Gegenvorschläge zur Kapitulation

Veröffentlicht:

Gegenvorschläge zur Kapitulation
Datum: 19.07.2016, 14:17

Vorbemerkung in eigener Sache: Der folgende Text enthält am Ende eine Portion Zynismus. Er wurde kurz nach dem Attentat von Nizza fertig, aber von mir zurückgehalten. Dass er nun trotzdem so erscheint, liegt an den jämmerlichen Reaktionen in Politik und Medien nach Würzburg. Wenn es erst Tote geben muss, damit sich etwas ändert, wird Zynismus zur Tugend. Alle Relativierer und Nebelkerzenwerfer, und besonders die Wahnsinnigen, die noch mehr unkontrollierte Einwanderung fordern, mögen sich bitte besonders angesprochen fühlen.

    -----

Es sprach der französische Premierminister Manuel Valls unmittelbar nach dem Massaker von Nizza: „Die Zeiten haben sich geändert und Frankreich wird mit Terrorismus leben müssen.“ Frankreichs politische Elite hat kapituliert, und Deutschland, ohne bisher wirklich getroffen zu sein, kapituliert mit. Das Fukushima- Syndrom schlägt wieder zu.

In Radio eins, einem Berliner Radiosender, der das arm-sexy- grün-rote Ressentiment der Hauptstadt recht gut abbildet, sagt Michael Lüders, der einst zum Terrorismusexperten geworden war, als er sich exzessiv in die Propaganda der Hamas einfühlte, sich so einen festen Platz auf der Expertenliste der öffentlich- rechtlichen Medien sichernd, dieser Michael Lüders sagt wie Mons. Valls, dass wir mit solchen Attentaten werden leben müssen, sie zur neuen Normalität einer komplexen Welt gehören. Auch weil der Westen sich zu lange in Konflikte im Nahen Osten eingemischt hätte und nun die Quittung erhält.

Ein Register höher verkündet Herfried Münkler, ein medial gesalbter Politikexperte aus einer deutschen Eliteuniversität in den Tagesthemen, dass die angemessene Haltung des modernen Bürgers, mit solchen Terroranschlägen umzugehen, eine „mürrische Indifferenz“ sein sollte. Man soll sich über so einen Terroranschlag nicht zu sehr aufregen, so Münkler, „wir nehmen das hin, nehmen das so zur Kenntnis, und nach einigen Tagen führen wir das Leben weiter, wie wir es auch ohne diesen Anschlag vollführt hätten, dies ist eine sehr stabile Abwehrlinie“ gegen die Terrorangst. Und diesen Terror bloß nicht „Krieg“ nennen, denn nichts sei schlimmer, als so zu tun, als wäre der Terror eine Katastrophe. Damit spiegele man die Intention der Täter und spiele ihnen in die Hände.

Als Herr Münkler danach den Terror mit Infektionskrankheiten und defekten Haushaltsgeräten auf eine Gefahrenebene bringt, ja ja, das Leben ist voller Gefahren, Statistiker werden das bestätigen, da münkelte es so sehr, dass sogar die liebe Moderatorin unruhig wurde. Und dazu braucht es viel in der ARD. Der Professor machte sich zum Trottel, und das wäre eigentlich egal, wenn es nicht so traurig wäre: denn dies ist die Diskurstiefe der Hauptnachrichtensendung des Hauptstaatssenders. Besser wird’s nicht mehr, auch nicht im Zweiten.

Für die drei Kapitulanten kommt echter Widerstand und eine Besiegung des Feindes gar nicht mehr vor. Sie ahnen warum: die multikulturell verweiblichte, schuldverwirrte und toleranzbesoffene Restkultur Europas wird es nicht schaffen, den islamischen Terrorismus zu bezwingen.

Am wenigsten in Deutschland, weil zum Beispiel das Staatsfernsehen noch immer Schönredner zu Talkrunden einlädt, die fast 15 Jahre und 30.000 Attentate nach dem 11.September sagen dürfen, dass Islam Frieden bedeute.

Weil nach 1500 kulturell bedingten Straftaten in einer Nacht nur eine Handvoll Täter angeklagt werden können, und es dann noch kultursensibel nachsichtige Bewährungsstrafen gibt.

Weil radikale Moslems aus der Türkei und Saudi-Arabien deutsche Moscheen kontrollieren, und die deutsche Politik sich einbildet, sie würden durch Einbindung zahm werden.

Weil verurteilte Islamisten, Hassprediger und Imame nicht in ihre Herkunftsländer ausgewiesen werden können, weil ihnen dort vermeintlich Folter droht.

