Die sogenannte „Krankenversicherung“

Auf die "Krankenversicherung" trifft all das unisono zu, was bei den allgemeinen Betrachtungen und bei der Erläuterung der sogenannten „Rentenversicherung“ gesagt wurde:

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Ein staatlich erzeugtes Monopol, das keine Konkurrenz kennt und einen freien Markt scheut, wie der Teufel das Weihwasser! Und ohne Steuermittel nicht lebensfähig ist!

Offiziell ausgewiesen Bundeszuschüsse: 16 Mrd. Euro pro Jahr.

Die Dunkelziffer auch hier weitaus größer: offiziell hat man bekanntgegeben, dass der Bundeszuschuss auf ca. 11 Mrd. Euro reduziert wird, was aber (Zitat von der offiziellen Website des Gesundheitsministeriums) „… nicht zu einer Kürzung der Zuweisungen des Gesundheitsfonds an die Krankenkassen (führen wird), da mit dem Haushaltsbegleit­gesetz 2013 zugleich ausreichende Finanzmittel aus der Liquiditätsreserve des Gesundheits­­fonds bereitgestellt werden. Zudem sieht das geltende Recht vor, dass der Bund ab dem Jahr 2015 Zahlungen zur Finanzierung des Sozialausgleichs leistet, deren Höhe im Jahr 2014 gesetzlich festgelegt wird! (Zitat Ende)

Bei dieser Konstellation wird am Ende überhaupt nicht mehr erkennbar sein, wer wie viel Geld aus welchem Fond an wen überweist! Was also Beitrags- und was Steuergelder sind! Klar: wer nicht aufklären kann oder will – der muss zumindest verwirren!

Das gilt aber jetzt alles nur für die „Staatlichen“ – vom Staat aus Gründen der weiteren Verwirrung „Gesetzliche“ genannt – nicht für die „Privaten“! Das zu dem unvermeidlichen erstes zu dem Einwand: ja, es gibt ja auch da noch immer die „Privaten“? Dem muss ich zustimmen: Ja – noch!

Aber von einem freien Markt kann hier überhaupt keine Rede sein. Mit Gesetzen und Bestimmungen regiert auch hier die Politik munter und ungeniert in das Geschäftsgebaren, in die Versicherungsbedingungen der privaten Krankenkassen hinein. Zuschüsse vom Staat bekommen die natürlich aber deshalb trotzdem nicht! Der Staat zahlt natürlich nur an die „Staatlichen“ – deshalb auch der Trick, nicht von staatlichen, sondern von gesetzlichen Krankenkassen zu sprechen. Wortklauberei natürlich – wie die „geflügelte Jahresendfigur“ in der DDR (gemeint war ein Weihnachtsengel), denn wer macht die Gesetze? Der Staat am Ende!

Massive Einflussnahme des Staates bei den Privaten mit derselben Begründung wie immer – wohl der einzigen – die der Staat hat: Ohne ihn würde es drunter und drüber gehen! Kämen die privat Versicherten unter die Räder? Sagt der Staat – nicht die Versicherten. Die wahre Stossrichtung aber zeigen immer wieder offizielle Äußerungen von staatlichen Politikern. Allen voran der leidenschaftliche Feind von allen „privatem“ in den Sozialversicherungen, Herrn Karl Lauterbach, der Mann mit der Fliege:

Er will die privaten Krankenkassen schlicht und ergreifend „weg haben“! Die Staatlichen sollen sie schlucken, (feindlich) übernehmen! Damit das staatliche Monopol hier, auch bitte sicher vor jeder privaten Konkurrenz verschont bliebe!

Man stelle sich vor: auf dem gesamten Versicherungssektor wäre durch Monopolbildung nur noch die Allianz und die Volksfürsorge übrig. Und ein deutscher Politiker – nennen wir ihn der Einfachheit halber Lauterbach – würde öffentlich dafür eintreten, die Volksfürsorge „abzuschaffen“, damit die Allianz ganz allein und von Konkurrenz unbehelligt, Produkte und Preise diktieren kann? Wäre das nicht ein ungeheuerlicher Skandal?

