Heinrich Böll und das N-Wort

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Heinrich Böll und das N-Wort
Datum: 20.05.2021, 17:05

Zufällig stieß ich auf ein Video, offensichtlich eine SWR-Produktion, in dem Ausschnitte aus Interviews mit dem Schriftsteller Heinrich Böll gezeigt werden.

Es ist allgemein bekannt, dass Böll ein kritisches, ja ablehnendes Verhältnis gegenüber dem Klerus als Institution, gegenüber dem institutionalisierten Katholizismus hatte. Er sagt aber ab Minute 12: 34 des Interviews Folgendes: „Ich brauche keinen organisierten Katholizismus. Der ist mir fremder als irgendeine Negersprache, die ich höre und nicht verstehe, ja!“

https://www.youtube.com/watch?v=ZhWXP-PTLHY

Habe ich das richtig gehört? Oder habe ich mich verhört?

Böll benutzt offensichtlich das N-Wort, äußert sich mit „irgendeine Negersprache“ sehr abschätzig über Afrikas Sprachwelt und ihren Reichtum. Und das als Schriftsteller!!! Er lächelt dann noch sarkastisch, besserwisserisch und voller Arroganz.

Ich kann nicht glauben, dass es Heinrich Böll ist, der diesen Satz ausspricht. Er, das „Gewissen der Nation“, der „gute Mensch von Köln“, der Humanist, der linke Katholik oder der katholische Linke, der geistige Vater der Grünen, die Galionsfigur der Grünen.

Die Grünen haben sogar ihre Stiftung nach ihm benannt. Doch hatte seine Äußerung, insofern sie den Grünen bekannt ist, irgendwelche Konsequenzen? Wird jetzt die Heinrich-Böll-Stiftung ihren Namen ändern?

Buch von Alexander Ulfig, Wege aus der Beliebigkeit, Baden-Baden 2016.  

Sven von Storch

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