Der ›Globalist‹ – Eine neue Vokabel linker Hütchenspieler

Seit kurzem ist, wer ›Globalist‹ sagt, ein Antisemit. Zumindest verkörpert er einen. Und die Demagogen sind glücklich.

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Mit unschöner Regelmäßigkeit zaubern die Organisationen der sogenannten Zivilgesellschaft neue Bedeutungen für alte Worte aus ihren Hüten hervor. Und das immer gerade so, dass sie sich zur Diffamierung des politischen Gegners gut eignen. Diesmal heißt das Wort ›Globalist‹.

Im links-orientierten intellektuellem Hassmilieu versteht man darunter nicht etwa das globalisierungskritische online-Portal gleichen Namens, sondern eine Chiffre von Rechtsradikalen für Juden oder auch eine jüdische Verschwörung. Und nicht nur im linken. Selbst die der CDU nahestehende Konrad-Adenauer-Stiftung versucht sich an dieser Art von Redefinition und beruft sich dabei auf pseudo-wissenschaftliche Arbeiten, an denen auch ein ehemaliger Mitarbeiter des Verfassungsschutzes mitgewirkt hat.

Die Methoden erinnern an die Hütchenspieler, die am Brandenburger Tor Touristen auflauern. Was denen die Hütchen sind den Experten beliebige Worte, die sie so lange mit einer neuen Bedeutung belegen, bis etwas drunter hervorkuckt, was ihnen passt. Im Originalton: »Im von Rechtsextremisten international verstandenen Code«, »sind ›Globalisten‹ auch ›Ostküste‹, ist der ›Globalismus‹ auch ›New World Order‹ (NWO), und sind die in diesem ›Globalisierungsplan‹ verwickelten Regierungen und Eliten auch ›Zionist Occupied Government‹«.

Alle diese Worte sind den Experten zufolge Chiffren. Chiffre ist ein anderes Wort für Geheimschrift. »Die Chiffre ›Ostküste‹ steht in neonazistischer Terminologie« für New York. Sie wird nur von Neonazis verstanden. Und natürlich von den Experten für Rechtsextremismus.

Nun weiß jeder, der sich jemals mit Verschlüsselung beschäftigt hat, dass eine Geheimschrift nur für die Außenstehenden wirklich geheim ist. Die Insider besitzen Codetabellen, mit denen sie ihre Schlüsselworte in Klartext verwandeln. Und die Aufgabe der Kryptographen ist es, die Geheimschrift ohne Codetabelle möglichst schnell und möglichst exakt zu zu entziffern.

Und hier kommt der erwähnte Rechtsextremismusexperte ins Spiel. Er behauptet, bestimmte Worte hätten unter Rechtsextremisten eine bestimmte Bedeutung. Ja, mehr noch: Jeder, der diese Worte verwendet, verwende sie ebenfalls in dieser geheimen Bedeutung. Jeder der ›Globalist‹ sagt, wird also eigentlich ›Ostküste‹ meinen und damit New York.

Dieses Hütchenspiel der Bedeutung verfolgt einen einfachen Zweck: Einem Sprechenden werden nach Belieben Aussagen, Meinungen und Haltungen untergeschoben. Wenn dann Hans-Georg Maaßen irgendwo ›Globalist‹ gesagt hat, wird er ›Ostküste‹ meinen und damit New York. ›Ostküste‹ steht nun aber nicht nur für New York, sondern auch für »das angebliche Zentrum des jüdisch beherrschten Weltkapitals.« Der Rest ist schnell erledigt: Wer ›Ostküste‹ sagt, meint ›Zentrum des jüdisch beherrschten Weltkapitals‹ und ist damit ein Antisemit. Oder er hat ›Globalist‹ oder ›Globalisierung‹ gesagt. Egal wie man es dreht: Der Sprecher ist ein Antisemit.Zumindest verkörpert er ihn.

Und schon erfüllt das Hütchenspiel mit der Bedeutung von Worten seinen Zweck: Der politische Gegner, der ›Globalisierung‹ oder ›Globalist‹ auch nur ausspricht, ist ein Antisemit, ohne jemals ›Jude‹ oder ›Scheißjude‹ gesagt zu haben, wie der türkische und arabische Mob in Gelsenkirchen. Luisa Neubauer, das in den linken Kaderschmieden geschulte Fräuleinwunder, kennt dieses Hütchenspiel aus dem FF und hat es vor einigen Tagen mit Hans-Georg Maaßen gespielt.

Als sie Belege beibringen sollte, fiel ihr nichts ein. Und erst später nannte sie die Verwendung des Wortes ›Globalist‹ und hielt das sogar für einen Beleg. Sie meinte einfach, keinen zu brauchen. Die Chiffre hat ihr genügt. Und das ist das Perfide an diesem Spiel der Schlapphüte: Es braucht weder ein Codebuch noch irgendwo einen Juden. Es braucht nur Worte wie ›Ostküste‹ oder ›Globalist‹. Schon schnappt die Falle zu und die Mühlen der Redaktionswerke beginnen zu mahlen.