Was geht hier aber vor?

Die einzigen Krankenversicherungen, die diesen Namen überhaupt noch verdienen, die mit marktüblichen Konditionen ihre Kunden versichern, niemals staatliche Zuschüsse gebraucht haben, stets ihre Verpflichtungen aus den Versicherungsverträge eingehalten haben, den Ärzten – abseits von sozialistischen „Fallpauschalen“ - eine ehrliche Vergütung für alle erbrachten Leistungen bezahlt haben, trotz aller Behinderungen und Einflussnahme durch den Staat dennoch zahlungsfähig; gesund geblieben sind - eben genau diese Versicherungen sollen nun nach dem Willen des Staates liquidiert werden!

Von den Privaten ist hier die rede! Zu Gunsten von staatlichen Versicherungen, die ohne Bundeszuschüsse ebenso bankrott wären, wie die staatliche, sogenannte „Rentenversicherung“? Wieder einmal das genaue Gegenteil von dem, was ein freier Markt erzeugen würde: Die Verlierer des Wettbewerbes werden durch den Staat subventioniert - die Markt-Gewinner aber liquidiert!  Warum, um alle Welt aber können die Privaten so erfolgreich sein? Konnten allen staatlichen „Bemühungen“ zum Trotz bis heute überleben? Zum ersten einmal Dank des Staates selber: weil er eines der Grundprinzipien des freien Marktes von vorn herein ausgeschlossen hat. Die Wahlfreiheit des Kunden!

Denn nicht jeder, der das gern möchte, kann den Staatlichen den Rücken kehren und zu den Privaten wechseln! Das können nur Leute, die entweder überdurchschnittlich verdienen (aktuell € 4.500 pro Monat) oder aber selbstständig arbeiten. Dass Beamte – also alle durch den Staat auf Lebenszeit alimentierte – und Politiker sich ebenfalls privat versichern dürfen, gehört zu den vielen Treppenwitzen des real existierenden Sozialstaates.

Am Ende bleibt stehen: privat darf sich nur versichern, wer sich ein hohes Einkommen erworben hat, ein Selbstständiger ist oder von der Politik lebt. Ein illusterer Kreis von Besserverdienenden also, die in der Regel auch ein weitaus gesünderes, gefahrloseres Leben führen und ein höheres Gesundheitsbewusstsein haben, als der Rest der Bevölkerungen? „Gute Risiken“ nennt man das im Versicherungsdeutsch. Und damit kann natürlich eine Versicherung mit versicherungsmathematischer Beitragsberechnung viel günstiger versichern, als die „Staatlichen“ den Rest, der genau von diesem „Kreis der Eliten“ ausgeschlossen ist. Wobei Versicherungsmathematik bei den Staatlichen nicht gilt. Da gibt es kein Formular dafür! Wie bei der Rentenversicher­ung gibt es keinerlei Beitragskalkulation. Jeder zahlt 15,5 % vom brutto! Basta!

Eine schreiende Ungerechtigkeit – ohne Frage.

Aber eine, die genau von denselben Leute produziert worden ist, die sie jetzt als „soziale Schieflage“ anprangern, die dringends eines „sozialen Ausgleiches“ bedarf, um endlich die „soziale Gerechtigkeit“ herzustellen! Das soll aber – wohlgemerkt – nicht dadurch erfolgen, dass man endlich ALLEN die Wahlfreiheit zurückgibt, sich privat zu versichern, sondern indem man „Sozialneid“ auf die weckt, die drin sind.

