Vom langsamen Untergang des Systemjournalismus

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Vom langsamen Untergang des Systemjournalismus
Datum: 23.07.2010, 14:56

 

Immer häufiger mache ich die Erfahrung, dass die Leser-Kommentare zu den Online-Artikeln der Mainstream-Zeitungen viel lesenswerter sind als die Artikel selbst (zu den Mainstream-Zeitungen zähle ich u.a. SPIEGEL, ZEIT, FAZ, FR, TAZ, FOCUS, WELT). Ich habe darauf hier auf FreieWelt.net bereits hingewiesen:

 

www.freiewelt.net/blog-1994/quoten.html

 

Nicht nur, dass im Kommentarbereich offener, freier und somit tabuloser diskutiert wird, womit dort viele unangenehme Wahrheiten ausgesprochen werden, die man im Artikel nicht findet. Nicht nur, dass dort die „Stimme des Volkes“ zur Sprache kommt, womit man über die in der Gesellschaft herrschende Meinungen besser informiert wird. Auch die Argumentation ist dort differenzierter, vielfältiger und in vielen Fällen kompetenter als im Artikel selbst.

Allzu schade, dass die Kommentarbereiche geschlossen werden, wenn die Diskussion brenzlig wird. Dass noch relativ viele Menschen die Online-Ausgaben der Mainstream-Zeitungen lesen, ist meines Erachtens in hohem Maße auf das Vorhandensein der Kommentarbereiche und den dort stattfindenden Meinungsaustausch zurückzuführen.

Ich überlege daher, ob ich in Zukunft bei der Lektüre von Online-Ausgaben der Mainstream-Zeitungen die meisten Artikel einfach übergehe und mich gleich den Leser-Kommentaren zuwende.

Sven von Storch

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