Weil selbst jeder seriell- straffällige Asylbewerber noch auf die Hilfe von Anwälten, Vereinen und Kirchen hoffen darf und quasi unabschiebbar wird.

Weil Migrantenkriminalität von oberster Stelle systematisch vertuscht wird, um den bösen Rechten kein Wasser auf ihre Mühlen zu geben.

Weil die „sozialen Medien“, einst ein Spielplatz des freien Austausches von Meinungen, zur masturbatorischen Exerzierwiese eines Ministerchens mit Justizhintergrund geworden sind.

Und letztlich, denn der Fisch stinkt noch weiter oben, weil die Kanzlerin kein Problem mit millionenfachen Rechtsbruch durch offene Grenzen hat, sich aber von den Tränen eines falschen Flüchtlingsmädchens politikrelevant rühren lässt, und ansonsten mehr Bibellektüre als Kur gegen eine Islamisierung empfiehlt, die für sie gar nicht stattfindet.

Der Islam wittert, weltweit, unter dem Eindruck eines schwachen Westens, seine Chance wieder groß zu sein, und so arbeitet er die Ausbreitungsstrategien in den westlichen Gesellschaften Punkt für Punkt ab. Man ist fruchtbar und mehret sich, fordert Feiertage und Sonderrechte, führt Musterprozesse für Kopftuch, Essgewohnheiten, Arbeitsregeln, Badevorschriften und Gebetszwänge.

Es sind Ermüdungsprozesse, und das jüngste Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg zeigt, wohin die Entwicklung geht. Demnächst wird es eine aus der Türkei gesteuerte Migrantenpartei in Deutschland geben. Erdogan akbar!

Diese Muslime meinen es ernst mit ihrer Religion, und die Terroristen dienen in der ehrwürdigen Gemeinschaft der letztendlichen und einzig wahren Religion als Putztruppe, als Zeugen der Ernsthaftigkeit. Wenn 42% der 18 bis 29- jährigen Muslime in Frankreich Selbstmordattentate für gerechtfertigt halten, wedelt der Schwanz schon lange mit dem Hund.

Es ist eine Arbeitsteilung. Die Islamverbände fordern mehr Macht und Geld, um den Extremismus besser bekämpfen zu können, fordern mehr (Familien-) Zuzug von Muslimen, und je mehr Muslime in einer Gesellschaft leben, desto mehr Extremismus entsteht, worauf die Verbände erneut mehr fordern. Beide, Terroristen, wie Islamverbände, haben dasselbe Ziel: die Implementierung der Scharia, die Herrschaft des Islam. Nur Mittel und Zeitrahmen sind unterschiedlich. Günstig für beide ist, dass deutsche Eliten traditionell so schön Ehrfurcht vor ideologischem Furor haben.

Zur Umkehr dieser unseligen Trends müssten die Eliten zunächst die Probleme benennen. Ein Lichtblick hierzu aktuell in Frankreich, vom zweithöchsten Imam des Landes, Hocine Drouiche: er sagt, die Islamverbände „tun nichts für den sozialen Frieden und wiederholen ständig, dass es keinen Extremismus gibt.“ Islam und Islamismus zu trennen bezeichnet er als eine Lebenslüge, die den Extremismus befördert habe.

Doch welcher Politiker hat den Arsch (oder die Ärschin) in der Hose, die Trennung zwischen Islam und Islamismus aufzuheben? Wer benennt die weltweit größten Unterstützer des IS-Terrors, Türkei und Qatar? Die größten Verbreiter von islamischen Fundamentalismus und Terror: Saudi- Arabien und Iran? Länder, in denen seit Jahrzehnten jeden Tag mehr Menschen beseitigt werden, als durch den IS.

Schon hier wird klar: das geht nicht, dieses Brett ist zu dick. Die Wirtschaft, das Öl. Besonders Deutschland hat sich zu lange in den Lebenslügen eingenistet. Deswegen müssen Hashtags, Lichterketten, Moscheebesuche und Integrationstische für Beruhigung sorgen. Jeder sexuelle Übergriff in diesem Summer of Love wird so gut es geht vertuscht werden, jeder Terroranschlag wird die Tat eines Einzelgängers oder psychisch Gestörten sein. Politik und Medien werden sich weiter bis ins Obszöne verbiegen, um das Problem mit dem Elefanten im Porzellanladen, der knuffigen Wüstenreligion aus dem siebten Jahrhundert und seinem umtriebigen Propheten, zu umgehen.