Und darauf dringt, die gesunden auf Kosten der „kranken Kassen“ abzuschaffen! Der zweite Grund für den Erfolg der Privaten liegt eben in der schon erwähnten „versicherungsmathematischen Beitragsberechnung“! Jeder Versicherungsnehmer hat dort ein eigenes Beitragskonto, hat ständig die Transparenz, was er seiner Versicherung so kostet im Jahr. Wer anfängt Drogen zu nehmen, sich dem Alkohol zu ergeben, im Wochentakt nach Fußballspielen in der Kreisklasse Sportverletzungen auskuriert, seine Kinder nicht vom „Koma-Saufen“ abbringen kann, durch Fettleibigkeit pro Jahr sechs Wochen und mehr ausfällt oder gar nicht mehr arbeiten kann –

Wer also seine Gesundheit eher geringachtet und/oder bewusst gefährlich lebt – der merkt das sehr zeitnah an den Beiträgen für das nächste Jahr. Deswegen können private Krankenkassen auch getrost das Geld für teure „Antidrogen“-, „Antialkohol“-, „Antiraucher“- und „Ernähre-Dich-Gesund-Kampagnen“ sparen – ihre Versicherten können tun, was sie wollen – sie sind frei in ihren Entscheidungen. Sie müssen nur am Ende bereit und in der Lage sein, auch selbst den Preis für ihre ganz individuellen Hobbys zu bezahlen. Wie sich das für einen freien, selbstbestimmten und mündigen Bürger auch gehört!

Auf der anderen Seite machen private Krankenkassen Ihren Versicherten auch eine Menge Vorschläge, wie sie Geld (Beiträge) sparen können. Indem sie etwa kleine Bagatellbehandlungen selbst bezahlen und nicht mit den Rechnungen dafür zur Krankenkasse laufen. Indem sie planbare Behandlungen oder Operationen langfristiger angehen – sie womöglich aufs nächste (Geschäfts)Jahr verschieben. Oder ganz vermeiden?

Oder, indem sie freiwillig zu solchen Ärzten gehen, von denen ihre Krankenkasse weiß, dass die z.B. so weit es möglich ist, durch konventionelle Behandlung teure Diagnoseverfahren und Operationen unnötig machen. Oder natürlich schlicht und ergreifend dadurch, dass sie nicht wegen jedem Flohbiss zum Arzt gehen und/oder eine Facharzt konsultieren. Selten sind bei „Privat­versicherten“ die jahrelangen Dauer- und Endlosbehandlungen zu beobachten, die den „Staatlichen“ soviel Aufwand und Geld kosten.

Ein befreundeter Arzt hat es einmal so geschildert: Der Kassenpatient glaubt, mit dem „Durchziehen seiner Gesundheitskarte“ jegliche Verantwortung für sich und seine Krankheit im Vorzimmer zurückzulassen! Vorbefunde? Könnte es geben! Muss der Arzt eben mal die Krankenhäuser und andere Ärzte abtelefonieren – da wird er schon was finden! Röntgenbilder? Vordiagnostik? Ist wohl schon mal was gemacht worden? Wann und wo? Keine Ahnung?

Kann man das nicht gleich neu machen – wäre doch besser oder? Und eine Computertomographie – die wäre sicher nötig! Ist noch nie gemacht worden. Da bestünde man jetzt drauf. Kost’ doch alles nichts, oder? Natürlich kostet das was. Und nicht zu knapp! Nur, dass der Kassenpatient das nicht extra bezahlen muss. Ihm nicht einmal gewusst ist, wie viel – wie sollte er auch! Fragen Sie doch mal einen Kassenpatienten, was er im letzten Jahr seiner Krankenkasse gekostet hat? Weiß er nicht! Kann er gar nicht wissen – woher auch.

Wahrscheinlich könnte seine Krankenkasse ihm das auf Nachfrage noch nicht einmal sagen? Und schon sind wir bei einem der wichtigsten Gründe, warum eine staatliche Krankenkasse nie und nimmer funktionieren kann:

Wann immer Menschen ihr eigenes Geld ausgeben, handeln sie „kostenbewusst“! Ansonsten würde es ihnen nicht gelingen, mit ihrem Einkommen jemals auszukommen. Das Bewusstsein „… jetzt habe ich mein Gehalt für den gesamten Monat schon am 15.  komplett ausgegeben!“, hilft zu einer realistischen Einschätzung der finanziellen Möglichkeiten zurückzufinden. Und wieder zu der Erkenntnis: dass nicht alles wünschenswerte auch immer machbar ist! Die staatliche Krankenversicherung aber lebt genau davon, dem „Kunden“ eben dieses Kostenbewusstsein zu verwehren!

