Die Sowjetunion war das Russische Reich unter anderem Namen

Seit Jahren tobt ein Konflikt über zwei Namen: Über die »UdSSR« und »Russland« und darüber, ob die »UdSSR« russisch war oder nicht.

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Es gehört ohne Frage zu den einfachsten rhetorischen Übungen, einen Namen für etwas zu ändern, um den Eindruck zu schaffen, es hätte sich etwas geändert. Dabei ist es oftmals so, dass nur der Name ein anderer ist. So auch mit Russland, oder besser: Dem Russischen Reich. Zwischen 1917 und 1989 führte es lediglich einen anderen Namen. Der Inhalt war bis auf einen Punkt derselbe. Dabei war der Drang zur Umbenennung nicht neu.

Zuerst waren es die Bolschewiki, die sich nach der Revolution von 1917 von Russland absetzen wollten. Nach dem Sieg im fünfjährigen Bürgerkrieg nannten die Sieger ihr angeblich neu erstandenes staatliches Gebilde ›Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken‹. Sie verstanden sich als sozialistisch und hatten, nimmt man die Worte, mit dem Vorgängerstaat so wenig zu tun, wie, sagen wir, die Bundesrepublik Deutschland mit dem 1945 besiegten Deutschen Reich – zumindest ideologisch.

Schon bald zeigten sich aber frappierende Ähnlichkeiten mit dem vormaligen zaristischen Russischen Reich. Es war alles nur etwas größer: Ein größerer bürokratischer Apparat, ein größerer Verbrecher als Staatsoberhaupt, ein größeres Lagersystem für die politischen Gegner, größere Berge von Leichen. Und wäre der Sieg im Zweiten Weltkrieg nicht gewesen – die UdSSR wäre zum letzten Abschnitt der Geschichte des Russischen Reiches geworden und hätte das Schicksal anderer Reiche geteilt. So aber hielt das Gebilde und lieferte sich einen Kalten Krieg mit den Vereinigten Staaten – den es schließlich 1989 verlor.

Die immer wieder verleugneten Verbrechen im sozialistischen Idealstaat Sowjetunion wurden nun endgültig öffentlich und die Linke stand vor dem Scherbenhaufen ihrer Träume, die für andere Albträume waren. Als Ausweg besann sie, die Linke, sich auf einen einfachen Trick: Sie erklärte, die UdSSR sei von irgendeinem Zeitpunkt an nicht mehr sozialistisch gewesen. Dieser Zeitpunkt wandert immer weiter zurück durch die Geschichte. Sukzessive wurden Stalin und dann Lenin ausgegrenzt. Bis am Ende der reine Sozialismus unbefleckt wiedererstand.

Mit dem gleichen Zaubertrick versuchen es heute die Putin-Versteher und Anhänger Russlands. Sie erklären postwendend, die Sowjetunion sei nicht Russland gewesen, also hätte das heutige und 1991 geschaffene Russland bzw. die Russische Föderation mit den Verbrechen der sowjetischen Herrschaft nichts zu schaffen. 1991 sei eben ein völlig neuer Staat entstanden, der für seinen Vorgänger keine Verantwortung trage und jeder, der russisch schreibt, wo auch sowjetisch stehen könnte, begeht Geschichtsklitterung. Die UdSSR sei eben nicht Russland gewesen.

Das ist falsch. Beide Staatsgebilde sind sich in vielerlei ähnlich. Sie werden aus der gleichen Hauptstadt regiert. Selbst die Regierungen haben ihren Sitz im gleichen Regierungspalast. Und das Auftreten ihrer Regierungsvertreter ähnelt gefährlich dem Auftreten der Despoten aus dem sozialistischen Reich. Und wenn russische Politiker heute behaupten, Russland sei eine Weltmacht, dann beziehen sie sich auf die ehemalige Größe der UdSSR. Nicht zufällig nannte Präsident Putin das Ende der Sowjetunion die »größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts«. Oder glaubt wirklich jemand, Putin trauere dem Sozialismus hinterher? – Nein, Putin bedauert den Niedergang einer wirklichen oder vermeintlichen russischen Größe.

