Das »Aus« für die Demokratie: Weltwirtschaftsforum 2021 in Davos/Schweiz

Die Ankündigung aus Davos von Weltenlenker Klaus Schwab könnte kaum spannender ausfallen. Mitten in der Corona-Pandemie wird der„große Neustart“ für die Welt als Thema für das nächste Treffen der Finanz-Schickeria und angeschlossener Regierungsvertreter hinausposaunt.

Veröffentlicht:
von

Die Ankündigung aus Davos von Weltenlenker Klaus Schwab könnte kaum spannender ausfallen. Mitten in der Corona-Pandemie wird der„große Neustart“ für die Welt als Thema für das nächste Treffen der Finanz-Schickeria und angeschlossener Regierungsvertreter hinausposaunt. Über Nacht soll in den Bergen der Schweiz die „neue Ordnung“ verkündet werden, nach der sich die Welt auszurichten hat. Dabei ist das Bild mit der „Reset-Knopf“ ebenso untauglich wie belastet. Die Welt erinnert sich daran, wie Frau Hillary Clinton als amerikanische Außenministerin ihrem russischen Kollegen Lawrov einen „reset-Druckknopf“ überreichte, um den verkorksten amerikanisch-russischen Beziehungen einen positiven Auftrieb zu verschaffen. Das Ergebnis ist bekannt. Der gesamte politische „Westen“ bekämpft bis auf das publizistische Messer einen amerikanischen Präsidenten namens Trump, der drohte, das leere Gerede von Frau Clinton mit dem Leben zu erfüllen, das gedeihliche Beziehungen zwischen Washington und Moskau ermöglicht haben könnte. Bei Präsident Trump drohte Friede und gute Nachbarschaft mit Putin. Von Merkel bis Pelosi galt es, dieses Schreckgespenst aus den internationalen Beziehungen zu verbannen. Viel lieber hat man es offenkundig mit den stadtbekannten Kriegstreibern in Washington zu tun, die in den letzten dreißig Jahren aus dem „Werte-Westen“ einen Krieger-Friedhof mit angeschlossener Migration gemacht haben.

Das für das nächste „Davos“ gewählte Motto ist schon einmal ein Fehlgriff, da negativ beastet Es ist aber nicht nur das. Gerade in der Schweiz ist für die staunende Welt zu bewundern, wie in Restbeständen Demokratie in einem Staatswesen über bürgerschaftliche Teilhabe in Abstimmungen gelebt werden kann. Der deutsche Bundespräsident Steinmeier hatte nach einem Besuch in der Schweiz noch von örtlichen Besonderheiten in diesem Zusammenhang gesprochen. Als gelte es, die Weiterentwicklung eines Staatswesens in der immerwährenden Spaltung einer Nation und einer Gesellschaft und nicht im Ausbau einer demokratischen Teilhabe zu sehen. Davos soll die „neue Normalitär“ festschreiben und das vor tausenden von Leuten, die alles mitmachen, was die „goldene Kuh des Global-Kapitalismus“ über die Wiesen traben läßt.

Worin besteht die „infame neue Weltordnung“? Das kann nur beantwortet werden, wenn einem die Dekadenz des Westens bewußt wird. Die ehemals stolzen Verfassungsstaaten haben erleben müssen, daß die staatlichen Organe benutzt worden sind, von den geltenden Regeln des Völkerrechts bis hin zu den Friedensgeboten in den Verfassungen und der Frage nach der Substanz der Staaten, alles außer Kraft zu setzen, was möglich gewesen ist. Jetzt ist keine Ordnung statisch. Allerdings sollte jede Anpassung an eine veränderte Lage über Parlamente und damit öffentliche Debatten und Abstimmungen geschehen. Genau dieses aber wurde durch die Verantwortlichen mit System hintertrieben und eine Politik umgesetzt, die dem „ Gesellschaftsvertrag“ und damit dem „Geist der Gesetze“ entgegenstand. Das Volk und damit die Staatsbürger wurden in den Jahren seit 1990 mit System und von oben herab rechtlos gestellt. Das zugunsten „vested interests“, die sich als Sprachrohre globaler Wirtschafts-und Finanzinteressen der „Nicht-Regierungsorganisationen“ bedienen. Davos 2021 soll offensichtlich das Ende des bürgerschaftlich organisierten demokratischen Staates besiegeln. Corona hat Wirkung entfaltet.

Willy Wimmer

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: lutz

Ich glaube, daß der Traum der Eurokraten darin bestand, die UDSSR nach dem zusammenen mit Europa zu übernehmen. Anfangs sah das gut aus, da der stets angeheiterte Jelzin sich die Ölindustrie mit Wodka bezahlen ließ.
Der Traum für den Westen zerplatzte, als Putin und Medwedjew gegen die russische Mafia vorgingen und die neuen Ölbarone einfach in den Kerker warfen.

Rechtlos ist ein schlimmes Wort. Aber die EU ist ein rechtsfreier Raum.
Die Parteien haben die Bürger geliebt, wie der Wolf das Schaf liebt. Daß die sich nun um unsere Gesundheit sorgen, nach all den Attacken auf Recht und Gesetz und ihrer Zerstörungwut an Sozialstandards, Wahrhaftigkeit und Kultur, da muß man schon einen starken Glauben an den Menschen haben. Den ich vor Urzeiten verlor.

Der Lichtblick ist vielleicht mit Häme getränkt, aber für die Presse sehe ich schwarz. Bisher leben wir von gedrucktem Geld, aber das wird demnächst nichts mehr wert sein.

