Immer das Gleiche
Immer das Gleiche
Datum: 16.07.2010, 00:27
Täglich erscheinen in den Mainstream-Medien Beiträge, in denen Propaganda für die Frauenquote gemacht wird. In den Beiträgen werden immer die gleichen Parolen und Phrasen verwendet. Das erinnert mich sehr stark an die kommunistische Propaganda, denn ich bin in einer kommunistischen Diktatur aufgewachsen. Auch dort wurden in den Medien täglich dieselben Parolen und Phrasen bis zum Ermüden wiederholt.
Gestern sind in drei großen Zeitungen Beiträge zum Thema „Frauenquote“ erschienen. In dem ZEIT-Beitrag „Der harte Weg zur Ministerpräsidentin“ geht es zwar nicht direkt um die Frauenquote, aber man kann den Beitrag als eine „Vorbereitung“ auf dieses Thema lesen. Eine Doktorandin aus Göttingen schreibt: „Frauen stehen nach wie vor unter besonderer Beobachtung, Missgunst und Schelte bei Fehlern schlägt ihnen strenger entgegen. Gerade deshalb müssen sie Unzufriedenheit und Kritik frühzeitig in den eigenen Reihen erspüren, Offenheit und Kooperationsbereitschaft demonstrieren und Vertrauen schaffe. Männer in der Politik unterstützen sich gegenseitig in Seilschaften, die Ressourcen und Kompetenzen für den Machterwerb sind meist in ausschließlichen Männerbündnissen zusammengelegt.“
In dem FOCUS-Beitrag von Nadine Nöhmaier „Bosse sind selten weiblich“ lesen wir auch Phrasen, die wir auswendig kennen, weil sie täglich in den Medien wiederholt werden: „Chefpositionen sind nach wie vor fest in Männerhand, obwohl Frauen besser ausgebildet sind“, „Denn deutsche Frauen landen nach wie vor selten in Chefpositionen“, „Männer haben jede Führungsebene fest im Griff“.
Das Hauptargument lautet: „Dabei sind Managerinnen in der Regel besser ausgebildet als ihre männlichen Kollegen: In den Jahren 2001 bis 2008 haben sie bei Hochschulabschlüssen um sieben Prozentpunkte auf 67 Prozent zugelegt. Männliche Führungskräfte können zu 62 Prozent auf eine erfolgreiche Uni-Karriere zurückblicken.“
Zunächst stören hier die Verallgemeinerungen „die Männer“ und „die Frauen“. Bei Einstellungen sollte es um individuelle Qualifikationen von Bewerbern und nicht um ihre Gruppenzugehörigkeit gehen. Ferner sagt uns Frau Nöhmaier nicht, um welche Studiengänge es sich hier handelt. Auch der Zusammenhang zwischen den Hochschulabschlüssen und den für den Manager-Job erforderlichen Qualifikationen wird von ihr nicht erläutert. Schließlich ist die Welt voll von herausragenden Managern, die gar keinen Hochschulabschluss haben.
In der WELT sind gestern gleich drei Beiträge zum Thema „Frauenquote“ erschienen: „Kraft führt Geschlechterquote für Kabinett ein“, „Frauen haben zu wenig Macht in Unternehmen“ und „Wir brauchen eine gesetzliche Frauenquote“ (ein Interview mit Manuela Schwesig). Konzentrieren wir uns auf den letzten Beitrag.
Manuela Schwesig, der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden, fällt auch nichts Neues ein: „Berufstätige Frauen sind zwar heute so gut ausgebildet wie nie, und sie sind besser ausgebildet als Männer. Aber die meisten von ihnen kommen nicht in Führungspositionen an ...“, „Ein weiteres Hindernis ist die ´gläserne Decke`. Die Chefs, die meistens Männer sind, verteilen in ihren Netzwerken die Posten unter sich ...“.
Frau Schwesig gibt uns kein einziges konkretes Beispiel für ein Männer-Netzwerk, keine Namen, keine Firmen, keine Organisationen. Somit stellt ihre Äußerung eine sehr unfaire Unterstellung, eigentlich eine Beleidigung der Manager dar. Die Aussage, Frauen sind besser ausgebildet als Männer, wird von ihr nicht belegt.
Auf die Frage „Führt eine Quote dazu, dass nicht die Leistung, sondern das Geschlecht eines Bewerbers zählt?“ antwortet sie: „Sehen Sie, das ist eine typisch männliche Argumentation! Mit dieser Behauptung soll uns Frauen ein schlechtes Gewissen eingeredet werden. Aus den Erfahrungen in Norwegen nach der Einführung der Quote weiß man: Frauen, die dort in einem Aufsichtsrat sitzen, sind jünger und besser ausgebildet als ihre männlichen Kollegen. Frauen kümmern sich oft noch um die Familie und sind trotzdem besser. Wir Frauen sollten selbstbewusst genug sein, um die Quote zu fordern.“
Eine Argumentation kann richtig oder falsch, schlüssig oder unschlüssig sein, sie kann nicht männlich oder weiblich sein. Gerade die Frage nach individueller Leistung zeichnet sich dadurch aus, dass sie von der Gruppenzugehörigkeit, also auch vom Geschlecht, absieht. Mit der Behauptung, die Frage nach individueller Leistung, ist männlich, immunisiert sich Frau Schwesig gegen jegliche Kritik. Ihre Aussagen sind voll von Argumentationsfehlern, Vorurteilen gegenüber Männern, unzulässigen Verallgemeinerungen/Pauschalisierungen.
Ich habe den starken Eindruck, dass die Journalistinnen (und Journalisten) von ZEIT, SPIEGEL, FOCUS, WELT usw. unter einer Decke stecken und dass sie sich über die Berichterstattung zum Thema „Frauenquote“ untereinander absprechen. Ich möchte die Wette eingehen, dass in den nächsten Tagen der SPIEGEL zu diesem Thema in der gleichen Weise berichten wird. Dort werden wir wieder nachlesen können: „Wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen“, „Es gibt kaum Frauen in den Führungsetagen“, „Die Vorstandsetagen sind fest in Männerhand“, „Die Vorstandsetagen sind fest in Männerhand, obwohl Frauen besser ausgebildet sind“, „Frauen haben es in der Wirtschaft schwerer als Männer“, „Frauen müssen mehr leisten als Männer, um Karriere zu machen“, „Die Männer-Machtseilschaften behindern die Karrieren von Frauen“ usw.
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