Die UdSSR war immer das Russische Reich – ausdrücklich Russisches Reich, nicht Russland. Die anderen Sowjetrepubliken wurden erobert oder schlossen sich an. Es war ein Reich wie Habsburg, Spanien, Großbritannien oder Byzanz, so wie Rom, China oder Persien. Die Liste ist lang. Oder besser: Die Liste war lang. Als die UdSSR sich auflöste, war auch das Russische Reich zerfallen. Denn UdSSR und Russisches Reich sind ein und dasselbe.

Geändert hatte sich nur, was der amerikanisch-deutsche Politologe Eric Voegelin als »existentielle Wahrheit« eines Staates oder Reiches bezeichnet. In der UdSSR war es die Idee des Sozialismus, mit der die Kreml-Herren die Welt zu überziehen gedachten. Im Russischen Reich war es im weitesten Sinne die Herrschaft der russischen Kultur. Also irgendeine Art russisches Wesen, an dem die Welt genesen sollte.

In den heutigen westlichen Reichen ist es die Idee der Demokratie und des Individualismus. Ich sage das, weil oft behauptet wurde, die Zeit der Reiche sei endgültig vorüber. Wer das sagt, hat gerade die EU und die Hinterlist des Angebots eines Beitritt der Ukraine nicht wirklich verstanden. Aber das ist ein anderes Thema.

Die UdSSR war die Fortsetzung des Russischen Reichs von vor 1917. Dass Stalin Georgier war ändert daran so wenig, wie Hitlers staatsbürgerliche Herkunft aus dem Deutschen Reich einen Teil der Donaumonarchie gemacht haben würde. Durch diesen Hinterausgang entzogen sich die Österreicher ihrer Verantwortung für die Verbrechen im Namen Deutschlands. Die heutige Russische Föderation, die ja auf die Rückgewinnung eben jener Gebiete zielt, die einmal die UdSSR ausgemacht haben, heißt nicht zufällig Russische Föderation. Und ganz sicher plant Putin nicht, das Russisch aus dem Namen zu streichen. Er will nur den Machtbereich Russlands rekonstruieren.

Es ist also genauso korrekt, statt vom Deutsch-Sowjetischen, vom Deutsch-Russischen Krieg zu sprechen, wenn der Krieg gemeint ist, der am 22.Juni 1941 begann. Es ist korrekt, von der russischen Besetzung Ost- und Mitteleuropas zu sprechen, die mit dem Zweiten Weltkrieg begann. Es ist korrekt, davon zu sprechen, dass russische Truppen die Aufstände 1953, 1956 und 1968 niederschlugen. Und es ist auch korrekt, vom Holodomor als Völkermord der Russen an den Ukrainern zu sprechen – wohl wissend, dass viele Russen den aus der Ukraine nach Russland geflüchteten Bauern halfen, indem sie ihnen Essen gaben oder Verstecke. Diese Art der Verallgemeinerung werden nur soziologische Volltrottel in links-grüner Manier Russenhass nennen. Aber der Weg vom Troll zum Trottel ist bekanntlich nicht weit.

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist damit nichts weiter als ein Versuch, das Rad der Geschichte zurückzudrehen auf die Zeit, als das Russische Reich unter dem Etikett UdSSR Weltmacht genannt worden ist. Dank der Atomwaffen mag da was dran sein. In allen anderen Punkten entspricht es bei einem Land, das mit 140 Millionen Einwohnern das Bruttosozialprodukt des Bundesstaates New York erreicht, eher den feuchten Träumen von Despoten, die denken, viel Land macht viel. Russland ist keine Weltmacht und auch das Russische Reich war niemals eins. Sonst wäre es augenblicklich nicht auf Rot-China angewiesen. Das viele Land sorgt bloß dafür, das sich jeder Versuch einer Eroberung bisher in den Weiten des Landes zu Tode verlief.