Wie soll er kostenbewusst agieren, wenn er die Kosten gar nicht kennt? Ist er doch mit eine „Kreditkarte mit unbegrenztem Limit“ nur in solchen „Warenhäusern“ unterwegs, die nicht einmal Preisschilder an ihren Auslagen haben. Und es gibt für ihn nicht ein einziges „Warenhaus“, das seine Karte nicht akzeptiert.

Ich frage nochmals: Wie, um alle Welt, soll da jemals Kostenbewusstsein zustande kommen? Um es noch schlimmer zu machen und in unserem Bild zu bleiben: der Kassenpatient trifft in diesen „Warenhäusern“ auch noch auf eine Unmenge von Marktschreiern und Verkaufsberatern, die ihm unentwegt erklären, was er noch alles in seinen Warenkorb legen müsste, um nicht schon vor der Zeit eines frühen Todes zu sterben. Und das sind nicht unbedingt die Produkte, die er wirklich braucht. Eher die, mit denen der „Berater“ das meiste Geld verdienen kann. Geht ja alles auf Karte – ist ja für umsonst? Ist es nicht – es gibt kein freies Mittagessen! Aber: ich wiederhole mich.

Um keinen falschen Zungenschlag zu riskieren: ich bin weit davon entfernt, mich am heute so beliebten „Arzt- Bashing“ zu beteiligen, wie das Politiker und Medien (die den ganzen Unsinn überhaupt erst verursacht haben) mit wachsender Begeisterung tun: Alle Ärzte sind skrupellose Abzocker, denen es nicht mehr um die samariter­hafte Barmherzigkeit, sondern eher ums schnöde Geldverdienen geht!

Abgesehen davon, dass der Samariter aus dem neuen Testament seine Barmherzigkeit hat auch mit Geld (für den Herbergswirt) bezahlen müssen – also mit eigenem und nicht mit „staatlichem“ Geld: Wer auf dieser Welt nur von und für die Barmherzigkeit lebt und darüber hinaus keinen weiteren Broterwerb hat, der ist auch noch heute rasch  verhungert. Es sei denn, er ist als gutbezahlter Sozialarbeiter bei der explodierenden Wohlfahrts- und Integrations­industrie angestellt? Dann liegt er aber wieder uns Steuerzahlern auf der Tasche und ist kein Samariter!

Klar ist, dass auch ein Arzt Anspruch auf eine adäquate Bezahlung für seine Leistungen haben muss. Und weil er lange und intensiv studieren muss, bevor ihm der Staat erlaubt, sich Arzt zu nennen und Patienten zu behandeln, bin ich persönlich der Meinung, dass er schon überdurchschnittlich verdienen sollte? Schließlich steht ja auch der Bäcker nicht morgens um 2:00 Uhr auf, weil ihn die Sorge um den Hunger der Welt aus dem Bett treibt, sondern weil er mit seiner Arbeit Geld und Wohlstand erwerben will. Dagegen ist in einer freien Marktwirtschaft auch nicht das Geringste einzuwenden!

Und auf einem freien Markt wäre es auch für den Arzt gar kein Problem, sehr gut zu verdienen. Ich gönnte es ihm, wie schon gesagt. Auch er müsste eben mit spitzem Bleistift kalkulieren, welches Geld er für welche Leistungen nehmen muss, um kostendeckend zu arbeiten. Natürlich wäre es ihm – wie allen Dienstleistern – lieber, viel Geld für seine Leistungen zu nehmen als nur wenig. In seinen Drang allerdings, die Beratungsstunde an den „Kunden“ für € 800 zu verkaufen, würde er aber rasch durch ein weiteres Element der freien Marktwirtschaft gehindert – der Konkurrenz. Und umso größer die ist, umso geringer werden die Preise, die er nehmen kann.

