Limburg. Rom des Neids, der Habgier und der Bigotterie
Limburg. Rom des Neids, der Habgier und der Bigotterie
Datum: 30.10.2013, 15:03
Hinter der Kritik am Limburger Bischhof verbirgt sich nicht etwa Aufklärung, wie die Eiferer vorgeben, sondern habgierige, frömmelnde Scheinheiligkeit. Das ist übel, aber auch nichts Neues in den letzten zweitausend Jahren.
Was war geschehen?
Der Bischhof von Limburg hat sich also entschieden, einen beträchtlichen Teil der Golddukaten und Juwelen, die seine Samariter gleichen Vorgänger seit 1827 in ungeheurer Menge angehäuft hatten, an tüchtige Zimmerleute zu verteilen, auf dass diese ein Begegnungszentrum für die Gemeinde bauen, einen denkmalgeschützte Vikarie erhalten und eine neue Wohnung für den Bischhof und seine Nachfolger einrichten sollten.
Noch vor nicht allzu langer Zeit wäre man nun mit Stolz erfüllt gewesen, was für eine prächtige Gemeinde man da gemeinsam zu höheren Ehren geschaffen habe. Ganz abgesehen vom unwesentlichen Detail, dass die Gemeinde bei weitem nichteinmal jeden zehnten Silberling selbst zum Werk beigetragen hatte. (Genaugenommen sind es nichteinmal von der Gemeinde aufgebrachte Gelder sondern die Kirchensteuern aller, was freilich nicht davon abhielt, der eigenen Güte feierlich und voll weltlich-demokratischer Gnade per Haushalt zuzustimmen.) Die zwischenzeitlich deutlich höheren Mehrkosten trug selbstverständlich der Bischhöfliche Stuhl. Zu Recht! Denn beizutragen ist heute auch nicht mehr modern - allerdings das Empören. Und damit nahm das Unheil seinen Lauf.
Selbsternannte Gerechte - nicht zuletzt Nicht-Kirchenmitglieder (sic!) - geifern und zetern und rütteln nun an den Grundmauern der ganzen Kirche, denn der Bischhof von Limburg hat 30 Millionen an Handwerksleute verteilt - mit Gegenleistung! Neoliberaler Satan! An Handwerker, nicht Bettler! Man denke! Fragen eines lesenden Christen: Müssen nicht auch Zimmerleute für ihre Familien sorgen? Ist es wirklich ein Übel, dem Beschenkten die Möglichkeit nicht zu verwehren, für das Gegebene seine Kräfte und Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen? Ach, wenn es doch so einfach wäre, denn leider geht es den Eiferern noch nichteinmal um Geld für die Armen oder Zimmermannsleute.
Die Maske fällt mit Kenntnis des im Bistum ausgegebenen Slogans: "Sparen und Erneuern". Hier liegt die Wurzel: Während der Bischhof seine Juwelen an Fremde verteilt, wird bei den Kirchenangestellten gespart. Satanas abraxas! Sollen Sankt Martin und der Bischhof doch ihre Mäntel und Dukaten mit Armen, Bedürftigen und Fremden teilen - aber bitte erst, wenn die eigenen Schäfchen nach eigenem Gusto entschieden haben, dass sie selbst zuvor bereits genug erhalten haben! Der Bischhof öffnet die Privatschatulle? Ich zuerst! Ich zuerst! Da ist sie, die häßliche Fratze des Neides, der Habgier, der Bigotterie.
Was ich als junger Christ aus Limburg gelernt habe?
Verteilen von Reichtümern ohne Gegenleistung ist gut.
Verteilen von Reichtümern mit Gegenleistung ist böse.
Verteilen von Reichtümern an die eigenen Bediensteten ist gut.
Verteilen von Reichtümern an Fremde ist böse.
Mitbestimmung über die Verteilung anderer Leute Eigentum ist gut.
Mitbestimmung über die Verteilung anderer Leute Eigentum an sich selbst ist noch besser.
Bitteres, ironisches Detail am Rande: Zwei besonders prominente der frühen Kirchengeschichte sind Zimmermannsleute gewesen.
Schöne neue Ethik.
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