Die Jagdsaison könnte Dienstag eröffnet werden

Noch ist die Wahl zum Präsidenten oder der Präsidentin der Europäischen Kommission am Dienstagabend nicht aufgerufen. Schon überschlagen sich die Dinge und es tritt fast in den Hintergrund, welche Signale mit der Kandidatur von Frau Dr. von der Leyen für dieses höchste europäische Amt nach innen und nach außen gesendet worden sind. Martialischer kann man heute nicht tönen, als die Kandidatin es wieder einmal fertiggebracht hat.

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Noch ist die Wahl zum Präsidenten oder der Präsidentin der Europäischen Kommission am Dienstagabend nicht aufgerufen. Schon überschlagen sich die Dinge und es tritt fast in den Hintergrund, welche Signale mit der Kandidatur von Frau Dr. von der Leyen für dieses höchste europäische Amt nach innen und nach außen gesendet worden sind. Martialischer kann man heute nicht tönen, als die Kandidatin es wieder einmal fertiggebracht hat. Die Menschen in Europa hoffen geradezu verzweifelt darauf, daß für das „europäische Friedensprojekt“ jemand an das europäische Ruder gestellt wird, der „Frieden kann“. Stattdessen hanen Frau Dr. Merkel und Präsident Macron unter Mißachtung der europäischen Marschroute jemand aus dem Hut gezaubert, der „Krieg kann“, wie die verbale Schwerpunktsetzung zugunsten der EU-Armee und der europäischen Unterstützung für französische Kolonial-und Globalkriege deutlich macht. So wird Hoffnung zunichte gemacht. Alleine die Reihe der „zur Strecke gebrachten“ Persönlichkeiten wie Michel Barnier als glänzender Brexit-Verhandler oder Jens Weidmann als seriöser Treuhänder deutscher Finanzinteressen machen das deutlich. Lieber hat man sich im Stile sizilianischer „Paten“ auf Hinterzimmer-Absprachen versteift, um aus der EU eine Depandance der NATO zu machen, abgestimmt mit denen, denen der Einfluß des US-Präsidenten auf die NATO zuwider ist. Krieg am kriegsunwilligen US-Präsidenten vorbei wird dadurch möglicher, wie das eigenmächtige Vorgehen amerikanischer Militärbefehlshaber, nicht nur in Europa zeigt. Selbst britische Generale müssen eingreifen, um nicht auf dem Kriegspfad zu landen.

Es sieht nach Eingehen auf parlamentarische Stimmen aus, wenn Frau Dr. von der Leyen für Mittwoch Ihren Rücktritt ankündigt. Das wird weithin als Signal angesehen, daß sie für morgen ihre Wahl zur Kommission als gesichert ansieht oder entsprechend pokert. Beides würde den Unstand der europäischen Dinge manifestieren. Was aber, wenn genau die Nicht-Wahl von vornherein ins Kalkül gezogen wurde, um Frau Dr. von der Leyen in der Nachfolgefrage der deutschen Bundeskanzlerin die notwendige Rückenfreiheit zu geben? Jeder, der die Erklärung von Frau Dr. Merkel zur Parade in Paris am gestrigen Sonntag gesehen hat, wird sich seinen Teil gedacht haben.

Eine derartige Überlegung, die nicht alleine Frau Dr. von der Leyen einbeziehen muß, brächte „Pfeffer“ nach Berlin zurück. So dümpelt die Bundesregierung vor sich her und jeder erwartet jeden Tag das schmähliche Ende derselben. Wenn Frau Dr. von der Leyen morgen nicht zur Kommissionspräsidentin gewählt wird und Mittwoch die Bundeswehr ihrer Fesseln durch ihren Rücktritt beraubt, sieht die Welt schlagartig anders aus. Dann kocht sofort die Nachfolgediskussion um Frau Dr. Merkel hoch.
 
Willy Wimmer, 15. Juli 2019

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: k.becker

Bei allen Wahlen, auch in der letzen Zeit, wurden diese Volksbetrüger und Bürgerbekämpfer an ihrem gefüllten Trog, in ihrem selbst bestimmten Schlaraffenland, gelassen.
Mache mir keine Sorgen um die obsolete EU, aber ich habe große Sorgen um Europa und Deutschland.

Gravatar: Franz

Ich sehe die EU in Richtung Diktatur und Faschismus abdriften und denke es geht nicht gut aus.
Verbot der freien Meinungsäußerung,Zensur wohin man schaut,Pseudowahlen,Rechts - und Vertragsverletzungen
Und ausgeprägte Kungelei und Machtmissbrauch.

Gravatar: MaWo

Umweltbeschlüsse ohne Ergebnisse vertagt - aber eine Umwelt Steuerleistung der Bürger wird bereits als Lösung (welche Lösung?) avisiert.
Die Europäische Armee ist derzeit eine Illusion:
Ein (z.B.) ungarische General befehligt sämtliche Streitkräfte in welcher europäischen Sprache?
Er zieht den Einsatz von Atomwaffen in Erwägung, die Frankreich und derzeit Großbritannien "natürlich" dann dem Oberkommando der EU Armee unterstellen?!
Die Vereinigten Staaten von Europa kann es wohl nicht vor Anlauf von "X" (fünf) Generationen geben können!
DAS ist reale Politik!

