Iran_ Rettet die junge Reyhaneh Jabbari
Iran_ Rettet die junge Reyhaneh Jabbari
Datum: 01.10.2014, 10:28
Die Verbrechen der fundamentalistischen Terrorgruppe ISIS schockieren seit Wochen die westlichen Medien. Sie berichten ausführlich und detailliert von Enthauptungen, Massengräbern und Massenhinrichtungen und von frauenfeindlichen Aktionen der Terroristen in Syrien und im Irak.
Der Terror von ISIS und generell die gesamte Situation im Mittleren und Nahen Osten ist mehr als katastrophal, das steht ohne Frage fest und beileibe ist ISIS nicht das einzige terroristische Potential in der Region. Es sollte nie vergessen werden, wer das syrische Volk einst mit Giftgas bekämpfte, welche Terrorgruppen unbewaffnete iranische Dissidenten im Irak mit Raketen beschossen und wer im Irak weit vor ISIS sunnitische Märkte und Plätze in die Luft jagte und somit den Irak in einem dauerhaften Chaos ließ und es soll auch nicht vergessen werden, wer es war, der in geheimen Gefängnissen im Irak foltern ließ, wei etwa die sog. „goldene Division“ von Nuri al-Maliki, die in der grünen Zone in geheimen Gefängnis Dissidenten und ethnische und religiöse Minderheiten für immer verstummen ließ und wir sollten nicht vergessen, was Terrorgruppen im Nahen Osten verübt haben. Das Chaos im Mittleren und Nahen Osten hat viele Gesichter und gestorben und gemordet wird auf allen Seiten, egal wie sehr die jeweilige Seite das Recht darauf für sich in Anspruch nimmt, oder wie laut sie bei internationaler Kritik schreit. Ein Verbrechen an der Menschlichkeit bleibt ein Verbrechen an der Menschlichkeit und eine Kugel und eine Bombe tötet immer Unschuldige.
Doch der Urvater des Terrorismus in der Region ist zweifelsohne – wie es kürzlich die Präsidentin des iranischen Widerstandes, Maryam Rajavi, in einer Rede feststellte – das iranische Regime. Seit 1979, seitdem das Land sich nach dem Terror des Schah in eine noch schlimmere Diktatur der Mullahs verwandelte, mordet, terrorisiert, unterdrückt, bombt und richtet ein Regime hin, dessen Ideologie so gefährlich ist, wie die Waffen, die es demnächst zu bauen gedenkt. Die Mullahs haben in ihren 35 Jahren der Terrorherrschaft nicht nur im Iran mehr als 120.000 Oppositionelle hingerichtet, sondern vor allem die Art und Weise, wie sie in der Außenpolitik aufgetreten sind, hat die Region für immer ins Chaos gestürzt. Es ist kein Zufall, dass seit der Machtübernahme der Mullahs der Mittleren Osten von der Krisenregion zu einem Ort des dauerhaften Terrors mutiert ist.
Die Mullahs haben bereits all die Verbrechen begangen, die heute so schockiert von der westlichen Presse ISIS zugeschoben werden. Sie ließen alleine in dem Jahr seit Rohanis Amtsantritt fast 1000 Menschen hinrichten, Männer, zum Tatzeitpunkt Minderjährige und Frauen, Homosexuelle, Drogenabhängige und Ehebrecher. Aktuelles Beispiel der endloses Liste an Menschen, die ihr Leben am Galgen oder durch andere barbarische Hinrichtungsarten verloren, ist Reyhaneh Jabbari. Sie wehrte sich 2009 gegen die sexuelle Belästigung eines iranischen Geheimdienstagenten und steht dafür nun vor ihrer Hinrichtung. Ihre Mutter teilte mit, dass man sie informiert habe, dass sie morgen ihren Leichnam erhalten kann. Jabbari ist erst 26 Jahre alt. (siehe Urgent Action von Amnesty International)
Bei all den Hinrichtungen haben die Mullahs kein Menschenrechtsverbrechen ausgelassen. Die Opfer mussten die Kosten für ihren eigenen Strick zahlen, Leichen wurden ohne Kenntnis der Angehörigen verscharrt oder es wurde heimlich hingerichtet, es gab Scheinhinrichtungen und Opfer wurden vor den Augen des Volkes zusammen geschlagen, weil sie nach ihrer Mutter als letzten Wunsch schrien. All das ist Alltag im Iran und niemand ist vor einem Scheinrechtsstaat sicher, der die Sharia nur dazu benutzt, um mit brutalstem Terror an der Macht zu bleiben.
Die westliche Presse berichtet mit Abscheu über Massengräber der ISIS und Verstümmlungen von Opfern. Dies ist in der Tat widerwärtig, aber 1988 ließ das iranische Regime quasi über Nacht 30.000 politische Gefangene hinrichten. Todeskomitees winkten die Todesurteile der „Feinde von Gott“ (so hatte Ajatollah Chomeni sie zuvor in einer Fatwa bezeichnet) im Eilverfahren durch und auch diese mussten vor ihrer Hinrichtung ihr eigenes Grab schaufeln. Zudem wird bis heute Kleinstkriminellen die Gliedmaßen abgehackt, die Augen ausgestochen oder gar gesteinigt. Oder Menschen, die im Ramadan in der Öffentlichkeit essen, werden ausgepeitscht. Auch das ist seit 35 Jahren Alltag im iranischen „Rechtssystem“, auch unter dem sog. „moderaten“ Hassan Rohani.
Wenn es um den internationalen Terrorismus geht, ist ISIS gegen das Regime ein laues Lüftchen. Die Mullahs bombten weltweit in den 35 Jahren ihrer Herrschaft quasi alles überall in die Luft. Vom Restaurant Mykonos in Berlin über Kazem Rajavi (einem berühmten Mitglied des Nationalen Widerstandsrates) in Genf bis hin zu Gemeindezentren in Buenos Aires musste fast jedes Land den Terror der Mullahs spüren. Im Mittleren und Nahen Osten ist die Liste 1000x größer, denn die Terroranschläge der von Teheran finanzierten Terrorgruppen sowie der terroristischen Qods Einheiten, der Badr Brigaden und wie sie noch alle heißen, sind mittlerweile unzählbar.
Die westliche Presse schreibt voller Entsetzen über Tausende Flüchtlinge aus Syrien, die in die Türkei vor ISIS fliehen. Aus dem Iran hingegen floh alles, was das Land hat, seine Wissenschaftler, Künstler, Sportler, Krankenschwestern, die Bahai, Kurden, Beluchen und endlose Ströme von Dissidenten, die Zahl geht in die Millionen.
Wenn die westlichen Medien daran interessiert sind, über die Grausamkeit und Abscheu von Terrorismus und Fundamentalismus zu berichten, dann müssen ihre Gazetten mit Nachrichten aus dem Iran überquellen.
Der Hilferuf für die vom Tode bedrohte Iranerin Reyhaneh Jabbari muss noch viel lauter gemacht werden. Die Zivilgesellschaft und die westlichen Regierungen sind in Pflicht.
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