Siemens-Aktionäre gegen Frauenquote
Siemens-Aktionäre gegen Frauenquote
Datum: 25.01.2012, 21:06
Nach Informationen von RP-Online stimmten 93 Prozent der Siemens-Aktionäre gegen die Einführung einer Frauenquote im Aufsichtsrat des Unternehmens. Eine Frauenquote in diesem Gremium haben die Belegschaftsaktionäre gefordert.
Für Markus Kienle von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger ist die Forderung nach einer Frauenquote „verfassungswidrig, da sie gegen das geschlechtsspezifische Diskriminierungsverbot verstoße“. Johannes Ries von der Fondsgesellschaft Apus Capital betont, dass es ihm „völlig egal“ ist, „ob Frauen, Männer, Inländer oder Ausländer im Aufsichtsrat säßen“. Von entscheidender Bedeutung ist für die Aktionäre die Dividente. Siemens-Chef Peter Löscher möchte die besten Kandidaten und Kandidatinnen in seinem Unternehmen beschäftigen.
Es ist ein gutes Zeichen, dass sich Aktionäre und wichtige Repräsentanten eines großen Unternehmens gegen die Frauenquote aussprechen. Sie verweisen auf die Verfassungswidrigkeit der Frauenquote, setzen auf individuelle Qualifikation der Bewerber anstatt auf deren Gruppenzugehörigkeit und stellen die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens in den Vordergund. Das steht im Widerspruch zu der „Berliner Erklärung“, in der Bundestagsabgeordnete und einige prominente Frauen für die Einführung der Frauenquote plädieren. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Wirtschaft dem Druck dieser Lobby nicht beugen wird und dass wenigstens einige der Unterzeichnerinnen der „Berliner Erklärung“ zur besseren Einsicht gelangen werden.
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