Doch nur weil das Russische Reich alias UdSSR alias Russische Föderation eine Mittelmacht ist, ist sie für ihre Nachbarn nicht weniger bedrohlich. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Weil Russland bis heute an der Niederlage von 1989 leidet, ist es so gefährlich; vergleichbar mit dem Deutschen Reich nach 1919. Der Angriff gegen die Ukraine, der sich jetzt durch den vierten Monat quält, wird nicht der letzte sein. Nach einer wahrscheinlichen Pause, falls es Moskau überhaupt gelingt, die beiden Donbas-Provinzen zu erobern, wird ein weiterer Angriff erfolgen. Denn es gibt zwar viele Beispiel für Reiche, die nach nicht tödlichen Niederlagen erneut zu den Waffen griffen – aber nur wenige, in denen ein gescheitertes Reich ohne eine abschließende Niederlage zur Vernunft kam.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Freiherr von

Mein Urgroßvater war als Schwabe und Tier Arzt am Irtysch in Nowosibirsk Pferde Züchter und geadelter Offizier des Zaren.
Ein zufriedenes Land bis zum Überfall der Rotarmisten.

Gravatar: Cantacuzene

Hallo nochmal, Herr Hebold! Also, auf einen kurzen Nenner gebracht: Ich glaube, Sie schätzen das aktuelle Rußland und seinen Präsidenten falsch ein. Zum einen hat Russlands Präsident Dutzende Reden, zuletzt vor wenigen Tagen, gegen das gehalten, was Sie zu Recht die pervertierte Entwicklung des Westens nennen. Nur wird das im sog. Westen entweder gar nicht oder völlig entstellt berichtet. Zum anderen sähe Rußlands Politik, wenn sie tatsächlich einem Imperialismus verpflichtet wäre, ganz anders aus. Dann wären das Baltikum, Kasachstan, Georgien etc. längst nicht mehr als unabhängige Staaten existent. Putin selbst hat immer wieder seine Kritik an der UdSSR im allgemeinen, an W.I.Lenin im besonderen geäußert. Die Opfer des Sowjetkommunismus wurden und werden von ihm stets gewürdigt. Die Gleichung Zarenreich = UdSSR = Putin stimmt also bei genauerer Betrachtung irgendwie hinten und vorne nicht. Am ehesten können Sie Putin vielleicht mit zaristischen Reformpolitikern des frühen 20. Jahrhunderts wie Witte oder Stolypin vergleichen. Zu der von Putin benannten geopolitische Katastrophe des Zerfalls der UdSSR meine ich, daß der Zusammenbruch des Warschauer Paktes unabwendbar und für Europa ein Segen war, von der Auflösung des Vielvölkerstaates UdSSR bei Beibehaltung sowjetischer Binnengrenzen kann man man das nur bedingt sagen.

Gravatar: Wolfgang Hebold

Werter Cantacuzene,

Ihrer Gleichsetzung von Bolschewismus und Genderismus und Klimawahn kann ich ohne Frage was abgewinnen. Alle drei sind der menschlichen Hybris verfallen: Die Natur des Menschen und die Welt sollen dem menschlichen Willen unterworfen werden. Und würde Putin tatsächlich gegen diese pervertierte Entwicklung des Westens stehen und nicht für russischen Imperialismus, dann könnte man der Entwicklung in Moskau viel positives abgewinnen. Aber so ist sie einfach das noch größere Übel.

Das alles ändert aber nichts daran, dass Putin selber auch die Sowjetunion als Russisches Reich versteht - anders macht seine Rede von der größten geopolitischen Katastrophe keinen Sinn.

Grüße,

Wolfgang Hebold

Gravatar: Croata

Yugoslavien war so 1 neutrales Staat.
Tito hat dem Stalin dann "NEIN"gesagt und der Westen war dann für Tito auch so 'ne Art - Propaganda für sich.....
Dafür müsste YU eine starke Armee bauen und haben.Ohne Armee = kein Neutralität.

Wir konnten uns frei bewegen YU Pass war damals "stark". ( Ost + West+ der Rest der Welt, kein Problem - nur dürften die pol."Feinde" einfach nicht legal raus aus der Land )
Die Menschen (also Hochgebild.) haben dann als Ingieneure in Lybien, Russland, Irak gearbeitet... Oder im Westen.

Was war dann falsch?

