Das Ende des Brainstormings?

Politische Korrektheit tötet menschliche Kreativität

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Da ich kommunikativ bin, komme ich oft mit Menschen ins Gespräch, vorwiegend in den von mir besuchten Cafés. Durch die Gespräche erfahre ich viel über die Entwicklung unserer Gesellschaft und über die politische Lage des Landes. Neulich sprach ich mit einem Wirtschaftsberater. Im Laufe des Gesprächs kamen wir auf das Thema Meinungsfreiheit zu sprechen. Ich betonte, dass die bundesdeutschen Leitmedien gleichgeschaltet sind, Unwahrheiten verbreiten, Andersdenkende diffamieren und täglich die Menschen manipulieren. Ich gab ihm dafür auch konkrete Beispiele. Nach einigem Zögern stimmte er mir zu. Er merkte, dass er mit mir offen sprechen konnte. Seinerseits gab er mir ein interessantes Beispiel für die Zerstörung der Meinungsfreiheit und der Kreativität, ein Beispiel, das aus seinem Bereich stammt. Als Wirtschaftsberater hat er es mit unzähligen Firmen zu tun. Er sagte mir, dass man in vielen Firmen die Methode des Brainstormings nicht mehr benutzt. Für die, die es nicht wissen: Brainstorming ist eine Methode zur Gewinnung von Ideen und somit zur Lösung von Problemen. Menschen sollten zu einem Thema offen und frei das sagen oder aufschreiben, was ihnen dazu spontan einfällt. Man darf alles äußern, auch etwas völlig Unsinniges. Und es gibt keine Tabus. Brainstorming hat Ähnlichkeiten mit Freier Assoziation, obgleich freies Assozieren in der Psychoanalyse meist Erinnerungen betrifft, Brainstorming sich hingegen auf gegenwärtige Ideenfindung bezieht. Lange Zeit galt Brainstorming als das Mittel zur Ideenfindung, zur Problemlösung und auch zur Steigerung der Kreativität. Es wurde fast überall angewandt. Deshalb erstaunte es mich, als der Wirtschaftsberater sagte, dass viele Firmen das Brainstorming nicht mehr benutzen. Doch ich verstand dann schnell den Sinn dieser Maßnahme: Offensichtlich haben Firmen/Firmenleitungen Angst davor, dass Mitarbeiter offen, frei und tabulos ihre Ideen äußern. Sie haben Angst davor, dass sie etwas sagen könnten, was sie nicht sagen dürfen. Und so geht wieder ein Stück Meinungsfreiheit verloren, und so geht auch ein wichtiges Mittel der Kreativität verloren. 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Sam Lowry

Lieber Herr Dr. Alexander Ulfig,
verstehen Sie mich bitte nicht anders, als ich es meine.

Ich habe mich weltweit mit vielen Menschen unterhalten, doch diese waren NIE repäsentativ. Jeder hatte seine eigene "Wahrheit von der Wirklichkeit".

Ob Punker, Waver, "Nazi", Antifaschist, Neofaschist oder schlicht und ergreifend Mafia-Mitglied (Triaden, Italiener, Russen, Tschetschenen, Islamisten, 2 Jahre Knast halt); "multikultureller" geht es kaum.

Ich würde keine meiner Aussagen auf die Aussage eines Einzelnen der v.g. Personen berufen.

JEDER hatte in seinem Sinne Recht, sogar die Mörder unter ihnen waren nach eigener Aussage "unschuldig" oder "wurden von ihrem Rechtsanwalt reingerissen".

Würde ich eine Umfrage in einem chinesischen Umerziheungslager unter 1.000 Inhaftierten machen, wäre das repräsentativ?

Keine Umfrage mit lediglich 1.000 Menschen ist repräsentativ, wieso also eine mit einem Einzigen?

Sie verstehen es, ich weiß.

MFG
Sam Lowry

Gravatar: Unmensch

Es könnte auch aufgrund von Erfolglosigkeit abgeschafft worden sein, wenn die Mitarbeiter in Angst um ihren Job lieber nichts sagen als dass ihnen etwas falsches herausrutscht.
Ganz überraschend ist das nicht, immerhin ist es wissenschaftlich bekannt dass einer der Vorteile von Demokratien gegenüber Diktaturen ist, dass die Kommunikation besser funktioniert.

Gravatar: Sam Lowry

Frage: Ist die Aussage eines Einzelnen repräsentativ?

Gravatar: Alexander Achtstätter

Es gibt keine Meinungsfreiheit und die Zensur ist allgegenwärtig.
Nicht mainstreamgerechte Meinungen werden gesellschaftlich, politisch und juristisch sanktioniert.
Sei es das Diktat der Gutmenschparteien und Ihrer Moralverdreher, etwaige anonyme Meldehotlines zur Denunzierung der Mitmenschen oder der Verhängung von Maukorbgesetzen, usw. ........

Gravatar: karlheinz gampe

Beim Brainstorming darf man durchaus auch unsinniges vortragen.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Offensichtlich haben Firmen/Firmenleitungen Angst davor, dass Mitarbeiter offen, frei und tabulos ihre Ideen äußern. Sie haben Angst davor, dass sie etwas sagen könnten, was sie nicht sagen dürfen. Und so geht wieder ein Stück Meinungsfreiheit verloren, und so geht auch ein wichtiges Mittel der Kreativität verloren.“

Weil auch unsere kanzelnde Göttin(?) etwa Angst davor hat, ihr(?) Volk ´nicht´ entsprechend verführen zu können?
https://www.literaturcafe.de/tabu-des-verschweigens-von-der-faszination-des-nationalsozialismus/

Ist sie nicht aber schon sehr weit gekommen???
https://www.welt.de/politik/article193977845/Deutsche-sehen-Meinungsfreiheit-in-der-Oeffentlichkeit-eingeschraenkt.html

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