Conchita Wurst, die Bank Austria und die Wiener SPÖ
Conchita Wurst, die Bank Austria und die Wiener SPÖ
Datum: 09.01.2015, 14:38
Verblüffend schnell sind die Conchita-Wurst-Plakate aus vielen Filialen der Bank Austria wieder verschwunden. Was mag da nur die Ursache sein? Offiziell wird dazu ja geschwiegen.
Die Antwort ist dennoch nicht schwer: Die Mitarbeiter vieler Bankfilialen waren nicht nur selber degoutiert von der Werbelinie. Sie waren es auch satt, sich ständig vor angewiderten Kunden rechtfertigen oder deren Briefe beantworten zu müssen. Eine Reihe von Bank-Austria-Kunden hat, wie sie mir schrieben, auch ihr Konto bei der Bank in der Zwischenzeit ganz aufgelöst.
Auch wenn Banken heutzutage – aus ganz anderen Gründen – nicht mehr sonderlich auf Kunden und deren Einlagen erpicht sind, hat der Bürgerprotest damit ganz offensichtlich Wirkung erzielt. Denn mittlerweile findet man auch auf der Homepage der Bank Austria nirgendwo mehr einen Hinweis auf den Transvestiten mit Bart. Statt dessen hängen dort ganz unverbindlich Christbaumkugeln.
Das ist eindrucksvoll und gut. Eine Bank hat einen Fehler begangen und diesen korrigiert. Es zeigt sich wieder einmal, dass Bürgerprotest durchaus einen Sinn hat. Da können die Österreicher übrigens durchaus auf etlichen anderen Feldern noch nachlegen (siehe etwa die totale Erschütterung der deutschen Politik durch die Pegida-Demonstrationen . . .).
Vielleicht denkt man in der Bank-Austria-Führung auch darüber nach, ob es sehr sinnvoll ist, dass in der Marketing-Abteilung noch immer die gleichen Herren das Kommando haben, die dort schon zum Schaden der Bank da waren, als diese noch eine direkte Außenstelle der Wiener SPÖ war. Denn die oft zitierte Toleranz zeigt eine Bank nicht dadurch, dass einige Bankfunktionäre den Kunden ihre Ideologie diktieren, und dass sie diese im Gleichschritt mit der Partei umerziehen wollen, sondern indem sie eben auf den Geschmack und Willen dieser Kunden Rücksicht nimmt. Vor allem dann, wenn die Bank eigentlich alles tun will, um nicht mehr als Erbin der roten Zentralsparkasse, sondern der bürgerlich-unabhängigen Creditanstalt zu gelten (nachdem Rathaus und Betriebsrat schon grob fahrlässig das ganze Eigentum an der Bank verjuxt haben).
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