Definitiv der Kommunismus.
Obwohl sozial.deklariert galt YU als ein kommunis.Staat der die Feinde umgebracht / oder auf die Insel geschickt hat.
-der Staat konnte enteignen.
-die Homosex. ( nur Männer , aber !) = 2 Jahre haft - also keine pers.Freiheiten.
-Religion unerwünscht.
-Parteibuch erförderlich.
-Man könnte sich persön. und geschäft.nicht weiter entwickeln - "da alle gleich" Logik.
-"Hygiene"Staat ( alle geimpft , auch unnötig)
-Denunzianten.
-später die Inflation.
-Es gab Unterschiede zwischen Republiken. (manche reicher/ ärmer).
- Kommun.Geist in der Schule ( Pioniere und Jugend)
- sehr brutale UDBA ( Geheimdienst / Pol.)
-viele haben mit dem Leben bezahlt.

Mit der Jahren waren die Beziehungen zu Russland bisschen besser ( ab 1965+ )
Der Westen war "böse" da Kapitalismus.
Sprachen:
-Russ ersetzte deutsch in Schule.
-Engl + franz.kein Problem

Ab 1980. gab wieder deutsch.....

Gravatar: Croata

Eine Kollegin von meiner Mutter hat in Moskva als Architekt gearbeitet ( also hat dort ziemlich gut verdient ), hat dann Mitte '80 angerufen und meiner Mutter gesagt das die dort im Supermarkt momentan NIX mehr findet ( kein Caffe, kein Klopapier, keine Bananen.....) NIX !
Hat mich so beeindruckt damals.....
- Brauchst du Geld? hat meine Mutter gefragt.
-Wir haben NIX, ( trotz Geld ).

Gravatar: Cantacuzene

Herr Hebold, lesen Sie doch einmal bei Solschenizyn nach, wie "russisch" die UdSSR war! Die UdSSR war vor allem eins: bolschewistisch. Der selbe Bolschewismus, der jetzt im Mantel von Klima- und Genderwahn den Westen beherrscht. Das ist auch der Grund, warum das heutige Rußland den westlichen Weg ablehnt: Die Russen wollen nicht noch einmal unter ein bolschewistisches Lügenregime.

Gravatar: Thomas

Achso Herr Hebold und vergessen sie nicht den
Mongolensturm ,wo nach ihrer eigenartigen Auffassung,
das heutige China , gleich zu setzen ist mit dem
Reich von Dschingis Khan und seinen Nachfolgern.
Das Reich, der Apachen und Sioux Blackfoot ,
gibt es aber nicht mehr, das wurde von ihren angelsächsischen Mordbrennern niedergemetzelt.

Gravatar: Tom aus Sachsen

Dank der elenden Russlandhetze dreht Moskau langsam aber sicher den Gashahn zu. Vielleicht sollten wir mal damit anfangen uns persönlich bei den Verantwortlichen dafür zu bedanken.

Gravatar: Jüppchen

Werter Herr Hebold,
so kann man sich die Geschichte auch zurechtkonstruieren. Ein bißchen Wahrheit, ein paar schiefe Vergleiche - und Schuld ist Rußland.
Das Zarenreich hatte nicht als Ziel die Weltherrschaft so wie die Sowjetunion, die Führungsschicht war im Wesentlichen der ( Hoch)adel , durchaus nicht nur der russische, in der Sowjetunion war es die Partei, letztlich das Politbüro, auch nicht nur mit Russen besetzt, an der Ausführung der Politik waren mehr oder weniger alle beteiligt, zugegeben in beiden Fällen nicht immer freiwillig, aber auch nicht immer unfreiwillig. Und das heutige Rußland agiert in einer völlig anders funktionierenden Welt.
Den Vegleich mit den Rumänen in Stalingrad hätten Sie sich schenlen können, denn das ist so daneben, daß es Sie, bei allem Respekt, disqualifiziert!

