Staatsbankrott besser als Transferspirale

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Staatsbankrott besser als Transferspirale
Datum: 03.05.2010, 11:02

 In den vergangenen Jahren lagen die Ausgaben des griechischen Staates bei durchschnittlich 45 Prozent des BIPs. Die Steuereinnahmen hingegen nur bei 40 Prozent. Noch gravierender fallen die Fehlentwicklungen an der ökonomischen Basis aus.  Der Anteil des privaten Verbrauchs am BIP liegt bei 70 Prozent. Im Vergleich dazu gehen in Deutschland nur 57 Prozent des BIP auf den privaten Verbrauch zurück. Das Fazit der Wirtschaftwoche lautet. „Die Griechen produzieren zu wenig und konsumieren zu viel.“

Der Euro habe zu dieser Entwicklung beigetragen, da durch die Währungsunion die Zinsen für die Griechen gesunken ist. Die Wirtschaftswoche schreibt: „Der durch den Euro-Beitritt gesunkene Zins hat die Griechen zu einem Leben auf Pump verführt, das sie sich mit der Drachme nicht hätten leisten können.“  Die Löhne stiegen in den letzten Jahren schneller als die Produktivität. Nach Berechnungen der Bank von Griechenland habe sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit des Landes seit dem Beginn der Währungsunion um 28 Prozent verschlechtert, da die Möglichkeit der Abwertung mit der Euroeinführung weggefallen ist.

Die Wirtschaftswoche vergleicht die Lage Griechenlands mit der Russlands vor der Jahrtausendwende. Damals hätte ein Hilfspaket des IWF und der Weltbank die Abwärtsspirale nicht gestoppt. Erst die Freigabe des Wechselkurses und die Aussetzung der Rückzahlung der Auslandsschulden schufen die Grundlage für die folgende wirtschaftliche Erholung. Die Kosten der Alternative Griechenland mit EU-Hilfen zu unterstützen, wie beschlossen worden ist, beziffert die Wirtschaftswoche auf 24 Milliarden Euro allein für die deutschen Steuerzahler

Die Wirtschaftswoche stellt lakonisch fest:  „Das ist ziemlich genau die Summe, die die Bundesregierung den Wählern im Herbst vergangenen Jahres als Steuerentlastung versprochen hat. Bleibt die aus, wissen die Bundesbürger wenigstens, wohin das Geld geflossen ist.“

Zum vollständigen Artikel der Wirtschaftswoche

Diese Zusammenfassung wurde zuerst auf dem Blog des Liberalen Instituts veröffentlicht.

Sven von Storch

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