Einige hundert oder tausend Tote später werden die europäischen Eliten vielleicht begreifen, dass dem Islam ein Gewaltproblem eingeschrieben ist, das man an keinem runden Tisch lösen kann. Die vielbeschworenen moderaten Muslime sind eine Chimäre, weil sie institutionell nicht organisiert sind. Die Islamproblemrunden der Politiker werden vom Verbandsislam dominiert. Engagierte Muslime, wie Bassam Tibi, haben aufgegeben. Tibi erklärt seinen Kampf für einen Euroislam - ohne Scharia, ohne Dschihad, ohne Mohammed als Rollenmodell – als gescheitert. Er sagt: „der Kopftuchislam hat gesiegt.“

Erst wenn die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus in der öffentlichen Debatte aufgehoben ist, wird die westliche Politik zu Lösungen kommen. Zum Beispiel die Verantwortung für die Radikalisierung der Muslime bei den Islamverbänden zu verorten und sie dementsprechend zu behandeln.

Die Trennlinie könnte eigentlich sehr einfach sein: Jede islamische Institution, jede Moschee, die sich zur Scharia, dem politischen, grund- und menschenrechtswidrigen Kern des Islam, bekennt, darf keine öffentliche Anerkennung, öffentliche Förderung erhalten, muss in Deutschland letztendlich verboten werden. Doch die Politik traut sich nicht den Muslimen ihre Scharia wegzunehmen. Sie tut so, als gehöre die islamische Rechtsordnung zur Religionsfreiheit.

So traurig es ist: das einzige, was die politischen Eliten und ihre medialen Steigbügelhalter zum Umdenken bringen wird, sind Tote. Viel mehr Tote. Und dies ist klar: es wird mehr Tote geben, in immer schnellerer Folge. Dieser Trend existiert weltweit schon seit vielen Jahren.

Wie viele werden es sein müssen? Wieviel Tote Vergewaltigte, Missbrauchte und Verprügelte sind genug? Wieviel Tote muss es in Frankreich und Belgien durch die Hand von Merkel- eingeladenen Flüchtlingen noch geben, bis ein Umdenken stattfindet? Wie sehr muss die deutsche Bevölkerung noch leiden?

Was die Zahl der Toten bestimmt verringern würde, und was ein Umdenken schneller einsetzen ließe, wird höchstwahrscheinlich an der taktischen Klugheit des IS scheitern: wenn der IS sich prominentere Ziele aussuchen würde. Ein Anschlag mit 42 Toten im Kanzleramt, dem Kölner Dom oder dem ZDF würde wirken. Im Sinne der Abwägung des geringsten Übels, eines unnötigen Blutvergießens, einer Minimierung der Opferzahl, wäre es wünschenswert. Es bräuchte weniger Opfer, und nebenbei träfe es diejenigen, die am ehesten die Verantwortung für die kommenden Verhältnisse tragen. Das Trolley- Problem ist nur dann ein moralisches Dilemma, solange man allen Opfern die gleiche Verantwortung zuschreibt.

Mit Jürgen Todenhöfer als Vermittler sollte es doch eigentlich gelingen, dem IS zu einem maximal medienwirksamen Anschlag zu verhelfen, oder? Wenn, beispielsweise, Claus Kleber live im heute-journal mit allen von ihm über Jahre gepredigten Klischees des Terrorismusverstehens – Armut, soziale Ausgrenzung, mangelnde Teilhabe, Globalisierung, Klimaerwärmung, Krieg durch den Westen, Israelkonflikt - versuchen müsste, einen Dchihadisten davon abzuhalten, ihm den Kopf abzuschneiden, könnten alle miterleben, was seine Argumente wert waren.

Alternativ könnten die Islamophilen eine Kampagne starten, sich selbst als erste zu opfern. Hashtag @ewigerFriede_imIslam. Groß wäre sicherlich der Andrang der Gutmeinenden auf die Liste derjenigen zu kommen, die im Falle eines islamischen Terroranschlages das Kreuz zuerst auf sich nähmen. Live im Maxim-Gorki- Theater Berlin könnte Margot Käßmann mit den Terroristen beten, Katrin Göring- Eckardt sich für die vielen Geschenke bedanken, Karsten Nordal Hauken und Selin Gören um eine weitere Vergewaltigung betteln. Mit dem Zentrum für politische Schönheit als Medienpartner glauben die Opfer bis zu ihrem süßen Ende dann auch, dass ihre Opferung nur bezeuge, dass Islam Friede ist.

Herfried Münklers Familie wird nach seiner Hinrichtung sagen: „Unser Leben geht weiter, und den Kurzschluss am Toaster hat der Herfried ja vorher noch repariert.“

Das mag alles zynisch klingen, doch nichts ist zynischer als die derzeitige Kapitulations- Attitüde in Politik und Medien. Sie ist die Aufforderung an die Terroristen nach noch mehr Terror.

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.