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Nach einer wahrscheinlichen Pause, falls es Moskau überhaupt gelingt, die beiden Donbas-Provinzen zu erobern, wird ein weiterer Angriff erfolgen. Denn es gibt zwar viele Beispiel für Reiche, die nach nicht tödlichen Niederlagen erneut zu den Waffen griffen – aber nur wenige, in denen ein gescheitertes Reich ohne eine abschließende Niederlage zur Vernunft kam.“ ...

Lieber Herr Hebold, sind sie mit dem Beispiel USA einverstanden?

Könnte das nicht ´ein` Grund dafür sein, dass Ukrainer und Russen nun über Frieden verhandeln wollen?
https://www.krone.at/2638999

Weil sich die Nato sonst von der Ukraine abwendet?
https://www.heise.de/tp/features/Wendet-sich-die-Nato-von-der-Ukraine-ab-7140580.html

Sitzt dieses Selenskyj nun nicht aber in einer schon ´obergrauslichen` Zwickmühle, da ihn die Ukrainer(?) stürzen, wenn er einen schnellen Frieden will?
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/warum-die-ukrainer-selenskyi-stuerzen-wuerden-wenn-er-einen-schnellen-frieden-schliesst-li.237436

Weil es schlecht um die EU steht und ein Beitritt auch deshalb noch in weiter Ferne liegt?

So schrieb „Aktakul“ am 18. Juni 2022 um 14:30 Uhr auch aus meiner Sicht absolut treffend:

„Über den Niedergang der EU kann man sich auch wirklich als Europäer nur freuen. Erstens weil sie keine europäische Struktur sind (auf – oktroiert von den USA), zweitens weil sie eine zutiefst undemokratische Struktur hat und deshalb drittens eine „EU-Kommission mit lupenrein diktatorischer Macht hat.
Wir (bzw die USA) haben in Europa eine lupenreine Diktatur installiert und nennen sie „Demokratie“. Das Problem mit Propaganda ist, viele haben nach einer gewissen Zeit vergessen, dass es mal Propaganda war und glauben es tatsächlich. Das ist wie bei F. Nietsche mit dem Abgrund („wenn du zu lange in den Abgrund blickst, blickt er zurück“ sinngemäß).“
https://www.anti-spiegel.ru/2022/putins-abrechnung-mit-dem-westen-der-wirtschaftliche-blitzkrieg-ist-gescheitert/

Gravatar: Unmensch

Naja. Territorium und Volk oder Völker sind das eine, die Herrschaftsform das andere. Der Westen zum Beispiel ist beherrscht vom Betrug, deshalb der viele schöne Schein über der zunehmenden Substanzlosigkeit.

Gravatar: Wolfgang Hebold

Werter Jüppchen,

für die jetzige Lage gibt die Aussage, das heutige Russland ist die UdSSR unter anderem Namen, einiges her, weil die vergangenen 100 Jahre nicht einfach ausgeblendet werden können, wie es einige Putin-Versteher krampfhaft versuchen. Verbrechen wie Katyn oder der Holodomor gehen auf das Konto Moskaus also Russlands. Dass die Ukrainer bei einigem ungut mitgemischt haben, ist dann etwa so relevant, wie die Beteiligung der Rumänen an der Eroberung Stalingrads.

Grüße,

Wolfgang Hebold

Gravatar: Jüppchen

Danke für die Geschichtslektion. Allerdings muß man eben trotzdem sagen, an den Verbrechen des russischen Reiches/Sowjetunion waren alle darin lebenden Völker beteiligt - auch Ukrainer.Und sie waren mehr mit dem russischen Reich /Sowjetunion verbunden als anderer Es stimmt ebenso, daß Ukrainer sehr früh auch Widerstand geleistet haben, z.B. Batjko Machno, noch bevor die Bolschewisten sich durchgesetzt haben. Für die heutige Situation jedoch gibt das alles wenig her. Und auch Ihre geliebten Polen haben in ihrer Geschichte in der Ukraine übel gehaust. Die sogenannten "polnischen Ostgebiete", die die Polen ja vielfach noch reklamieren, waren von über doppelt so vielen Ukrainern bewohnt wie Polen. Dazu kamen dann noch ein paar weitere recht zahlreiche Völkerschaften. Wie gesagt: für die jetzige Lage gibt das nicht so viel her.

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