Die schlichte Heinisch lässt sicherheitshalber nichts mehr testen

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Die schlichte Heinisch lässt sicherheitshalber nichts mehr testen
Datum: 13.03.2014, 11:46

 

Kulturminister Ostermayer hat mit der fristlosen Entlassung des Burgtheaterchefs den richtigen Schritt gesetzt. Ein Burgtheaterdirektor, der nicht weiß, was in seinem Haus alles passiert, ist zu entfernen. Im Unterrichtsministerium hingegen – also genau in jenem Ministerium, das jahrelang dem Treiben an der Burg tatenlos zugesehen hat, – ist die totale Verunsicherung ausgebrochen. Es hat sämtliche Leistungstests bis Jahresende ausgesetzt. Es gibt dafür jedoch überhaupt keinen Grund. Besonders dümmlich ist die Begründung von Frau Heinisch für diesen Teststopp.

Sie sagte nämlich: "Ich kann keine Testungen durchführen lassen, solange keine Datensicherheit beim Bifie gewährleistet ist." Mit diesem Satz zeigt Heinisch, dass sie Opfer der eigenen Propaganda geworden ist. Denn absolute Datensicherheit gibt es nirgendwo. Das glauben nur die hauptprofessionellen Datenschützer, die jeden zweiten Tag in irgendeinem Medium auftreten. Daten im Internet sind letztlich immer knackbar.

Wer alleine die vielen Informationen über die Methoden der amerikanischen Geheimdienste verfolgt hat, weiß das. Die der russischen Dienste sind übrigens noch viel schlimmer. Nur haben die keinen Überläufer, der die eigenen Tricks verrät. Moskau macht beispielsweise derzeit via Youtube ständig aller Welt vermeintlich vertrauliche Bemerkungen westlicher Politiker kund. Zum Unterschied von den Amerikaner gibt es nur bei den Russen keinerlei parlamentarische oder gerichtliche Kontrolle der Kontrollore. Dort machen Putins Schergen wirklich, was sie wollen. Im Internet genauso wie in der Krim.

Zurück nach Österreich. Hier ist nur eines gefährlich, aber das sehr, auch wenn erstaunlicherweise niemand davon redet: Im Unterrichtsministerium werden nämlich ganz unabhängig von den nun stornierten Tests von jedem einzelnen Schüler sämtliche Daten bis hin zu Telefonnummern elektronisch gehortet. Damit jetzt fortzufahren ist in der Tat ein Verbrechen.

Wenn jetzt die schlichte Frau Heinisch-Hosek mit dieser Datensammlung fortfährt, jedoch sämtliche Leistungstests absagt, dann schüttet sie mehr als das sprichwörtliche Kind mit dem Bad aus. Dann vergisst sie, dass auch schon vor der EDV immer wieder geheimes Wissen an Unberechtigte gedrungen ist. Dann macht sie aus einer Mücke einen Elefanten; denn außer den Mail-Adressen der Lehrer ist nichts auf den rumänischen Servern gestanden, was individuell zu Schaden gereichen könnte. Dann sind ihr vor allem die Schüler völlig wurscht; denn sie begreift nicht, dass sie die große Zahl ehrlicher Schüler nicht einfach unter den Teppich kehren kann.

Natürlich muss man wie seit Generationen eine Matura notfalls wiederholen, wenn die Schüler schon vorher die Fragen in die Hand bekommen sollten (egal, ob das durch ein Datenleak oder auf ganz herkömmliche Weise passiert ist). Und wenn es auffliegt. Aber sonst haben die Schüler einen Anspruch auf die angekündigten Prüfungen und Überprüfungen. Das sehen auch die Schülervertreter so (auch wenn der SPÖ-hörige ORF plötzlich behauptet, Schüler und Lehrer wären froh, wenn das Testen aufhört).

Der wirkliche Skandal ist aber, dass das Ministerium wie selbstverständlich auch weiterhin gewillt ist, Wissen als Geheimwissen zu horten und nicht den eigentlich zahlenden Wählern preiszugeben. Wissen über die Qualität einer Schule, Wissen über die Qualität eines Schultyps. Für diese Geheimhaltung gibt es überhaupt keinen Grund – außer den, parteipolitische Unsinnigkeiten zu tarnen.

Weiterlesen auf andreas-unterberger.at

 

Sven von Storch

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