Strategie für eine zukunftsfähige Gesellschaft
Strategie für eine zukunftsfähige Gesellschaft
Datum: 13.07.2013, 13:32
Alle Maßnahmen passen sich symptomatisch den Prognosen an – eine bei den Ursachen der fatalen demographischen Schieflage ansetzende Änderung der Rahmenbedingungen zugunsten der kommenden Generation und deren Eltern wird gar nicht mehr thematisiert! Stattdessen wird mit Formeln wie „Die demographische Chance“ oder „Das Alter hat Zukunft“ steuerfinanziert und medienwirksam verdrängt und schöngeredet.
Damit werden die Grundlagen einer soliden Zukunftssicherung immer weiter geschwächt, und notwendige Weichenstellungen bleiben aus:
1) Abbau der strukturellen Benachteiligungen für Eltern im Pro-Kopf-Einkommen und im Rentenrecht
2) Einbeziehung des immensen Umfangs und der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Familienarbeit (s. Destatis „Wo bleibt die Zeit“)
3) Notwendig wäre ein anderer Arbeitsbegriff, der Arbeit nicht nur nach Bezahlung, sondern auch nach Sinn bewertet. Solange eine alleinerziehende Mutter ohne Berufstätigkeit als „arbeitslos“ gilt, ist in Deutschland die Grundlage der Zukunftssicherung nicht verstanden.
4) Konsequent zukunftsweisende Entscheidungen aller Politikressorts wären nur durch ein Familienwahlrecht zu erreichen (allgemeines Wahlrecht lt.Verfassung, wobei die Stimme Minderjähriger durch die Eltern wahrgenommen wird – siehe dazu bereits Bundestagsinitiativen 2008 etc.)
5) Die Sorge für Kinder im Privathaushalt durch die eigenen Eltern als Grundlage sinnvollen Lebens wird derzeit fatal unterschätzt (steuerfinanzierte Subvention institutioneller Kita-Betreuung durch U3-Programm). Offiziell „Vereinbarung von Familie und Beruf“, resultiert in praxi meist eine Doppelbelastung erwerbstätiger Mütter oder Väter. – Die realen Betreuungsbedingungen werden kaum reflektiert, sozialpädiatrische Forschungsergebnisse der Bindungsforschung werden selektiv verschwiegen. Ob die meist exzellenten Betreuungsbedingungen in positiven Studien flächendeckend umsetzbar sind, wird kaum thematisiert.
6) Zukunftssicherung ist aus Sicht der Erwerbsgesellschaft bzw. des Bruttosozialprodukts bzw. der kurzfristigen Effizienz immer unrentabel. Solange sich Politik überwiegend nach der Lobby für die letztgenannten Wirtschaftsparameter richtet, sieht es schlecht aus für die Lebensbedürfnisse der nachwachsenden Generationen.
Eine wirksame Demographiestrategie müßte bei diesen komplexen Sachverhalten ansetzen.
Beitrag erschien zuerst auf www.demografie-portal.de
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