Rekordhohe Aktienkäufe amerikanischer Privatanleger sind kein gutes Zeichen
Rekordhohe Aktienkäufe amerikanischer Privatanleger sind kein gutes Zeichen
Datum: 25.02.2023, 15:04
Liebe Leser, seit Anfang des Jahres haben amerikanische Privatanleger jeden Tag für durchschnittlich 1,5 Mrd. Dollar Aktien gekauft. Das sei ein neuer Rekord, wissen die Analysten von VandaTrack zu berichten.
Es ist kein gutes Zeichen, wenn die Gruppe der Privatanleger den Aktienmarkt mit Kauforders überschwemmt. Gewöhnlich geschieht das nämlich nur in der Endphase einer Hausse und manchmal auch am Ende einer größeren Bearmarketrally.
Ende der Bearmarketrally?
Vorige Woche habe ich Ihnen an dieser Stelle dargelegt, warum der Kursanstieg an den Aktienmärkten, der im Oktober 2022 begonnen hat, mit großer Wahrscheinlichkeit eine Bearmarketrally ist, also nur eine vorübergehende Unterbrechung der Aktienbaisse.
Darüber hinaus habe ich die Frage gestellt, ob diese Bearmarketrally an den Aktienmärkten jetzt endet. Ein von mir favorisierter Momentum-Indikator hatte gerade ein Verkaufssignal gegeben und die spekulativen Übertreibungen hatten schon wieder ein Ausmaß erreicht, das man typischerweise an einem Top erwarten kann.
In den fieberhaften Aktienkäufen zahlreicher Privatanleger sehe ich ein weiteres Warnsignal für die Börse. Sie sind ein zusätzliches Argument für das Ende der Rally.
Technisches Verkaufssignal und Platz nach unten
Seit Anfang Februar ist der S&P 500 inzwischen um 5% gefallen. Wie Sie auf dem folgenden Chart sehen, hat der Momentum-Indikator, auf dessen Verkaufssignal ich vorige Woche hingewiesen hatte, noch viel Platz nach unten. Diese Konstellation deutet darauf hin, dass sich der Index erst am Beginn einer größeren Abwärtswelle befindet.
Wenn der Kursanstieg der vergangenen Wochen tatsächlich eine Bearmarketrally war – wofür sehr vieles spricht – dann sollte der Index im Lauf der jetzt begonnenen Abwärtswelle unter sein Oktober 2022-Tief fallen und damit die Baisse bestätigen.
S&P 500, Momentum-Indikator, 2021 bis 2023
Der Momentum-Indikator hat vorige Woche ein Verkaufssignal gegeben und noch viel Platz nach unten.
Quelle: StockCharts.com; krisensicherinvestieren.com
Restriktive Geldpolitik ist Gift für die Börse
Die von der Zentralbank beherrschten kurzfristigen Zinsen sind in den vergangenen Tagen wieder gestiegen. Damit haben sie neue zyklische Hochs erreicht. Darüber hinaus fallen in den USA die Geldmengen. Diese sehr restriktive Geldpolitik ist zur Inflationsbekämpfung unerlässlich. Für die Börse ist sie jedoch Gift.
Die Wirkungen der Geldpolitik werden aber stets mit Verzögerungen wirksam, die auch noch unterschiedlich lang ausfallen können. Das mag manchen Anleger dazu verleiten, die wichtigen geldpolitischen Botschaften zu ignorieren. Tappen Sie nicht in diese Falle, sondern informieren Sie sich auf höchstem Niveau mit meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren – jetzt 30 Tage kostenlos.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Ihr
Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren
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Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und erfolgreichen Börsenbriefs Krisensicher Investieren. 2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch „Das Greenspan Dossier“ und 2009 „Die Inflationsfalle“. 2018 erschien „Bitcoin & Co. Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen wissen sollten“ und 2019 ihr hochaktuelles neues Buch: „Die Wohlstandsvernichter – Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Erhältlich im Buchhandel oder auf www.krisensicherinvestieren.com. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.
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