen eingesetzt wird. Mittlerweile ist eine Vorerntebehandlung in Getreide mit Glyphosat zur erleichterten Ernte Standard in großen spezialisierten Ackerbaubetrieben. Und dies ist vermutlich der Grund dafür, warum auch der Wirkstoff Glyphosat vielfach in menschlichem Urin gefunden wurde. Obwohl die Glyphosat- Vorerntebehandlung bei Braugerste verboten ist, kann vermutet werden, daß die illegale Gerstenbehandlung das Glyphosat in das Bier gebracht hat. Braugerste bildet den Ausgangsstoff für das Malz, einer Hauptkomponente bei der Bierherstellung.

Einen Imageschaden kann dies für deutsches Bier bedeuten. Es ist absehbar, dass Bierbrauer in Zukunft noch mehr oder wieder mehr auf die Qualität ihrer Rohstoffe achten werden.

Pikannt sind die Funde deswegen, weil die EU- Kommission die Zulassung von Glyphosat verlängern will.

Die Ergebnisse des Münchener Umweltinstitutes sind medial breit zitiert worden, was der Sache angemessen ist. Welche Glyphosat- Konzentrationen schädlich sind, weiß niemand. Deswegen ist die voreilige Entwarnung in der FAZ unangemessen. Wenn Glyphosat im menschlichen Körper hormonale Effekte bewirken sollte, wie von einigen befürchtet, dann sind sehr niedrige Konzentrationen schon schädlich. 

Die Tagesschau 24 hatte wieder ihre eigene Weise der Berichterstattung. Der befragte Journalist behauptete, daß ohne Glyphosat Ackerbau heute nicht mehr möglich sei und sendete dies im Viertelstundentakt in die Welt hinaus. Dass dies nicht richtig ist, zeigen ökologische Braugerstenanbauer seit Jahrzehnten. Dass die Tagesschau 24 diesen Unsinn ohne Einfluss von im Rundfunkbeirat vertretenen Lobbygruppen veröffentlicht hat, erscheint sehr unwahrscheinlich. 

 

 

 

Sven von Storch

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