Spekulationsexzesse im Technologie-Sektor

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Einführung

Die Partystimmung an der US-Börse scheint kein Ende zu nehmen und hat mit dem Börsengang von SpaceX neue Höhen erreicht.

Liebe Leser, die Partystimmung an der US-Börse scheint kein Ende zu nehmen und hat mit dem Börsengang von SpaceX neue Höhen erreicht. Getrieben werden die Kursgewinne durch wahrlich märchenhafte Versprechungen charismatischer Top-Manager und Regierungsmitglieder um Trump, die unseriöse expansive Geldpolitik der USA in den letzten Jahrzehnten und der Hoffnung auf ein neues technisches Zeitalter. Denn nicht weniger müsste die als künstliche Intelligenz (KI) bezeichnete Technologie einleiten, wenn sie dem gigantischen Hype um sie gerecht werden sollte.

Unsere Leser wissen natürlich, dass wir diese spekulativen Exzesse mit Spannung verfolgen, da sie gewöhnlich in der Endphase einer Spekulationsblase auftreten. Und der Boom um KI trägt alle Zeichen einer riesigen Spekulationsblase. 

Den Zeitpunkt, wann diese Blase zu Ende geht, können wir nicht exakt bestimmen. Die Warnsignale haben in den vergangenen Wochen zwar zugenommen, aber noch nicht das Ausmaß erreicht, das für eine unmittelbar bevorstehende Aktienbaisse spricht. Deshalb ist unser Team der Meinung, dass die rauschende Party noch etwas weitergehen wird. Den jüngsten Kursanstieg des NASDAQ Index haben wir in den Wochenupdates unseres Börsenbriefes Krisensicher Investieren übrigens prognostiziert. 

Ein Blick ins Getriebe

Schaut man sich an, welchen Aktien der S&P 500 und der NASDAQ Composite den Kursanstieg der vergangenen Wochen zu verdanken haben, so zeichnet sich ein ungewöhnlich klares Bild. Nur 35% der im S&P 500 enthaltenen Werte haben im Jahr 2026 den Index geschlagen. Von den 20 stärksten Performern im Index der letzten zwei Monate sind 18 Werte aus dem Technologie-Sektor. Hier manifestiert sich der KI-Hype. Die allermeisten dieser Unternehmen sind Halbleiter- bzw. Speicherproduzenten oder Infrastrukturwerte, die große KI-Rechenzentren versorgen oder in Zukunft versorgen sollen. Also Unternehmen, die von dem enormen Investitionsboom der Technologieriesen Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta profitieren.
Doch welche Werte sind das genau, welche die Aktienkurse nach oben peitschen? Da ist zum Beispiel Sandisk, ein Unternehmen, das Speichertechnologien entwickelt und herstellt. Seit letztem Jahr ist Sandisk an der Börse. Das KGV beträgt astronomische 74 – in meinen Anfangsjahren als Börsianer galt eine Aktie bei einem KGV über 10 als überbewertet. Im Moment beträgt das KGV des S&P 500 31,8.

Ein weiterer Wert dieser unrühmlichen Liste extrem überbewerteter Aktien ist Teradyne. Das KGV dieses Chip-Prüfungsunternehmens liegt bei 81. Mein persönlicher Favorit ist aber das IT-Unternehmen Datadog, welches KI-Systemoptimierungen anbietet. Hier beträgt das KGV 584. Nennen Sie uns altmodisch, aber Wachstumswerte sind diese extrem überbewerteten Unternehmen, die in einer sehr zyklischen Industrie tätig sind, unserer Meinung nach nicht. 

Die Uhr tickt 

Wie lange diese Zustände absurder fundamentaler Bewertungen noch anhalten werden, wissen wir nicht. Aber die Zeit spielt unweigerlich gegen unvorsichtige KI-Investoren. Die gigantischen Summen, die große KI-Player bisher für fragwürdige Investitionen in unausgereifte und vor allem bisher unprofitable Produkt ausgegeben haben, sprengen jeden vernünftigen Rahmen. 

Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft werden im Jahr 2026 zusammen rund 650 Mrd. Dollar in KI-Infrastruktur investieren nach etwa 410 Mrd. Dollar im Jahr 2025. Das entspricht einem Anstieg von rund 58 %. Ich möchte bei diesen Zahlen die Frage aufwerfen, die zurzeit kaum jemand hören möchte: Was passiert, wenn sich diese Projekte als Fehlinvestitionen erweisen? Fehlinvestitionen, die – wie so oft – von einer unseriösen expansiven Geldpolitik angetrieben wurden. Die Antwort auf diese Frage werden wir im Lauf der nächsten Jahre erhalten. Bisher sind nur die Gewinne der KI-Zulieferer gestiegen, bei denen die gewaltigen Investitionssummen landen, und nicht die Gewinne der Unternehmen, die diese Investitionen tätigen. 

Versöhnliche Worte am Schluss

Um eines klarzustellen: Wir sind grundsätzlich keine Fortschrittsskeptiker und auch keine Gegner der Sprachmodelle, die als künstliche Intelligenz vermarktet werden. Auch wenn die Technologie vielversprechend ist, so ist noch lange nicht entschieden, welche Unternehmen mit welchen Produkten und Anwendungen als Gewinner aus diesem Rennen hervorgehen werden und sich langfristig behaupten können. 

Die damals neue Technologie namens Internet, die der Protagonist der Dot-Com-Blase war, die im Jahre 2000 zu Ende ging, erwies sich tatsächlich als eine bahnbrechende Erfindung. Die meisten der heutigen Schwergewichte des Sektors fanden sich jedoch nicht unter den meistgehypten Aktien dieser Zeit. Und selbst die Amazon-Aktie, die letztlich zu den großen Gewinnern des Internets gehörte, stürzte von ihrem Hoch im Dezember 1999 bis zu ihrem Tief im Oktober 2001 um 95% ab.

In unserem Börsenbrief Krisensicher Investieren werden wir das weitere Geschehen rund um diese riesige Spekulationsblase sehr genau verfolgen und unsere Leser informieren, sobald die weitere Entwicklung das Ende dieser Party wahrscheinlich macht. Darüber hinaus liegt unser Schwerpunkt auf Sektoren und Aktien, die eine vernünftige Bewertung aufweisen und für konservative Anleger geeignet sind. 

Welche Chancen Sie jetzt wahrnehmen und welche Weichen Sie unbedingt stellen sollten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe meines hochwertigen Börsenbriefs Krisensicher Investieren – kritisch, unabhängig und erfolgreich. Jetzt 30 Tage kostenlos zum Kennenlernen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Ihr      

Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren

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Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und erfolgreichen Börsenbriefs Krisensicher Investieren

2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch „Das Greenspan Dossier“ und 2009 „Die Inflationsfalle“.

2018 erschien „Bitcoin & Co. Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen wissen sollten“ und 2019 ihr immer noch hochaktuelles Buch: „Die Wohlstandsvernichter - Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Erhältlich im Buchhandel oder auf www.krisensicherinvestieren.com. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.

Sven von Storch

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Blog comments

karlheinz gampe

24.06.2026 | 18:17

würde ich nur als Anhaltspunkt sehen. Es darf bei Unternehmen mit großen Wachstum auch höher sein aber auch nicht zu hoch. KGV 10 heißt, dass das Unternehmen mit seinem jetzigem Gewinn in 10 Jahren in etwa sich selbst kaufen kann oder abbezahlt ist. Als Aktionär möchte man aber auch noch etwas verdienen. Das Wachstum sollte bei KGV 10 auch 10%  oder mehr betragen.

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