Geringe Preise natürlich nur bis zu dem einen Punkt: wenn es sich für ihn nicht mehr lohnt, für das Geld morgens aufzustehen! Dann wird er sich einen anderen Job suchen – wie die Ärzte in Kuba, die daheim lieber als Taxifahrer oder in Deutschland in ihrem Beruf arbeiten. Damit aber schmälert er die Konkurrenz und gibt den Zurückgebliebenen die Chance, wieder von ihrer Arbeit gut leben zu können. Auf einem freien Markt – nicht im Sozialismus. Nicht in Kuba oder im deutschen Gesundheitssystem also!

Wie jeder andere Dienstleister müsste der Arzt seinem Kunden ein Angebot für eine Anamnese, eine Diagnose erstellen – ihm Behandlungen und Therapien vorschlagen. Und halt immer mit dem richtigen Preisschild versehen. Und wenn dann der Patient auch der Meinung ist, dass ihm Gespräche mehr helfen als Pillen, dann muss man sich nur noch auf einen Preis pro Stunde und die Anzahl der Stunden einigen. Der Patient würde darauf achten, tatsächlich nur das „einzukaufen“, was er wirklich braucht – er würde kostenbewusst handeln. Der Arzt hätte seinerseits kein Interesse daran, ihm überflüssige Diagnoseverfahren oder gar Operationen zu verkaufen – warum auch. Er verdient doch gut!

Täte er es dennoch, würden das Patienten und ihre Versicherungen früher oder später herausfinden und beim nächsten Mal zu einem anderen Arzt gehen. Auch im Gesundheitswesen bestraft den Unredlichen der Markt! Wenn es denn einen Markt gibt! Und da soll mir keiner sagen, der Patient wäre dazu zu unmündig und ihm fehle das Fachwissen. Wir alle treffen täglich Dutzende von Entscheidungen ohne den Staat! Auch so hochkomplexe, wie einen PC- oder Softwarekauf – von denen die allermeisten von uns so gar keine Ahnung; keine Fachkenntnisse haben. Und trotzdem spricht sich in Verbraucherkreisen rasch herum, wer es ehrlich mit einem meint und wer eher nur mit unserem Geld einen „guten Schnitt“ machen will! Selbst nicht in der Materie steht oder bewusst seine Kunden übervorteilen will.

In unserem eher sozialistisch geprägten System der staatlichen Krankenversicherung ist das – Sie ahnen es sicher schon – ganz anders: Ein untrügliches Kennzeichen des Sozialismus ist es immer, wenn uns andere nicht zutrauen, eigene Entscheidungen gut zu treffen. Sie meinen für uns – vermeintlich Unmündige“ - entscheiden zu müssen.

Und deshalb hat der Staat einen ganzen Gesetzeskatalog von „Leistungen“ definiert – die staatlichen Krankenversicherungen handeln mit den – für den freien Markt schädlichen - staatlichen „Kassenärztlichen Vereinigungen“ die Preise dafür aus. Einheitsverkaufspreise (EVP) übrigens. Wie wir sie aus der DDR kennen.  Kein wettbewerblicher Spielraum mehr für die, die die Leistungen anbieten.

Und dieser Leistungskatalog schreibt ALLEN staatlichen Krankenkasse zu mehr als 95% vor, was sie zu welchem Preis bezahlen müssen. Soviel zu dem Mythos, es gebe mehrere „staatliche Krankenkassen“ die miteinander im Wettbewerb stehen! Weitaus schlimmer noch wirkt sich das Preisdiktat des Staates allerdings in der täglichen Praxis aus: Wenn der Patient zum Arzt geht und dort seine Karte durchzieht, kann der Arzt zwischen 25 und 35 € dafür abrechnen. Nein, nicht für den Besuch – für die Behandlung eben dieses Patienten für ein ganzes Quartal! Auch wenn der in dieser Zeit 30-mal einbestellt wird! Kein Witz – fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker!  So werden in sozialistischen Systemen stets die Preise klein gehalten – durch Preisdiktat! Man hält sich fest die Augen zu und glaubt, damit unsichtbar zu sein!

