Ist das Ende der US-Zinserhöhungen bullish für die Aktienmärkte_
Ist das Ende der US-Zinserhöhungen bullish für die Aktienmärkte_
Datum: 25.06.2023, 22:52
Liebe Leser, „letzte Zinserhöhung der Fed“ habe ich an dieser Stelle bereits vor sechs Wochen getitelt. Tatsächlich haben die US-Zentralbanker auf ihrer nächsten Sitzung, die am 14. Juni 2023 stattgefunden hat, erstmals in diesem Jahr keine Zinserhöhung mehr vorgenommen.
Weitere Zinsanhebungen seien durchaus möglich, haben sie – wie üblich in solchen Fällen – zwar verlauten lassen. Doch das ist nur belangloses Gerede. Angesichts der Rezession, die nicht nur in Deutschland schon begonnen hat, sondern unseren Modellen zufolge auch in den USA, sind weitere Zinserhöhungen der Fed extrem unwahrscheinlich. Das zeigt die Finanzgeschichte in aller Deutlichkeit.
Für Sie als Anleger hält die Finanzmarktgeschichte allerdings noch sehr viel mehr bereit. Deshalb sollten Sie sie kennen.
Wichtige Lektion der Finanzmarktgeschichte
Das Ende der Zinserhöhungen sei bullish, lautet die weitverbreitete Meinung zu dieser Entwicklung. Und die fundamental extrem überbewerteten Aktienmärkte haben auf diese Zinsentscheidung zunächst mit weiteren Kursgewinnen reagiert.
Mit dem Geschehen vergangener Zinszyklen lässt sich eine bullishe Lagebeurteilung der aktuellen Zinspolitik allerdings nicht vereinbaren, im Gegenteil. Die meisten großen Aktienbaissen haben erst nach der jeweils letzten Zinserhöhung Fahrt nach unten aufgenommen. Das sehen Sie beispielhaft auf dem folgenden Chart, der Ihnen den Verlauf des S&P 500 Index während der Baisse der Jahre 2000 bis 2003 zeigt.
Wie Sie sehen, nahm die damalige Baisse völlig unbeeindruckt von den Entscheidungen der Fed ihren Lauf. Obwohl die Zinsen schon wenige Monate nach der letzten Zinsanhebung dieses Zyklus wieder gesenkt wurden, halbierte sich der S&P 500. Der hier nicht gezeigte NASDAQ 100 Index fiel sogar um 83% und der DAX um 73%.
S&P 500 und Zinsentscheidungen der Fed, 2000 bis 2003
Das Ende der Zinsanhebungen und die schnellen und drastischen Zinssenkungen im Jahr 2001 konnten die Aktienbaisse nicht aufhalten.
Quelle: StockCharts.com; krisensicherinvestieren.com
Noch größere Ungleichgewichte und Risiken als im Jahr 2000
Wir haben dieses Beispiel natürlich nicht ganz zufällig gewählt. Unsere Analysen zeigen nämlich zahlreiche Parallelen zwischen der damaligen und der heutigen Situation – sowohl was die Finanzmärkte betrifft, als auch in Bezug auf die Realwirtschaft.
Einen wichtigen Unterschied sehen wir jedoch: Die Risiken, Fehlentwicklungen und Ungleichgewichte sind heute noch erheblich größer als damals. Deshalb sollten Sie große Vorsicht walten lassen.
Schützen Sie sich mit Gold und Minenaktien
Ganz anders als der S&P 500 reagierten der Goldpreis und die Kurse der Edelmetallaktien im Jahr 2001. Während es an den allgemeinen Aktienmärkten kräftig nach unten ging, glänzte der Edelmetallsektor mit nicht weniger starken Kursgewinnen.
Eine ähnliche Entwicklung erwarte ich auch jetzt wieder, da meine mittel- und langfristigen Modelle und Indikatoren für den Edelmetallsektor sehr bullish sind. Das gilt ausdrücklich auch für die makroökonomischen Rahmenbedingungen aus Rezession, Bankenkrise und immer höherer Staatsverschuldung, die wohl bald wieder von den Zentralbanken finanziert werden wird.
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Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.
Ihr
Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren
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Claus Vogt, der ausgewiesene Finanzmarktexperte, ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des kritischen, unabhängigen und erfolgreichen Börsenbriefs Krisensicher Investieren.
2004 schrieb er ebenfalls zusammen mit Roland Leuschel das Buch „Das Greenspan Dossier“ und 2009 „Die Inflationsfalle“. 2018 erschien „Bitcoin & Co. Was Sie über Geld, Gold und Kryptowährungen wissen sollten“ und 2019 ihr hochaktuelles neues Buch: „Die Wohlstandsvernichter - Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten“. Erhältlich im Buchhandel oder auf www.krisensicherinvestieren.com. Mehr zu Claus Vogt finden Sie hier.
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