Den Krieg, wie wir ihn bisher gekannt haben, gibt es definitiv nicht mehr

Ich meine, wenn man etwas nicht weiss, dann heisst das ja noch lange nicht, dass es die Sache nicht gibt. Es nützt auch nichts, es bitzeli (schweiz. Umgspr. für “ein wenig”) von einer Sache zu wissen.

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Wir reden hier vom Drohnenkrieg der Amerikaner.

Klar wird hin und wieder auch in den Medien darüber berichtet. Und das Publikum klatscht Beifall, wenn mal wieder ein al-Quaida-Führer ausgeschaltet wurde.

Doch ein eigentliches Thema ist diese völlig neue Art der Kriegsführung nicht. Zum Beispiel im Zusammenhang mit der Genfer Konvention, Humanitären Völkerrecht.

Der von Herrn Obama forcierte Drohnenkrieg, den Krieg mit dem Joystick, ist inzwischen derart eskaliert, dass beispielsweise der Truppenabzug der Nato-Truppen aus Afghanistan anders bewertet werden kann.

Auch wenn die Bodentruppen weitgehend abgezogen werden – die Drohnen werden weiterhin ihre Ziele in Afghanistan, Pakistan und anderswo finden.

Seit ein paar Wochen folge ich dem amerikanischen Twitteraccount @dronestream. Wie inzwischen 21’000 andere auch.

Der NYU-Student Josh Begley hat mit “dronestream” vor ein paar Monaten ein Projekt gestartet, mit dem er sämtliche Drohnenangriffe der Amerikaner der letzten zehn Jahre dokumentiert. Er stützt sich dabei vor allem auf öffentlich zugängliche Quellen, d.h., auf Medienberichte.

Inzwischen ist er im Oktober 2011 angelangt. Wer die Tweets liest, findet sich in einem dieser 2050-Filme aus den 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wieder.

Ich veröffentliche für die nächsten Tage seine Tweets in der linken Spalte unter dem Titel “Drohnenkrieg”.

Zum Nachdenken.

Denn den Krieg, wie wir in bisher gekannt haben, gibt es definitiv nicht mehr.

 

Zuerst erschienen auf arlesheimreloaded.ch

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