Und weil natürlich kein Arzt davon auf Dauer leben kann, muss er sich  wie überall im Sozialismus „dem System“ anpassen. Sich etwas einfallen lassen. Als in der Sowjetunion in den 20ziger Jahren in Weißrussland schon einmal der Kommunismus ausprobiert werden sollte – in dem es ja bekanntlich kein Geld und dafür alles umsonst geben sollte (ein Schelm übrigens, wem bei diesen Worten die Deutsche Krankenversicherung einfällt) – gab man als erstes das täglich Brot umsonst ab. Was heißt: der Staat bezahlte es!

Weil man davon ausging, dass jeder nur eine bestimmte Menge Brot pro Tag in sich hineinschlingen kann und ein Missbrauch damit ausgeschlossen wäre. Trotzdem verzehnfachte sich die abgerufene Brotmenge in kurzer Zeit: Die Sowjetmenschen hielten sich Schweine selbst in der kleinsten Wohnung und mästeten sie mit dem kostenlosen Brot. Wer nicht mitmachte – weil er ehrlich bleiben wollte – schied aus aus dem Wettbewerb. Unsere Ärzte müssen nun versuchen, auf andere Art und Weise an Umsatz; an Geld zu kommen – sonst können sie ihre Praxis dicht machen.

Die wenigen verbliebenen Privatpatienten, für die ihre Kassen noch kostendeckend bezahlen, werden immer weniger und sind rasch verteilt – auch damit allein kann eine normale Praxis nicht existieren. Der Staat macht hier den Ärzten dann doch noch ein Angebot, indem er Leistungen aus dem gesetzlichen Leistungskatalog herausnimmt  - d.h., nicht mehr bezahlt – und zu sogenannte „Individuellen Gesundheitsleistungen (IGL-Leistungen) umwidmet.

Hat für den Staat 2 Vorteile.         1. er spart das Geld ein

2. der Arzt hat jetzt die „A-Karte“

Ihm überlässt der Staat nunmehr die Aufgabe, dem Patienten zu erklären, warum er mit einem Male für etwas aus eigener Tasche bezahlen muss, was bis gestern noch „umsonst“ war. Gerade Leute mit hohem Verdienst und € 650 KV-Beitrag im Monat wollen das schwerlich einsehen. Aber auch die anderen sind nicht amüsiert, nun plötzlich für vermeintlich „nichts“ bezahlen zu müssen. Und obwohl sich die Ärzte alle erdenkliche Mühe geben, ihren Patienten zu erklären, dass am Ende nicht sie, sondern der Staat ihnen tief in die Tasche fasst – es gelingt selten.

Der Grund dafür: dem Staat kommt es sehr gelegen, die äußersten Linken aus allen Parteien bei jeder sich ergebenen Gelegenheit und in jede Kamera kolportieren zu lassen: Das müsst ihr nur bezahlen, weil die Ärzte so geldgeil sind! Und weil in unserm Lande mittlerweile nicht mehr die Wahrheit, sondern das zählt, was nur oft genug in der Aktuellen Kamera – Verzeihung, in der Tagesschau muss es wohl richtig heißen - verbreitet worden ist, glaubt der Wahlbürger das natürlich sofort.

Wahr daran ist lediglich, dass die Ärzte solche „IGL-Leistungen“ natürlich zu den gleichen – guten - Sätzen beim Patienten abrechnen dürfen, wie bei den privaten Krankenversicherungen. Die Diskussion allerdings, warum denn die Private sich bei den kleinen Beiträgen solche marktüblichen und kostendeckenden Preise leicht leisten können – die Staatlichen bei ihrem horrenden Budget (Einnahmen von 190 Mrd. Euro – mehr als die Hälfte eines Bundeshaushaltes - allein in 2012) aber nicht, diese Frage wurde in der Tagesschau oder bei Frank Plasberg bisher noch nicht behandelt. Wohl viel zu peinlich – zu „hart“ für die zarten Seelen der staatlich Versicherten?

