Bob Dylan erhält den Literatur- Nobelpreis und geht nicht zur Verleihung- It ain´t me babe- ich bin es nicht!
Bob Dylan erhält den Literatur- Nobelpreis und geht nicht zur Verleihung- It ain´t me babe- ich bin es nicht!
Datum: 12.12.2016, 15:10
Meistens fühlen sich Nobelpreisträger durch die Verleihung sehr geehrt.
Und so kommt es sehr selten vor, daß die Geehrten nicht zur Verleihung erscheinen.
Im Falle Bob Dylans (Robert Zimmermann) ist alles ein wenig anders.
Er war lange Zeit auch nach der Bekanntgabe selbst telefonisch nicht für das Nobelkomitee erreichbar, es gab einen sehr späten Kommentar seines Stabes zur Verleihung. Und er kommt nicht zur Zeremonie.
Was ist bei Dylan anders, als bei Anderen?
Wer sich mit ihm befasst hat, kann über sein Verhalten nicht überrascht sein.
Dylan trat mit seinen Liedern ab 1962 in die Öffentlichkeit, wurde ca. ab 1963 wirklich bekannt und schnell sehr berühmt. Neben den wirklich legendären Auftritten beim US- amerikanischen Newport Folk Festival 1963- 65, profilierte er sich auch, auf Initiative von und zusammen mit Joan Baez in der Bürgerrechtsszene. Und einige seiner Lieder waren damals auch unmittelbar politisch (with god on our side, masters of war). Aber danach war er nie eine Person großer politischer Bewegungen, vermutlich misstraute er diesen erheblich. Wenn er in seinen Lieder im Weiteren politisch blieb, dann auf einer präzisen, konkreten Ebene.
Berühmt sein Lied- Like a rolling stone- als ein Lied über den persönlichen Abstieg der so weit geht, daß …you have nothing to conceal- du hast nichts mehr zu verbergen.
Die Zeitschrift „Rolling Stone“ erklärte dieses Lied zum besten Rocksong aller Zeiten.
Oder die Kritik an der Willkür des US- amerikanischen Justizsystems in wenigen Zeilen in dem Lied „Joey“ … What time is it said the judge… five to ten said Joey, Judge said that’s exactly what you get.
Dylan entzog sich schon sehr früh, Mitte der sechziger Jahre dem öffentlichen Politzirkus. Vielleicht sah oder spürte er dessen Verlogenheit, in dem Betroffenheit als Mittel der Eigenprofilierung von Politikern instrumentalisiert wird.
Und dazu passt, daß er sich auf einmalige Weise der Auszeichnung des Nobelkomitees entzieht und nicht erscheint.
Dies irritiert die etablierten Medien, die diesen grandiosen Poeten und Komponisten auch in Zukunft gerne einspannen würden.
Ein Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 10.12. 2016 dazu belegt dies. Der Autor beginnt dazu wörtlich: „ Es ist schon konsequent, daß die Dichterin und Sängerin Patti Smith bei der diesjährigen Literaturnobelpreis- Verleihung an diesem Samstag, 10. Dezember den Preisträger Bob Dylan vertritt…“.
Konsequent wäre es gewesen, wenn Dylan erschienen wäre, jedenfalls aus der Sicht der SZ. So konstruiert die SZ Patti Smith zu einer „Aktivistin“, einem Attribut, das sie Dylan auch gerne beigelegt hätte, aber immerhin hat er ja nach SZ- Angaben eine Aktivistin als Vertreterin geschickt. Dieser Unsinn in der SZ will die Brüskierung des Nobelkomitees durch Dylan verschleiern und seine Zugehörigkeit zum gleichen Establishment belegen.
Mir erscheint dagegen plausibel, daß sich Dylan nicht durch diese Ehrungsestablishment instrumentalisieren lassen will. Jedenfalls würde das genau zu ihm passen.
Und mit seinen eigenen Worten: It ain´t me babe- Ich bin es nicht.
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