Gravatar: ropow

Na ja, die Signale sind eigentlich eindeutig.

Gegen von der Leyen spricht, dass sie bisher noch in jeder Führungsposition versagt hat und als Höhepunkt ihrer Karriere die Bundeswehr in sechs Jahren total „herunterwirtschaften, unterfinanzieren, desorganisieren und demoralisieren“ konnte (Zitat Beatrix von Storch).

Aber wenn ich mir die EU so ansehe - dann spricht das eigentlich genau das für sie - ein Signal der Hoffnung.

Und dann gibt es noch das Signal, mit Christine Lagarde eine bekennende Marionette berufen zu haben:

„Benutze mich so lange, wie es dir passt und wie es deiner Aktion und deinem Casting entspricht. Wenn du mich brauchst, benötige ich deine Führung und Unterstützung: ohne Führung wäre ich ineffizient, ohne Unterstützung wäre ich nicht sehr glaubwürdig. Mit meiner immensen Bewunderung, Christine L.“ - Christine Lagarde an Präsident Nicolas Sarkozy 2007, abgedruckt von Le Monde am 18.06.2013

Und natürlich meinte sie, sie wäre eben „benutzt“ worden, als sie in einem Strafprozess 2016 für schuldig befunden wurde, in ihrer Zeit als Wirtschafts- und Finanzministerin unter Sarkozy ihre Amtspflicht verletzt zu haben, als sie in der Tapie-Affäre gegen die Zahlung von 400 Millionen Euro Steuergelder an den Unternehmer Bernard Tapie keinen Einspruch erhob.

Für Spitzenpositionen in der EU muss man also unfähig oder kriminell sein - diese unüberhörbaren Signale könnten dieselbe Wirkung haben, wie die Posaunen von Jericho.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Martialischer kann man heute nicht tönen, als die Kandidatin es wieder einmal fertiggebracht hat. Die Menschen in Europa hoffen geradezu verzweifelt darauf, dass für das „europäische Friedensprojekt“ jemand an das europäische Ruder gestellt wird, der „Frieden kann“. Stattdessen haben Frau Dr. Merkel und Präsident Macron unter Missachtung der europäischen Marschroute jemand aus dem Hut gezaubert, der
„Krieg kann“, wie die verbale Schwerpunktsetzung zugunsten der EU-Armee und der europäischen Unterstützung für französische Kolonial-und
Globalkriege deutlich macht.“ ...

Ich denke, dass natürlich auch hier eine ´langfristige` vorliegt!!!

Zog es unser(?) aller(?) Göttin(?) anno 2016 nicht auch deshalb vor, „lieber in die Hölle“ zu wollen
https://www.freiewelt.net/blog/merkel-will-lieber-in-die-hoelle-10068618/,
um im Rahmen von „learning by doing“
https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-deutsche-waffen-im-jemen-krieg-interview-mit-max-mutschler-vom-bicc-100.html
auch die Kinder und Alten im Jemen effektiv bekämpfen zu können und dies dann an ihre Flinten-Uschi ´in entsprechender Position` weitergeben zu können???

Leider aber ist bis heute nicht bekannt, ob der Teufel den beabsichtigten Besuch der Allmächtigen(?) schon aus dem Grund verweigerte, weil sie ihm einfach zu satanisch ist!!!

Gravatar: germanix

Natürlich wird je nach Ausgang der Wahl eine Abwägung getroffen - im Falle eines Falles - das nennt man auch strategische Ausrichtung oder strategisches Management -das gilt auch für die Politik!

Das von der Leyen eine NULL ist (sie hat es bewiesen), spricht für den Posten von Junker - Junker war auch eine NULL!

Wer nach Brüssel geht - und das gilt schon seit Jahrzehnten - muss eine NULL sein - Bangemann u. Co lassen grüßen!

Letztlich ist es aber für die NULLEN unerheblich - die Taschen werden übervoll gemacht - und das reicht! Politik für den Bürger ist out! Für die NULLEN in!

Gravatar: Catilina

"Einfluß des US-Präsidenten auf die NATO minimieren" und "Krieg am kriegsunwilligen amerikanischen Präsidenten vorbei", genau so heißt die Agenda.
Nun sind es aber beileibe nicht die kriegserfahrenen Generäle, die wieder zur Jagd blasen. Vielmehr sitzen die Kriegstreiber dort, von wo aus Stellvertreterkriege inszeniert werden, wobei fremde (und eigene) Soldaten sowie unschuldige Zivilisten einfach nur wie Jetons auf dem grünen Filz (Spieltisch) sind. Verfügungsmasse für ein paar Superreiche, denen langweilig ist und die daher Gott spielen wollen.
Da wird also der Einmarsch nach Rußland geplant. Meiner Meinung nach würde eine Konfrontation mit Rußland uns allen schlecht bekommen. Aber vielleicht ist ja der Gnadenstoß für Europa, so wie es über Jahrhunderte gewachsen ist, der Zweck der ganzen Übung.

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