Deutsche Umfrageinstitute und ihre Vorhersagen

Vor der Präsidentschaftswahl in den USA sagten deutsche Umfrageinstitute einen haushohen Sieg für Clinton voraus. Trump hatte ihren Prognosen nach keine Chance - und er nutzte sie. Aktuell schneidet die AfD bei den Instituten eher unterdurchschnittlich stark ab. Doch wie zuverlässig sind deren Vorhersagen?

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Es gibt in diesem Land zahlreiche Umfrageinstitute, die mit ihren Prognosen gutes Geld verdienen. Dem unbedarften Konsumenten ist mitunter wenig bis gar nicht bewusst, dass diese Institute gar nicht so unabhängig sind, wie sie es nach außen hin gerne glauben machen wollen. Ganz im Gegenteil. In der Regel sind sie parteinah, wenn nicht sogar parteiabhängig. Unter diesem Aspekt sollte man daher auch die Ergebnisse, vor allem bei der ominösen Sonntagsfrage, bewerten. Denn selbstverständlich schneidet eine SPD bei einer Umfrage von Forsa, die nun einmal dieser Partei extrem nahe steht, in der Regel besser ab als bei anderen Instituten, die zum Beispiel der CDU nahe stehen.

Die AfD hat kein eigenes Umfrageinstitut, das eine Gefälligkeitsumfrage oder ein Gefälligkeitsgutachten erstellt. Sie ist auf sich allein gestellt und kann ausschließlich mit Themen punkten. Ganz so, wie es auch Donald Trump vor der Präsidentschaftswahl in den USA ergangen ist. Er hatte keine Fürsprecher bei den etablierten deutschen Parteien und daher auch keine Fürsprecher in den Medien respektive den Meinungsforschern. Er hatte keine Chance gegen die von allen Seiten maßlos gehypte Clinton, die fast schon als Everbodys Darling erschien. Doch scherte sich Trump darum, was diese Leute über ihn schrieben? Nicht ein Stück. Er trat an, er machte sein Ding und er gewann die Wahl. Ob das nun auf Dauer gut oder schlecht ist, ist ein ganz anderes Thema. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass er die Unfähigkeit der Institute auf diese Art entblößte.

Ähnlich ist die Situation jetzt mit der AfD. Die Medien verschweigen Berichte über die AfD, über Angriffe gegen einzelne Repräsentanten, über das Beschmieren und Zerstören der Wahlplakate, über Übergriffe, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen. Aus den Politsendungen wurden AfD-Politiker richtiggehend verbannt; vermutlich, weil man Angst davor hatte, dass die unfähigen Politiker der etablierten Parteien in diesem Land einem argumentativen Austausch nicht gewachsen seien. Wie sich unlängst in einer ARD-Talkshow bewiesen hat, ist diese Angst aus Sicht gewisser Parteien nicht unbegründet.

Die Umfrageinstitute strengen sich an, die AfD in ihren Sonntagsfragen klein zu halten. Man räumt der Partei keine Chance ein, bestenfalls ein knapp zweistelliges Ergebnis sei zu erlangen. Doch der Puls der Menschen im Land schlägt ganz anders. Ja, die Stammwählerschaft bei der AfD ist mit Sicherheit noch nicht so ausgeprägt wie bei den Parteien, die schon seit 30, 70 oder über 100 Jahren existieren. Aber die Wahl am 24. September 2017 wird ein überraschendes Ergebnis erbringen. Zumindest dann, wenn in allen Wahllokalen sowohl bei der Stimmabgabe wie auch bei der Auszählung ausreichend Beobachter vor Ort sind und dafür sorgen, dass nicht wieder jede Menge Stimmen für die AfD unter mysteriösen Umständen verschwinden.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: ben

Ihren Aussagen stimme ich zu, Herr Dinnebin.
Ich frage mich außerdem, wie viele Wahlberechtigte bei Umfragen noch ehrlich ihre Sympathie für die AfD zugeben angesichts der dann schlechten Meinung über ihre Person.
Bei aller Zusicherung von Anonymität wäre ich auch vorsichtig und würde mich wahrscheinlich in die Aussage flüchten, noch unentschlossen zu sein und nicht zu wissen, was ich wähle.

Gravatar: Holzkopf

Die veröffentlichten Umfrageergebnisse sollen die Bürger auf das, bereits feststehende, Wahlergebnis vorbereiten.
Dadurch wird verhindert, dass man das Wahlergebnis als gefälscht erkennt. Wenn man aber monatelang suggeriert, dass CDU und Dr. Merkel vom Wahlvolk bevorzugt werden, obwohl der Wähler tatsächlich anders entschieden hat und auch dessen Umfeld keine der etablierten Parteien jemals wählen würde, so bewirkt die dauernde Gehirnwäsche vor der Wahl, dass man das offizielle Ergebnis zähneknirschend hinnimmt und angesichts der vermeintlichen Dummheit der Bevölkerung verzweifelt.

Gravatar: Andreas

Ich befürchte, daß das Wahlergebnis jetzt schon fest steht. Die Parteimaden lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen, jedenfalls nicht freiwillig. Wir brauchen in jedem noch so kleinen Wahlbüro mehrere Beobachter um Wahlfälschung sofort zu dokumentieren.

Gravatar: Dirk S

In der aktuellen c't gibt es eine Artikelserie, die beschreibt, wie die Wahlauguren zu ihren Zahlen kommen. Falls es noch jemanden interessiert.

Nachgereichte Grüße,

Dirk S

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