Frankreich und Großbritannien sind keine Stabilitätsanker
Frankreich und Großbritannien sind keine Stabilitätsanker
Datum: 18.07.2011, 14:52
Die Luft wird dünn in Europa. Immer mehr Staaten streben unter den Rettungsschirm und suchen die Hilfe der Nettozahler. Während in Deutschland die Wirtschaft (noch) im Takt ist, fallen die zwei anderen großen Wirtschaftsnationen als Wachstumsmotor und Stabilitätsanker in der EU weitgehend aus.
Wie der Spiegel berichtet, fürchtet die Regierung in London die Auswirkungen der Griechenlandkrise auf Großbritannien und den britischen Finanzsektor. In Frankreich startete Sarkozy als Hoffnungsträger, dem eine Liberalisierung der Wirtschaft zugetraut wurde, doch jetzt ist Ernüchterung eingekehrt. Die Arbeitslosigkeit ist auf 2,7 Millionen gestiegen. Zusammen mit denjenigen, die nur wenige Stunden in der Woche beschäftigt sind liegt, liegt die Zahl der Arbeitslosen sogar bei über 4 Millionen. Bislang hat es die französische Regierung nicht geschafft, eine konsequente Haushaltssanierung einzuleiten. Bis zum Jahr 2012 wird der Schuldenstand voraussichtlich von 82,3 auf 86,9 BIP steigen. Gleichzeitig verschlechtern sich die Wachstumsaussichten. Die Wirtschaftswoche berichtet:
„Auch andere Kennzahlen verschlechtern sich. Dass die französische Wirtschaft trotz aller Probleme 2011 um rund 2,1 Prozent wachsen dürfte, liegt überwiegend am noch ordentlichen Konsum. Gleichzeitig jedoch steuert Frankreich 2011 auf einen neuen Rekordfehlbetrag im Außenhandel zu. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate lag das Defizit bei 61 Milliarden Euro, während Deutschland im gleichen Zeitraum einen Überschuss von 155 Milliarden Euro erzielte. Vor allem industrielle Güter und Fahrzeuge aus Frankreich sind im Ausland derzeit kaum gefragt.“
Sollte die Bundesrepublik als letzter großer Staat in Europa mit soliden Wachstumszahlen, steigenden Steuereinnahmen und rückläufigen Arbeitslosenzahlen in nächster Zeit in eine Rezession geraten, bräche die letzte Säule der Stabilität weg. Wahrscheinlich würden dann ganz neue und sehr viel weitergehende Sanierungskonzepte zur Stabilisierung des europäischen Wirtschaftsraums benötigt. Die Politik der Bürgschaften und Transferzahlungen würde dann wohl ihre definitive Grenze erreichen.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment