Moderner Kolonialismus mit Gender-Mainstreaming

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Moderner Kolonialismus mit Gender-Mainstreaming
Datum: 30.12.2014, 22:29

Milliardenschwere Regierungsprojekte verbreiten in der Dritten Welt Gender-Mainstreaming, anstatt sich mehr um die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser, Medikamenten, sanitären Anlagen usw. zu kümmern.

Benin gehört zu den ärmsten Ländern der Welt:

„Rund 61% der Bevölkerung in Benin haben Zugang zu Frischwasser, rund 70% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen. 42,4% der Bevölkerung können weder lesen noch schreiben, 37,4% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze und müssen entsprechend mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auskommen.“

Die von der Bundesregierung unterstützte Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) leistet in Benin Entwicklungshilfe. Dabei gehört die Implementierung von Gender-Mainstreaming zu den herausragenden Aufgaben von GIZ. Der Bildungswissenschaftler und einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Wissenschaftsblogger Michael Klein macht in zwei Beiträgen auf die Verschwendung von Steuergeldern durch die GIZ aufmerksam. Er hebt hervor:

„Beniner brauchen nicht Zugang zu Trinkwasser, keine sanitären Anlagen, keine Straßen, keinen Schutz vor Malaria, keine Schreib-/Lesekurse, nein: sie brauchen Gender Mainstreaming.

Zu wichtigen Aufgaben von GIZ gehören genauer:

„die Implementierung von Gender in allen Programmen und bei der Entwicklung neuer Formate für Weiterbildungen zu Genderkompetenz, Maskulinität, Gewalt und Konflikt ... die Förderung der innerbetrieblichen Gleichstellung in der GIZ und die Schulung von neuen Mitarbeiter/innen in den Bereichen Gender, Gleichstellung und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.“

Die GIZ ist ein Bundesunternehmen, in dem sich 2011 der Deutsche Entwicklungsdienst (DED), die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Internationale Weiterbildung und Entwicklung (InWEnt) zusammengeschlossen haben. Weitere Recherchen von Michael Klein haben ergeben, dass die GIZ ein Unternehmen mit einem Jahresetat von rund 2 Milliarden Euro ist. Die Auftraggeber sind hierbei das Bundesministerium für für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und sog. Deutsche öffentliche Auftraggeber (DÖA).

Von den BIZ-Projekten profitieren diejenigen, die den bürokratischen Aufwand betreiben, also diejenigen, die die Projekte konzipieren, durchführen und auswerten, z.B. die Gender-Gutachter, die eine Genderanalyse machen. Die Fertigstellung einer Genderanalyse ist „verpflichtend“, das bedeutet, dass ein Entwicklungsprojekt erst dann durchgeführt werden kann, wenn zu Beginn des Projekts eine Genderanalyse gemacht wurde.

Was noch auffällt ist der neokolonialistische und neoimperialistische Charakter dieser „Entwicklungshilfe“: Die Bundesregierung verbreitet in der Dritten Welt die westliche Ideologie des Gender-Mainstreamings, ohne dabei auf die Besonderheiten der jeweiligen Länder zu achten. Sie verbreitet eine Ideologie, die nicht mal im Westen von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert wird. Deshalb fragt Michael Klein abschließend, „mit welchem Recht Gender-Imperialismus betrieben wird, welcher Souverän Gender-Imperialismus jemals legitimiert oder in Auftrag gegeben hat und welche Entscheidung deutscher Steuerzahler der Verschwendung von Steuermilliarden für Gender-Unsinn zu Grunde liegt.“

Sven von Storch

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