Europa vs. Google_ eine dumme Kriegserklärung

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Europa vs. Google_ eine dumme Kriegserklärung
Datum: 19.05.2015, 09:41

 

Mit allen rechtlichen Mitteln kämpfen neuerdings europäische Unternehmen und nun auch die EU-Kommission gegen Google und andere Internet-, Handy-, PC- und sonstige Elektronik-Konzerne. Mit allen rechtlichen Mitteln, aber leider nicht mit wirtschaftlichen, nicht mit der Entwicklung besserer Produkte, als es die amerikanischen sind.

Europa hat in den letzten zwei, drei Jahrzehnten die elektronische Revolution total verschlafen. Amerika und Ostasien triumphieren bei Geräten, und noch mehr dort, wo einzig und allein Gehirnschmalz entscheidet. Bei der Entwicklung von Apps, bei „sozialen“ Netzwerken, bei Suchmaschinen, bei Handys. Überall.

Es ist heute in diesen Bereichen kein einziges relevantes Unternehmen aus Europa auf dem Markt, obwohl sich Europa gehirnmäßig so elitär dünkt. Es dominieren zur Gänze amerikanische, aber auch südkoreanische, taiwanesische, chinesische Unternehmen, die es vor wenigen Jahren noch gar nicht gegeben hat, oder die winzig und unbedeutend waren. Der einzige, eine Zeitlang mitspielende europäische Player, Nokia, ist heute unbedeutend – und von Amerikanern aufgekauft. Und SAP verlagert sich selbst zunehmend in die USA.

Die restlichen europäischen Unternehmen in diesem Bereich spielen bestenfalls in der dritten Liga mit. Europa scheint beim Automobil steckengeblieben zu sein.

Warum nur? Was sind die Ursachen? Vieles.

     

  • Europa ist satt;
  • es ist total überreguliert (durch EU wie Staaten);
  • junge Menschen, die wie viele Amerikaner in der eigenen Garage an tollen Zukunftsprodukten basteln wollen, werden von hohen Steuern und Sozialversicherungsabgaben, vom endlosen Schreiben von Förderungsansuchen an ignorante Fonds, von zahllosen Vorschriften, Mindestkapitalsteuern selbst bei Gewinnlosigkeit, Gewerbeinspektoren, Umweltvorschriften usw. so zermürbt, dass sie wieder aufgeben;
  •  im Konkurs zu scheitern stigmatisiert in Europa, während es in den USA Ansporn ist, es beim nächsten Mal besser zu machen;
  • Europas Universitäten verschwenden viel zu viel Geld für joblose Disziplinen und Skurriltheorien wie Genderismus;
  • die Entwicklung von jungen Start-ups aus einer Uni heraus war lange als widerlicher neoliberaler Kapitalismus total tabu.
  •  

Nach Jahren des Brütens hat jetzt die EU-Kommission eine Strategie für einen digitalen Binnenmarkt präsentiert. Diese Strategie wird aber mit Sicherheit nichts bewirken. Wirtschaftliche Dynamik kann nie von oben angeordnet, sondern nur ermöglicht werden. Entscheidend für den amerikanischen und asiatischen Elektronik-Erfolg sind auch nicht die oft angeprangerten Strategien der Steuerschonung; solche wenden auch europäische Unternehmen an. Die EU-Strategie konzentriert sich schon wieder viel zu sehr auf hemmende rechtliche Aspekte wie Verbraucherschutz. Europa begreift offensichtlich immer noch nicht, dass wirtschaftliche Dynamik nicht durch ein Mehr an Obrigkeits-Aktivität entsteht, sondern nur durch ein Weniger. Weniger Steuern, weniger Vorschriften.

Weiterlesen auf andreas-unterberger.at

Sven von Storch

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