Die Tagesschau und die Indoktrination

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1. Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie: Bei der Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk geht es vor allem darum ob zwangsweise, von jedem Haushalt erhobene Gebühren für ARD, ZDF und DLF gerechtfertigt sind. Die Befürworter argumentieren mit einer nur auf diese Weise möglichen unabhängigen Berichterstattung und seriöser Recherche, dabei aber ignorierend, daß die etablierten politischen Parteien die Rundfunkbeiräte kontrollieren. Die BBC erhebt auch Gebühren gegenüber ihren Konsumenten, aber man kann den Vertrag mit der BBC kündigen! Die Gegner der Rundfunkbeitrage können insgesamt auf eine Einseitigkeit der etablierten Medien wie ARD, ZDF, DLF, aber auch Spiegel, Zeit, Welt, FAZ … verweisen, wie dies für die Migrationsberichterstattung 2015 durch eine Studie für die Otto-Brenner Stiftung nachgewiesen wurde. Dabei war der Beitrag der Öffentlich-rechtlichen in besonderer Weise einseitig. In einer Examensarbeit an der Fernuniversität Hagen wurde eine systematische Untersuchung durchgeführt, und zwar zur Berichterstattung der 20-Uhr Tagesschau zur Brexit- Abstimmung 2016 in dem Zeitraum vom 14.6.- 29.6. 2016. Die Hauptausgabe der Tagesschau versammelt nach eigenen Angaben immer noch zwischen 9 und 10 Millionen Zuschauer vor dem Bildschirm, ist also in hohem Maße meinungsbildend. In der Examensarbeit wurde die Berichterstattung der Tagesschau zu diesem Thema in Anlehnung an die Anforderungen des Rundfunkstaatsvertrage hinsichtlich der Kriterien Vollständigkeit, Richtigkeit, Vielfalt, Ausgewogenheit und Neutralität analysiert. Die Ergebnisse der Arbeit sind ernüchternd. Zwar berichtete die Tagesschau an 15 von 16 Tagen des Untersuchungszeitraumes über das Brexit- Referendum. Vor der Abstimmung war es jedoch ein kleines Nebenthema. Dabei wurde der Mord an einer Labour-Abgeordneten in den Kontext des Brexit gebracht obwohl bis heute nicht klar ist, ob der Mord in Zusammenhang mit dem Referendum stand. Insgesamt wurde der Möglichkeit eines Erfolges der Brexit- Befürworter und der damit verbundenen Konsequenzen für die EU und für Deutschland in der Tagesschau vor der Abstimmung kein Platz eingeräumt. Ein für viele Zuschauer relevantes Thema wurde vor der Abstimmung vernachlässigt. In der Forschungsarbeit wurden die für die Abstimmung relevanten Inhalte in 54 Felder aufgeteilt. Die qualitative Auswertung nach Mayring zeigte, daß von den 54 Feldern 32 Felder in der Berichterstattung gänzlich fehlten. Über viele Aspekte wurde in der Tagesschau überhaupt nicht berichtet, die Berichterstattung war ausgesprochen lückenhaft. Und auch die Richtigkeit der berichteten Sachverhalte ist nicht gegeben. Beispielsweise wurde in der Tagesschau wörtlich behauptet: „Was da passiert ist ohne Präzedenz….“ Das ist strikt falsch, die Briten haben schon einmal, nämlich 1975 über den Verbleib in der EU (EG) abgestimmt, Grönland ebenso. Im gesamten Berichtszeitraum wird verschwiegen, daß Deutschland gegenüber Großbritannien (GB) ein Außenhandelsüberschuss von rund 50 Milliarden € jährlich aufweist, daß also ein Konsens mit GB für Deutschland besonders wichtig ist. Die Berichterstattung zur Pro-Brexit- Kampagne aber auch zur Remain-Kampagne ist sehr lückenhaft. Wörtlich wurde aus den vielen Argumenten in der Tagesschau: „Angst vor der Zuwanderung vs. wirtschaftlicher Niedergang.“ Besonders das zentrale Argument der Brexit- Kampagne, daß die EU-Kommission nicht abgewählt werden kann und daß GB die Kontrolle wieder zurückgewinnen sollte, wird umgemodelt zu einem impliziten Rassismus der Brexit-Befürworter. Der Ausgangspunkt für das Referendum wurde von Hanni Hüsch so eingeführt: „ Premierminister Cameron hat dem Land das Referendum eingebrockt.“ Ein Zwischenfazit der Examensarbeit formuliert: „Sie (die Berichterstattung der Tagesschau zum Brexit) entspricht damit nicht den Arbeitsregeln des Nachrichtenjournalismus, demzufolge genaue Angaben über den Vorgang gemacht werden müssen.“ Besonders gravierend ist der Verstoß in der Berichterstattung gegen Vielfalt und Ausgewogenheit. Von den auftretenden Akteuren gehörten 33 Personen der Remain- Fraktion und lediglich drei Personen der Brexit- Fraktion an, ein Verhältnis von 11:1. 67 Aussagen in der Tagesschau kamen aus der Gruppe der Brexit- Gegner, nur sieben aus der Gruppe der Befürworter. Die Schlussfolgerung ist: es gab in der Berichterstattung weder Vielfalt noch Ausgewogenheit. Auch das Kriterium der Neutralität wurde nicht eingehalten: Kommentare wurden zum einen nicht als solche gekennzeichnet, zum anderen wurde gegen das Gebot der Trennung von Nachricht und Meinung verstoßen. Zwei Kommentarbelege, die Voreingenommenheit und Parteilichkeit belegen im Folgenden: 1. Julie Kurz, London: „Die Frage, wann, wie und womöglich ob überhaupt GB aus der EU austreten wird, ist zwei Tage nach dem Ereignis unsicherer denn je. Die britische Politik, sie versinkt im Chaos.“ 2. Hanni Hüsch, London: „Das Land scheint aus den Fugen geraten und es kommt zur Unzeit, daß sich auch die Labour Partei über die EU- Frage zerlegt.“ Schon 2016 beginnt das Narrativ vom Brexit als Chaos, das bis heute in der Berichterstattung nicht nur der ARD zentral ist. Die Ergebnisse der Examensarbeit lassen sich so zusammenfassen: Die Berichterstattung der Tagesschau war weder richtig, noch umfassend oder perspektivenreich und auch nicht neutral. Oder, um es in der Sprache des Philosophen und Demokratietheoretikers, des Amerikaner John Dewey zu formulieren, die Brexit- Berichterstattung der Tagesschau erfüllte die Kriterien der Indoktrination. Damit ist die Tagessschau nicht mehr Referenzmedium der Nachrichtenberichterstattung. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeit wurde den verschiedenen Gremien der ARD zugesendet. Eine Reaktion erfolgte auch nach mehreren Wochen nicht. Von der Hochschule wurde die Examensarbeit mit der Note 1,3 bewertet.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Fritz der Witz