Nun hat diese Masche zwei Haken: Zum einen fehlt ein Codebuch für den Beweis der neuen Bedeutung, zum anderen werden Begriffe wie ›Globalist‹ und ›Zionist‹ auch von den Aktivisten anderer Seiten verwendet.

Den ersten Haken muss den Rechtsextremismusexperten nicht kümmern. Die Journaille kommt nicht einmal auf den Gedanken, nach einem Codebuch der Rechtsextremisten zu fragen; ihr reicht die Spekulation, der bloße Verdacht aus dem Mund oder der Feder des Experten. 

Bei dem anderen Haken wird aus der Not eine Tugend gemacht. Weil es keine Codebücher gibt, wird die Rede der Experten für bare Münze genommen - man hat ja nichts andres zur Hand. Und weil die Beweislage dünn ist, erklären sie zusätzlich noch den Kontext der vergifteten Worte. Ein Linker, der ›Globalist‹ sagt, ein Grüner, der ›Zionist‹ sagt – sie sind keine Antisemiten. Ja, selbst wenn ein Moslem ›Scheißjude‹ brüllt, hat das mit Antisemitismus nichts zu tun. Es braucht einen rechten Politiker, einen rechten Journalisten, um aus der Rede vom ›Globalist‹ eine antisemitische Wendung zu machen.

Damit erreicht die Redefinition der Bedeutung einen neuen Gipfel der Perversion. Während rechte Kritiker das Wort ›Globalist‹ ohne jeden Bezug zu ›Jude‹ oder ›jüdisch‹ verwenden, können linke und grüne Aktivisten die Worte ›Zionist‹ oder ›zionistisch‹ verwenden, ohne je antisemitisch zu sein und das, obwohl diese beiden Worte ohne einen jüdischen Hintergrund bedeutungslos werden.

Fakt ist: Solange kein Codebuch vorliegt kommen als antisemitische Chiffren nur Worte in Frage, die irgendwann überwiegend auf Juden verweisen. ›Globalist‹ gehört sicher nicht in diese Kategorie und ›Ostküste‹ ebenfalls nicht. Aber ›Zionist‹ und ›Apardheitsstaat Israel‹ gehören ganz sicher hierher. Und auch, wenn jemand ›Kindermörder Israel‹ sagt oder schreibt oder postet. ›Zionist‹, ›Apardheitsstaat Israel‹, ›Kindermörder Israel‹ – das sind die Chiffren linker, grüner und islamischer Antisemiten. Wer sie ausspricht, bedient sich ihrer und muss es ertragen, sich Antisemit nennen lassen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Alfred

Wie man das Wort "Globalist" auch drehen und wenden mag. Es steht repräsentativ für eine Gruppe, die in ihrer Profitgier rücksichtslos über alle Entwicklungen der Erdgeschichte hinweg, skrupellos ein Netz über die Welt spannen und billigend in Kauf nehmen, unser Gesundheit zu ruinieren.

Gravatar: adrian

Wenn es so weiter geht dann soll alles doppelt formuliert werden , eimal in der neuen Deutsche Sprache und eine zweite Version in der guten alten Hochdeutsch damit jeder die erste Formulierung verstehen kann .

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Seit kurzem ist, wer ›Globalist‹ sagt, ein Antisemit. Zumindest verkörpert er einen. Und die Demagogen sind glücklich.“ ...

Besonders auch deshalb, weil sich die EU auch dadurch in einem „Dilemma“ befindet, weil es mit Sicherheit nicht ´Deutschland` ist, welches Europa den USA opfern will, sondern die göttlich(?) diktierte Bundesregierung???
https://www.youtube.com/watch?v=rh4aELudbHw

Aus dem selbst für mich - als abgewrackten Holzfäller - nachvollziehbaren Grund, dass scheinbar nicht nur das wirtschaftliche "End of the Road" für die ´USA` unter dem von unserer(?) Heißgeliebten(?) & Co. unbedingt gewollten Biden unaufhaltsam immer näher rückt!!!
https://www.youtube.com/watch?v=6elATSkStD4

Gravatar: Werner Hill

Globalismus ist für mich - ganz neutral - die Summe aller Maßnahmen um Einfluß auf möglichst große Teile der Welt zu gewinnen.
Das kann gut Seiten haben, wird aber eher auf eine autoritär überwachte Welt hinauslaufen - siehe Great Reset!

Die Betreiber des Globalismus sind mehr oder weniger bekannt - weniger vor allem weil sie gern aus dem Hintergrund die Fäden ziehen.

Wenn man den Globalismus ablehnt und unterstellt, daß die Bewegung von einflußreichen Juden dominiert wird, könnte man Antisemitismus in den Begriff hineininterpretieren.

Wenn man aber glaubt, daß Globalismus letztlich zum ersehnten Sozialismus führt, könnte man das Wort auch positiv sehen - egal wer dahintersteht.

Bei uns wird man beim Wort "Globalist" jedenfalls nicht an N.Y. denken und auch nicht an Juden sondern ganz allgemein an Plandemiker und Betreiber des Great Reset, die unsere Medien und Politker steuern wie Marionetten und nichts Gutes mit Deutschland vorhaben.

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