DIE KITA-LÜGEN

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DIE KITA-LÜGEN
Datum: 18.02.2015, 09:14

Diese Fragen betreffen nicht nur Eltern, Erzieher und Lehrer sondern in letzter Konsequenz die gesamte Gesellschaft. Die Diskussion wird jedoch oft emotional und unsachlich geführt, da der jeweilige persönliche Hintergrund die objektive Betrachtung erschwert. Und tatsächlich geht es ja um eine einzigartige und seit Jahren immer seltener werdende Spezies: unsere Kleinstkinder. So lassen Voreingenommenheit und beratungsresistente Vorurteile sachliche Gespräche oft sehr schwierig werden. Dies gab den Anlass, die vorherrschenden Meinungen einmal zusammenzustellen und zu diskutieren, um Eltern und allen Beteiligten eine verantwortungsvolle und gut begründbare Entscheidung zu ermöglichen in der wichtigen und folgenschweren Frage: Wann soll, kann oder darf mein Kind in eine Kita?

Die sogenannte Kita-Offensive von Ursula von der Leyen hatte sich zum Ziel gesetzt, bis zum August 2013 750 000 Plätze samt Rechtsanspruch zu schaffen. Der Bedarf schien dies zu rechtfertigen: Die Situation junger Mütter (und Väter) hat sich in Deutschland in den letzten Jahrzehnten dramatisch verschlechtert: Viele müssen arbeiten, viele wollen aus guten Gründen arbeiten, zwar meist nicht gleich ganztägig, aber im Grunde wollen alle ihr Kind trotzdem während seiner ersten Lebenszeit optimal versorgen. Viele pflegen sogar einen gewissen Perfektionismus, was ihre Kinder betrifft. Allerdings weht denjenigen, die ihre Kinder nicht fremdbetreuen lassen möchten, aus dem gesellschaftlichen Umfeld ein scharfer Wind entgegen: Diskriminierung als Heimchen am Herd und als Anhängerin eines rückwärtsgewandten Familienmodells, Verweigerung von Anerkennung als nicht-erwerbstätig Arbeitende, die von Fernhalteprämien auf die falsche Fährte einer intellektuellen Verdummung gelockt sei. Sogar vor dem Vorwurf, den Kindern Bildung vorzuenthalten, schreckte eine norddeutsche Regionalzeitung nicht zurück. Dazu kommt die Weigerung aus Kreisen der Wirtschaft, akzeptable Rahmenbedingungen für familienkompatible Stellen zu schaffen, bei gleichzeitigem massiven Druck auf die jungen Mütter, so früh wie möglich nach der Geburt das Sozialprodukt zu steigern. Darüber hinaus bedeuten Kinder in einem der noch materiell reichsten Länder der Welt ein Armutsrisiko, zumindest eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.

Das Dilemma der Mütter ist tatsächlich riesengroß. Daraus resultieren Unsicherheit und eine Tendenz zum Beschönigen der Kita-Situation. Warnende Stimmen aus den Reihen der Neuropädiater, Entwicklungspsychologen, Neurobiologen, Pädagogen und Psychiater bleiben überwiegend Fachzeitschriften vorbehalten, anstatt in den Medien angemessen präsent zu sein. Wenn sie nicht gänzlich aus interessegeleiteten Gründen unterdrückt werden, so tut man sie zumindest als „Meinungen“ ab, die man mit Studien aus Politik, Wirtschaft oder der Medienlobby leicht widerlegen könne.

Ich habe zehn verschiedene Statements zusammengestellt, die in Kita-Diskussionen und auch in Beratungen in der Praxis immer wieder vorgebracht werden. Diese werden anschließend Ergebnissen und Erfahrungen aus den genannten Wissenschaften gegenübergestellt – genug, um die fundamentale Sicherheit, mit der hierzulande mit dem Kita-Problem umgegangen wird, zu hinterfragen und sie als Kita-Lügen zu entlarven.

Die zitierten Befunde und Beobachtungen lassen manche Wiederholungen unvermeidlich erscheinen. Es war nicht mein Ziel, eine wissenschaftliche Arbeit zu erstellen; vielmehr habe ich aus den mir zugänglichen Quellen eine allgemeinverständliche Darstellung versucht, die möglichst viele Betroffene ansprechen möchte.

Die KITA-LÜGEN und ihre Widerlegung werden im Einzelnen in den nächsten Tagen an dieser Stelle publiziert.

Sven von Storch

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