Kirche wohin_

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Kirche wohin_
Datum: 22.04.2014, 14:40

 

Zwei Päpste werden heilig gesprochen. Das treibt Millionen nach Rom. Ein neuer Papst wird ob seines vital-lächelnden Auftritts rundum bejubelt. In Wien werden seit vielen Jahren Pfarren verbal zusammengelegt, wobei man jedoch in vielen Fällen noch immer nicht weiß, wie und wann es endlich konkret weitergeht. Die Zukunft der Kirche selbst ist freilich wichtiger und spannender als all das. Aber die ist irgendwo zwischen Karfreitagstrauer und Osterjubel ungewisser denn je.

Keine Frage: Dem neuen Papst ist zuzustimmen, dass in der katholischen Kirche (und in anderen Gemeinschaften) alle Fragen rund um Sexualität oder Unauflöslichkeit der Ehe viel zu stark betont worden sind. Die meisten Gläubigen werden es aber auch für richtig finden, dass dieses Ideal weiterhin hochgehoben wird, dass vor allem die klassische Familie und deren Kinder im Zentrum dieses Idealbildes bleiben. Das tut auch der Papst, auch wenn manche zaghaften Bischöfe und Priester es offenbar vergessen, dass die Haltung der Kirche gerade zum Thema Familie überall klar mehrheitsfähig ist. Es gibt – entgegen dem bisweiligen „Modernisierungs“-Gewäsch von Journalisten – absolut keinen Grund, von diesem Ideal abzugehen.

Aber dies geschieht eben im Wissen, dass es ein Ideal ist, welches von sehr vielen Menschen nicht erreicht wird. Das verkündet der jetzige Papst mit deutlich mehr Toleranz und Lockerheit als seine Vorgänger. Was ihm zu Recht die Zustimmung und den Jubel vieler Menschen einbringt.

Ihre globale Bedeutung, ihre Dominanz in einigen Erdteilen hat das Christentum aber nicht wegen bestimmter Sexual-Doktrinen erreicht. Die wirkliche Stärke des Christentums lag fast immer in seiner Verbindung mit dem Volk.

Da aber sollten sich weder Papst noch Bischöfe irgendwelchen Illusionen hingeben: Nach den beiden furchtbaren Totalitarismen des 20. Jahrhunderts, die beide einen sich der staatlichen Gängelung entziehenden gläubigen Menschen nie akzeptieren konnten, steht jetzt das Christentum in Europa und Afrika vor einer neuen mörderischen Bedrohung: durch den Expansionismus eines fundamentalistischen Islams.

Vieles deutet darauf hin, dass sich der Papst dieser Bedrohung nicht wirklich bewusst ist. Schließlich kommt er aus dem fernab des Konflikts liegenden Argentinien. Es denken aber auch unter den österreichischen Bischöfen kaum welche historisch oder politisch. Unter den deutschen ist das übrigens ein wenig anders.

Diese neue Bedrohung ist eine uralte. Der Islam hat einst nicht nur das christliche Jerusalem und Ägypten erobert. Auch das oströmische Reich wurde von ihm zertrümmert. Jahrhunderte war fast ganz Spanien moslemisch besetzt, wo sich das Christentum oft nur noch in abgelegenen Seitentälern manifestieren konnte. Süditalien war lange ein einziger Sklavenmarkt für moslemische Jäger. Und die moslemisch-türkische Expansion hat gleich zweimal Wien erreicht (und riesige Landstriche südlich der Stadt verwüstet).

Lediglich in den letzten drei Jahrhunderten war der Islam auf dem Rückzug. Das Christentum hat in Europa an der Seite des Volks die Oberhand behalten. Und je stärker es an dessen Seite gegen die jeweiligen Herrscher gestanden ist, umso stärker ist bis heute der Glaube dieses Volkes, was man von Polen bis Kroatien gut nachweisen kann.

Jetzt ist der Islam wieder im Vormarsch.

Weiterlesen auf andreas-unterberger.at

Sven von Storch

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