Ich möchte an dieser Stelle nur näher auf zwei der vielen, durch den Staat durch falsch  gesetzten „Leistungsanreize“ verursachte, kostentreibenden Faktoren eingehen, die unsere staatliches Gesundheitswesen in den nächste Jahren ruinieren werden:

Die Apparatemedizin und die Operationswut!

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: fufu

Eine "Grossschadensversicherung" (wie die Hausratversicherung, ich hoere schon den wilden Aufschrei) fuer jeden wuerde nach meiner Schaetzung ohne Anspruch auf Korrektheit 20 Euro pro Monat kosten, ohne wesentliche Einschraenkung fuer die Volksgesundheit. Aber sie wuerde ein BIP-Einbruch von 10% und mehr bedeuten. Leider in unserem System nicht machbar.

Gravatar: cw

Sorry, aber "Volkskrankenkasse" oder Bürgerversicherung ist Humbug. Jedenfalls wenn alle - nach Möglichkeit eine Vollkasko- Absicherung bekommen sollen. Solange nicht jeder bereit ist für die Leistung die er erhält den auf Ihn entfallenen Anteil zu zahlen. Einkommen oder Vermögen darf keine Rolle spielen, sonst ist die Lage wie derzeit in Deutschland, wo Hartz-IV Empfänger den besten Versicherungsschutz geniessen und sogenannte Gutverdiener nicht nur den höchsten Beitrag entrichten sondern auch noch die höchsten Eigenanteile zu tragen haben.
Wir müssen langsam einsehen, das Gesundheitsversorgung ihren Preis hat, den jeder bezahlen muss. Ist er nicht bereit diesen zu tragen, muss er eben die Differenz aus der eigenen Tasche tragen.
In allen Lebenslagen gilt dieses Prinzip (von art der Lebensmittel, über HAndy/TV und hin zum Auto oder auch wohnen). Warum soll das nicht vür die KV gelten?

Gravatar: D. Schilbach

Hallo Herr Anonymos,
"Volkskrankenkasse" ist eine Möglichkeit. In meinem Buch "Jedem sein Budget - Die revolutionäre Alternative für unser krankes Gesundheitssystem" (Verlag Wissenschaft & Praxis, erschienen im April diesen Jahres) stelle ich den Menschen, unser Krankenversicherungssystem und das Ein oder Andere mal ganz brutal dar. Vielleicht haben Sie Interesse, reinzuschauen. Das ist dann meine Meinung.
Es gibt dazu die gleichnamige Website: www.jedem-sein-Budget.de, wo Sie in einem integrierten Forum auch Ihre Meinung kundtun können, wenn Sie sich trauen. Auch können Sie mir gerne eine Mail verfassen (praxis@dr-schilbach.de).
MfG
D.Schilbach

Gravatar: cw

Steuerfinanzierte Volkskrankenkasse:
Die Vorzüge einer "Volkskrankenkasse" kann man sehr gut in England verfolgen.
Extreme Wartezeiten, Keine Wahlmöglichkeit beim Arzt und wenn man mal so richtig Krank ist und einer teueren Behandlung bedarf entscheidet eine "Ethikkomission" ob man sie bekommt.

Gravatar: CW

Klar sind die USA teuerer als Deutschland. Das hat aber weniger mit der Absicherung sondern mit dem unsäglichen Schadenersatzsystem der USA zutun. Wenn ein Arzt dort prakizieren will braucht er eine extrem teuere Haftpflichtversicherung.

Gravatar: keinUntertan

Wandern Sie doch nach Amerika aus!

In den USA sind die Krankenkassenkosten fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Mehr als 30 Millionen Amerikaner sind nicht versichert. Die Mehrheit der Amerikaner ist unzureichend versichert. Ist es das, was sie wollen...?

Private Krankenkasse heißt: Kranke zahlen mehr Beiträge. Das private System will nur die Gesunden, die wenig Kosten verursachen, nicht die Kranken, die für Minusgeschäft stehen. Das ist schlichtweg asozial. Wir haben eine Zweiklassengesellschaft im Krankenbett.

Die einzige Lösung ist: Steuerfinanzierte Volkskrankenkasse für ALLE.

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