Und auch die Digitalphantasien werden sicher an der Wirklichkeit scheitern. Die Zeit der Internetillusionen scheint mir ebenfalls vorbei zu sein.

Gravatar: asisi1

Mindestens 75% der Deutschen wissen gar nicht was "Demokratie" bedeutet!
Auf die Frage was Demokratie bedeutet, kommt meistens der Spruch, ich kann dahin reisen wo ich will! Alles andere ist für sie nicht relevant! Das ist das einzige was sie noch aus DDR Zeiten wissen! Das sie aber seit Jahren eine DDR und STASI Mitarbeiterin freiwillig gewählt haben, fällt dabei gar nicht auf!
Nur Reisen, jetzt in dieser Corona Hysterie wird auch zum Problem!

Gravatar: Gerhard Fenner

Danach liessen ausnahmslos alle westlichen Politiker die sogenannte Friedensdividende von geldgierigen Managern ohne Gewissen und Moral im grossen Börsen-Casino dieser Welt verspielen, und pilgerten schön brav jedes Jahr gegen Ende Januar zum grossen Philosophen-Symposium zu ihrem grossen Management-Guru Klaus Schwab zum WEF nach Davos.

Und ich muss als schweizerischer Steuerzahler jedes Jahr einen höheren Sicherheitsaufwand zum Schutz dieser Weltschmarotzer-Elite aus Bilderbergern und Rotariern bei diesem Privatanlass berappen.

Gravatar: Gerhard Fenner

"Viel lieber hat man es offenkundig mit den stadtbekannten Kriegstreibern in Washington zu tun, die in den letzten dreißig Jahren aus dem „Werte-Westen“ einen Krieger-Friedhof mit angeschlossener Migration gemacht haben."

Sehr geehrter Herr Wimmer, weshalb sehen Sie die stadtbekannten Kriegstreiber in Washington nur innerhalb der letzten 30 Jahre? Also genau bis zum Ende der Präsidentschaft von Ronald Reagan? Aber war es nicht die Reagan-Administration, die nach dem Sowjetischen Einmarsch 1980 in Afghanistan sich die islamistischen Taliban mit Finanzen und Waffen gefügig gemacht hatten, aus reinem Opportunismus. Ja, klar, der sowjetische Einmarsch zur Stützung des kommunistischen Regimes am Hindukusch war eine völkerrechtliche Aggression. Vielleicht sollte es auch ein Zeichen gegen das 1979 gebildete Mulla Regime in Teheran sein, dass nach dem Sturz des Schah infolge der halbherzigen Unterstützung durch die schwache Carter-Administration erfolgt war. Aber massgeblich wurde schon weit vor den von Ihnen beschriebenen 30 Jahren in Washington der Werte-Westen zu einem Krieger-Friedhof gemacht.

Aus heutiger Sicht sehe ich den Zeitpunkt des Beginn dieses Dramas mit dem Amtsantritt von Präsident John F. Kennedy 1960. Da schlitterten die USA in Vietnam bereits in den grossen Schlamassel. Da wurde aus dem Werte-Westen ein Krieger-Friedhof gemacht. Während in Korea die USA mit ihren Verbündeten noch zu Westlichen Werten gegen Stalin und Mao standen, wollten sie in Vietnam die koloniale Hinterlassenschaft Frankreichs aufräumen, was sich als schrecklicher Fehler erwies. Aber Kennedy wurde damals von der selben links-liberalen Medien-Mafia hochleben gelassen, wie alle jene, die heute gegen Donald Trump mobil machen. Im Rückblick wird der stramme Antikommunismus eines Joseph McCarthy von den selben Kreisen schon seit mehreren Generationen verhöhnt und verlacht. Von studentischen Dummköpfen, die in Westberlin 1968 mit Hồ Chí Minh-Rufen Randale machten, statt über den «Antifaschistischen Schutzwall» zu schauen, um zu sehen wie der realexistierende Sozialismus in Wirklichkeit aussah.

Aber es war genau dieser stramme Antikommunismus, der den Kern der westlichen Werte verkörperte. Danach folgte nur noch Chaos, Dekadenz und die Beatles!

Präsident Reagan hatte einfach das Glück, dass sein sowjetischer Gegenpol Gorbatschow so schwach war, und zum Liquidator des abgewirtschafteten Sowjetsystems wurde. Danach liessen ausnahmslos alle westlichen Politiker die sogenannte Friedensdividende von geldgierigen Managern ohne Gewissen und Moral im grossen Börsen-Casino dieser Welt verspielen.

Gravatar: Ekkehardt Fritz Beyer

... „Das Volk und damit die Staatsbürger wurden in den Jahren seit 1990 mit System und von oben herab rechtlos gestellt. Das zugunsten „vested interests“, die sich als Sprachrohre globaler Wirtschafts-und Finanzinteressen der „Nicht-Regierungsorganisationen“ bedienen. Davos 2021 soll offensichtlich das Ende des bürgerschaftlich organisierten demokratischen Staates besiegeln. Corona hat Wirkung entfaltet.“ ...

Entsprechend kündigte unsere(?) Heißgeliebte(?) in Davos schon Anfang Januar an, ob wohl Corona zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch gar nicht präsent war:

„Unsere gesamte Art des Lebens werden wir in den nächsten 30 Jahren verlassen“!!!
https://www.welt.de/politik/article205283507/Merkel-in-Davos-Gesamte-Art-des-Lebens-in-naechsten-30-Jahren-verlassen.html

´Corona` aber trägt die Schuld für diesen Wandel???

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang