Wer früh in Pension geht, stirbt auch früh
Wer früh in Pension geht, stirbt auch früh
Datum: 10.10.2014, 11:56
Das zeigt eine Studie des Rostocker Demographie-Zentrums ganz klar. Dabei geht es um einen je nach Geschlecht und Pensionsantrittsalter unterschiedlichen, aber immer signifikanten Zeitraum; denn mehr als vier Jahre längeres Leben sind ja jedenfalls eine lange Zeit.
Nur: Warum ist das so?
- Sind die Menschen, die früher in Pension gehen, zu diesem Zeitpunkt schon substanziell krank? Manche sind das sicher. Aber gegen eine Verallgemeinerung dieser These spricht die Geschlechteranalyse: Bei Frauen gibt es viel geringere Auswirkungen des früheren Pensionsantritts auf den Todeszeitpunkt als bei Männern. Aber auch bei ihnen gibt es natürlich schon zu diesem Zeitpunkt letale Erkrankungen. Also hat das Ganze eher mit der spezifisch männlichen Einstellung zur Arbeit zu tun. Diese ist für die männliche Identitätsempfindung zweifellos viel wichtiger als bei Frauen. Aber was heißt das konkret?
- Wirkt sich der Pensionsschock, das Gefühl des plötzlichen Nicht-mehr-gebraucht-Werdens und Versinkens in einem Depressions-Loch, in so vielen Fällen gesundheitlich mortal aus?
- Sind jene, die möglichst lang aktiv bleiben, in besonders glücklich machenden Berufen tätig, und wirkt sich dieses Zufriedenheitsgefühl auch positiv auf Gesundheit und Lebensdauer aus?
- Sind es prinzipiell pflichtbewusste Menschen, die später in Pension gehen, und leben sie aus Pflichtbewusstsein auch überdurchschnittlich gesünder als ihre Alterskollegen? Meiden sie also vor allem die bekannten Hauptrisikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel . . .)?
Jedenfalls führt dieser Zusammenhang auch zu Auswirkungen auf die Pensionskassen. Eine Gruppe, die im Schnitt früher stirbt, belastet daher auch die Pensionskassen im Schnitt kürzer. Freilich: Frühe Pensionisten haben auch schon viel früher ihre Rente bezogen. Und vor allem haben sie viel kürzer ins Pensionssystem eingezahlt.
Weiterlesen auf: anderas-unterberger.at
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