Der größte deutsche Agrarkonzern, KTG Agrar ist insolvent!
Der größte deutsche Agrarkonzern, KTG Agrar ist insolvent!
Datum: 10.07.2016, 10:58
Die Aktiengesellschaft KTG Agrar mit 35.000 ha !! in Ostdeutschland ist Deutschlands bei weitem größter Agrarkonzern. Nach verschiedenen Medienmeldungen z.B. in Top Agrar, TAZ und Nordkurier ist der Mutterkonzern insolvent. Die Flächen von KTG Agrar liegen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern (M-V), Sachen-Anhalt und Sachsen. Mit der Insolvenz verbunden ist die Frage der Weiterbewirtschaftung der Flächen, einer Reihe von Biogasanlagen und der Anklamer Ölmühle in Vorpommern.
Diese Insolvenz macht einmal mehr deutlich, daß die Industrialisierung der Landwirtschaft nicht nur schädlich ist für Natur, Energie- und Rohstoffverbrauch, sondern daß die Industrialisierung auch eine wirtschaftliche Sackgasse darstellt. Systematisch untersucht hat dies in einer Reihe von Arbeiten der Greifswalder Geograph Prof. Dr. Helmut Klüter, der gezeigt hat, daß die Wertschöpfung in der ostdeutschen Großflächenlandwirtschaft bezogen auf die Fläche gering ist, noch nicht einmal halb so hoch in M-V und Brandenburg im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen. Die Propaganda von den so wettbewerbsfähigen ostdeutschen Agrarstrukturen ist vor allem ein Werbegag ohne Substanz von ostdeutschen Agrarpolitikern, Bauernverbandsfunktionären und staatlich alimentierten Agrarökonomen. Und die geringe Wettbewerbsfähigkeit ist weiterhin in den hohen Kosten der Großbetriebe für Anlagen, Organisation und Maschinen begründet.
Am Leben gehalten wird diese Struktur nur durch exzessive Subventionen für Großbetriebe und die ostdeutsche Bodenpolitik.
Bei 35.000 ha Wirtschaftsfläche errechnen sich für KTG Agrar jährlich mehr als 10 Millionen € an EU- Agrarbeihilfen und für den Betrieb Mais- basierter Biogasanlagen zur Verstromung nochmals bis zu mehreren Millionen € Subventionen.
Mittelständische Landwirte, die mit ihren Betrieben als natürliche Personen oder GBR volle Verantwortung für ihr Wirtschaftshandeln tragen, wirtschaften anders als beispielsweise KTG- Agrar.
Und wenn jetzt offenbar der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Rukwied auf eine Nachfolgegesellschaft von KTG Agrar hofft, so zeigt er nur, daß er nicht begriffen hat, was bäuerliche Landwirtschaft, was landwirtschaftlicher Mittelstand ist.
Es erscheint gut denkbar, daß Vertreter von KTG- Agrar, zusammen mit ostdeutschen Agrarministern und DBV- Vertretern an zusätzlichen Subventionen für das Konstrukt KTG Agrar basteln.
Hier sollte die Zivilgesellschaft besonders in M-V und Brandenburg wachsam sein.
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