Der weithin gebräuchliche Begriff LÜGENPRESSE auch für die ARD, namentlich für die Tagesschau ist so oder so weit untertrieben.

Es handelt sich bei den dort verantwortlichen Leitungs-GESTALTEN zweifelsohne um eine hochgradig demokratie- und verfassungsfeindliche, kriminelle Vereinigung.

Bei dieser Betrachtung sollte man auch die teils finsteren und zwielichtigen FIGUREN im Rundfunkrat im Blick haben.

In einem Rechtsstaat säßen alle längst hinter Schloß und Riegel.

Gravatar: Manni 1

DDR 2.0

Gravatar: Olaf Fröhlich

Ich finde, öffentlich rechtliches sagt schon alles. Ich verstehe in diesen Worten frei empfangbar, für den der es sehen möchte. Was nicht OK ist, das hier in Deutschland für dieses Fernsehen Zwangsgebühren verlangt werden. Wenn man auf Gebühren angewiesen ist, sollte man es verschlüsseln und der es nutzen möchte, kann es dann kaufen. Ich bekomme ja auch keinen zwangs- Handyvertrag, weil ich erreichbar sein muss. Ich finde auch, wer sich diese Gehirnwäsche hereinziehen möchte, soll das alleine bezahlen durch einen Vertrag.

Gravatar: Hartwig

@ karlheinz gampe 29.09.2019 - 12:26

Weil der Atheismus selbst eine Lüge ist.

Der Atheismus hat alle Werte durch noch schlechtere ersetzt, mit dem Willen des Bürgers.

Jetzt ist Brüssel (bzw. Paris und Berlin) der "Staat" der Lüge.

Macron soll eine Frau, die Notre-Dame geschändet hat, befördert haben und in seinen innersten Kreis aufgenommen haben. Sollte das stimmen, was sagt uns das? Taten lügen nie.

Wenn Menschen Achtung und Respekt für sich einfordern und man schweigt dazu. Was sagt uns das? Die heißen das gut.

Die linken Atheisten finden Untreue und Verrat gut.

Die Werte sind entscheidend. Wer Atheismus wählt, erntet Krieg und Gewalt. Logisch.

Gravatar: karlheinz gampe

Das wir im rotem CDU+ SPD System Merkel von den Staatsmedien belogen und betrogen werden, das müsste allmählich selbst dem Dümmsten klar sein. Generell spricht man inzwischen ja auch von Lügenmedien und Lügenpresse. Der Fisch stinkt vom Kopp her, denn die rote, kriminelle CDU Kanzlerin war im roten DDR Mörderstaat für Agitation und Propaganda zuständig, ist sie doch selbst sehr verlogen. DDR war der Staat der Lüge. Bsp. Niemand will eine Mauer bauen ! Schlimm ist, dass der Bürger heutzutage noch für die Kosten dieser Verlogenheit aufkommen muss. Warum werden verlogene,kriminelle Politiker, welche unser freiheitlichen Grundordnung schaden und zum Schaden der Bürger agieren eigentlich nicht angeklagt ?

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Die BBC erhebt auch Gebühren gegenüber ihren Konsumenten, aber man kann den Vertrag mit der BBC kündigen!“ ...

Ist dies in Deutschland etwa schon deshalb unmöglich, weil die im Moment noch durch die Steuerzahler zwangsfinanzierten – und scheinbar deshalb politisch diktierten - ÖR sonst ihre Arroganz ablegen müssten???
https://meedia.de/2017/08/22/natuerlich-haben-wir-mehr-geld-als-ihr-der-arrogante-liebesbrief-vom-deutschlandradio-an-die-faz/

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