Der größte Deutsche Agrarkonzern, KTG- Agrar wird verkauft- an eine Stiftung in Vaduz_Lichtenstein

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Der größte Deutsche Agrarkonzern, KTG- Agrar wird verkauft- an eine Stiftung in Vaduz_Lichtenstein
Datum: 20.09.2016, 23:07

Nach einer Meldung vom 15.9. 2016 auf der Internetseite des Konzerns wird dieser an ein Unternehmen in Lichtenstein, die Gustaf Zech Stiftung, verkauft.

Im gesamten politischen Raum ist Stille zu diesem Verkauf, keine Partei im Bundestag oder den ostdeutschen Länderparlamenten äußert sich dazu. Dies hat zwei mögliche Gründe.

Einerseits könnte diese Nachricht unbedeutend sein.

Jedoch handelt es sich bei KTG- Agrar um den mit 35.000 ha mit Abstand größten Agrarkonzern in Deutschland. Beachtet man weiterhin den zunehmenden Ausverkauf der Landwirtschaft in Ostdeutschland an externe Investoren, so zeigt sich dort eine Entwicklung wie in Ländern Afrikas oder Südamerikas.

Über den Anbau und die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte wird nicht mehr im Land, sondern von außerhalb, im Fall der KTG- Agrar von Liechtenstein aus entschieden.

Dies ist nicht ohne Bedeutung, sondern die Ernährungssouveränität steht auf dem Spiel. Darüberhinaus stellt sich die Frage, ob die Entwicklung der ländlichen Regionen in Ostdeutschland von außen gesteuert wird, an demokratischen Strukturen vorbei, bei dem die Einwohner vor Ort zu einem Spielball der Interessen weniger werden.

Aus diesen Gründen ist die Stille der politischen Parteien und der Interessenverbände zur externen Übernahme von KTG-Agrar unverständlich und verräterisch.

Dieser Verkauf an einen Investor in Lichtenstein legt aber auch das volle und absichtsvolle Versagen der Bundesregierung und der ostdeutschen Landesregierungen.

Die KTG-Agrar hat mehrere 1.000 ha von der bundeseigenen BVVG gepachtet. Weiterhin sind die ostdeutschen Bundesländer Eigentümer von ca. 400.000 ha landwirtschaftlicher Pachtflächen, von denen die KTG vermutlich  erhebliche Flächenanteile gepachtet haben wird.

Es kann deswegen davon ausgegangen werden, daß der neue Eigentümer, die Gustaf Zech Stiftung vorab mit dem Bund und den ostdeutschen Landesregierungen abgeklärt hat, ob  die Pachtverträge nach Übernahme weiter bestehen bleiben, möglicherweise sogar verlängert werden. Das ist offenbar der Fall, ansonsten wäre der Verkauf nicht denkbar. Damit haben die Bundesregierung und die Landesregierungen den Verkauf des größten deutschen Agrarkonzerns nach Luxemburg erst möglich gemacht.

Es ist Aufgabe der jeweiligen politischen Opposition in den ostdeutschen Ländern, insbesondere im am stärksten betroffenen Bundesland Brandenburg, die öffentliche Diskussion zu diesem Thema anzustoßen und die Rolle der Landespolitik in die Öffentlichkeit zu bringen. Und genau dies passiert nicht.

Und daß Verbände mit engem Bezug zur Landwirtschaft, wie Bioland, Naturland, Demeter, BUND, NABU und andere hier zu einem Thema besonderer agrarstruktureller Brisanz still sind, deutet auf einen breiten Konsens hin, dieses Thema einer öffentlichen Diskussion zu entziehen.

Sven von Storch

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