Die aktuelle Inflationsrate liegt angeblich bei 1,2 Prozent. Außerdem haben wir Vollbeschäftigung, Deutschland geht es gut und morgen kommt der Osterhase. Das traurige daran ist, dass gestandene Journalisten diesen Quatsch ohne zu hinterfragen einfach übernehmen. Die Preise sind um mehr als nur 1,2% gestiegen! Unser Geld verliert schneller an Wert, wie wir denken, denn es gibt auch eine versteckte Inflation.
Wie die Inflationsrate durch kreative Berechnungsmethoden beschönigt wird, könnt ihr googeln. Damit möchte ich euch nicht langweilen. Viel wichtiger ist die versteckte Inflation; man könnte sie auch unsichtbare Inflation nennen. Angenommen es gäbe nur ein Produkt und es kostet 100€. Im nächsten Jahr kostet es 102€. Wie hoch wäre dann die Inflation? 2% – klar? Angenommen das Produkt kostet nun ein Jahr später noch immer 100€, wurde aber durch Lohnsklaven erstellt und hat eine mindere Qualität. Die Inflation wäre 0%. Diesen Effekt sieht man vor allem bei Lebensmitteln. Viele Produkte wurden in den letzten Jahren nicht nur deutlichteurer, sondern auch wesentlich schlechter. Der Qualitätsverlust hat den Geldverfall gebremst; auch zu lasten hart arbeitender Menschen, die Lohneinbußen hinnehmen müssen.
Pferdefleisch statt Rindfleisch, Analogkäse, Chemie und Gift im Essen, Skandale in Schlachthöfen und viele weitere Indizien sprechen dafür, dass die Qualität unserer Produkte schlechter geworden ist. Damit versteckt die Industrie extreme Preisanstiege. Auch wird die Wertschöpfungskette strukturell umgeleitet, denn wenn die Industrie bei moderaten Preisanstiegen Rekordsummen verdient, dann muss sie das über Kosteneinsparungen tun. Kosten kann man durch Qualitätsminderung und weniger Personal sparen. Beides erhöht die Margen; ähnlich wie es eine normale Inflation tun würde. Auch das ist eine Folge des Niedriglohnsektors. Bitte verzeiht mir den schlampigen Umgang mit der Vokabel “Inflation” in diesem Artikel. Gemeint sind Preissteigerungen bzw. Kaufkraftverlust. Dies sind nur Folgen von Inflation, werden aber umgangssprachlich als solche bezeichnet.
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Kommentare zum Artikel
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..nicht zu vergessen:
Die Kosten für die Altersabsicherung (z.B. in Form von Lebensversicherungen, Aktien, Immobilien, etc.) werden beim "Verbrauerpreisindex" überhaupt nicht berücksichtigt.
Konnte ich mir fürher mtl. 10 Siemens-Aktien zur Alters-Absicherung "leisten", kann ich für das gleiche Geld nur 1 kaufen (und über den "Inhalt") lässt sicht streiten.
Betrachtet man sich also die "Assetpreisinflation" wies man wohin das ganze Falschgeld gewandert ist. Fragt sich nur wann die Falsgeldkönige kasse machen.