Warum Deutsche auswandern
Warum Deutsche auswandern
Datum: 19.02.2010, 13:28
Ausschlaggebende Motive für die Auswanderer sind– das ist nicht besonders überraschend – die wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Gründe, die hohe Steuer- und Abgabenlast und schlechte Beschäftigungs- und Einkommensperspektiven.
Das Prognos Institut ordnet die befragten Auswanderer fünf Kategorien zu:
1.) Unzufriedene Fachkräfte auf der Suche nach mehr Lebensqualität.
Die Auswanderer dieser Gruppe sind überwiegend männlich, kinderlos und knapp zwei Drittel sind über 35 Jahre alt. Mehr als die Hälfte verdient mehr als 3800 Euro und weitere 20 Prozent zwischen 2500 und 3800 Euro. 61 Prozent können sich eine Rückkehr nach Deutschland in absehbarer Zeit nicht vorstellen.
2.) Die beruflich Unzufriedenen Akademiker.
Dazu gehören vor allem promovierte und habilitierte Akademiker, die durch die fehlenden Einkommens- und Beschäftigungsperspektiven ins Ausland getrieben werden. Im Ausland verdienen sie zu 79 Prozent zwischen 2500 und 3800 Euro. Die Rückkehrmotivation dieser Gruppe ist hoch. Über die Hälfte will in absehbarer Zeit nach Deutschland zurückkehren.
3.) Junge Akademiker auf der Suche nach Herausforderungen
Die Hälfte dieser Gruppe ist unter 34 Jahre alt. Der Anteil der Frauen in dieser Gruppe ist mit 46 Prozent überdurchschnittlich hoch. Unter ihnen gibt es den größten Anteil von Freiberuflern und sie sind vor allem in den Bereichen Baugewerbe, Informations- und Kommunikationstechnologie tätig. Fast sechzig Prozent können sich eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen.
4.) Beruflich etablierte Elite auf der Suche nach Perspektive
Zu ihnen gehören die Hoch- und Höchstqualifizierten. 71 Prozent dieser Gruppe verdienen mehr als 3800 Euro und der Anteil der Führungskräfte beträgt 77 Prozent. 75 Prozent dieser Gruppe sind Männer und zwischen 35 und 44 Jahren alt. Etwa 90 Prozent haben einen Hochschulabschluss und mehr als die Hälfte sind promoviert. Zweidrittel können sich eine Rückkehr nach Deutschland vorstellen.
5.) Familienorientierte Fachkräfte
Für diese kleine Gruppe ist die Verbesserung der Verhältnisse zu Familien und Freunden das zentrale Auswanderungsmotiv. Weniger als die Hälfte will nach Deutschland zurückkehren. Der Altersdurchschnitt liegt bei unter 34 Jahren und es sind überdurchschnittlich viele Frauen.
Zufriedenheit im Ausland
Die meisten Auswanderer sehen ihre Erwartungen erfüllt. 55 Prozent der Auswanderer waren mit den Lebensbedingungen in Deutschland zufrieden. Im Ausland sind es 84 Prozent. In Deutschland lebten 16 Prozent der Befragten im eigenen Haus, im Ausland sind es 46 Prozent. 18 Prozent lebten in Deutschland in selbstgenutztem Wohneigentum im Ausland sind es 37 Prozent. Nur etwa ein Fünftel der Befragten gibt an in ihr Lebensumfeld nicht gut integriert zu sein. Für den Großteil der Befragten war der Gang ins Ausland mit beruflichem Aufstieg verbunden. Knapp 60 Prozent der Auswanderer sind im Gastland als Führungskräfte tätig; 26 Prozent von ihnen waren es im Inland. Die Zufriedenheit mit den Bildungseinrichtungen vor Ort steigt vor allem im vorschulischen Bereich. gegenüber den Erfahrungen in Deutschland. Die schulische und berufliche Ausbildung in Deutschland wird hingegen als besser bewertet.
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