Globale Bevölkerungsschrumpfung_
Globale Bevölkerungsschrumpfung_
Datum: 30.11.2010, 10:41
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten auf der Welt etwa 1,6 Milliarden Menschen und im Jahr 2000 etwa knapp über 6 Milliarden. Nicholas Eberstadt betont in der neuen Ausgabe von Foreign Affairs, dass dieses demographische Wachstum keine Geburtenexplosion war sondern eine Gesundheitsexplosion. Die Menschen haben nicht mehr Kinder zur Welt gebracht, aber die Kindersterblichkeit ist gesunken und die Lebenserwartung ist gestiegen. Im 21. Jahrhundert wird sich die Bevölkerungsentwicklung in vielen Ländern umkehren und dies liegt nicht an schlechteren Gesundheitsbedingungen, sondern an fallenden Geburtenraten pro Kopf. Dieser Trend beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Europa, sondern hat auch die übrigen Kontinente erreicht.
Über zwei wesentliche Fragen herrscht Unklarheit:
1.) Über die Ursachen dieser Entwicklung. Reine ökonomische Erklärungen scheitern, daran, dass der Rückgang Länder mit sehr unterschiedlichen sozioökonomischen Bedingungen betrifft.
2.) Wie lange dieser Trend anhalten wird. Werden die Geburtenraten dauerhaft niedrig bleiben, oder sogar immer weiter fallen, oder werden sie irgendwann auf einem Tiefpunkt verharren oder sogar wieder steigen.
Japan, Europa (Hier besonders Deutschland und Italien); China und Russland sind von diesem Trend besonders betroffen. Eberstein sieht diese Entwicklung vor allem als Gefahr für wirtschaftliches Wachstum.
Information:
Nicholas Eberstadt: The Demographic Future. What Population Growth – and Decline – Means for the Global Economy, in: Foreign Affairs, Volume 89, Number 6
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