Nie wieder Spiegel

Veröffentlicht:

Nie wieder Spiegel
Datum: 10.12.2015, 12:17

Spiegel-Abonnement Nr. ….

Spiegel-Verlag

20454 Hamburg

Dassow, 07. 12.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Spiegel galt einmal als vorbildlich investigatives, seriöses und demokratieerhaltendes Printmedium. „Es stand im Spiegel,“ sagte man damals ehrfürchtig und auch vom „Sturmgeschütz der Demokratie“ war äußerst anerkennend die Rede. Zu Zeiten, als mein Herr Vater den Spiegel las, ich noch nicht viel von Politik verstand, schlich ich schon mit Hochachtung um das Blatt herum. Später, in der Studentenzeit, las ich ihn regelmäßig und es war jedes Mal ein Gefühl, wie Sucht nach einer Droge, wenn man das neue Heft in der Hand hielt. Der Spiegel war zu Zeiten der Bonner Republik allen übrigen Medien immer ein großes Stück voraus. Er hatte die besseren Informationsquellen, kannte ungeahnte Hintergründe, recherchierte vieles selbst, berichtete aufklärend und vermittelte meist das Gefühl von Objektivität und Neutralität. Ein politisches Magazin als Institution.

Von alldem ist heute nur noch der Name übrig.

Ich verspüre derzeit kaum noch Verlangen, überhaupt in das Heft hineinzuschauen. Wenn es montags mit der Post eintrifft, lege ich es auf den Tisch des Wartezimmers meiner Kanzlei, in der Hoffnung, damit wenigstens anderen einen Zeitvertreib anzubieten.

In den letzten Jahren konnte man sich als Leser immer öfter über den Spiegel und Spiegel-Online massiv ärgern. Anlaß war jedes Mal das Gefühl, belehrt, gegängelt, ja indoktriniert zu werden.

Ursache dafür war ein schleichender Prozeß. Das Blatt nahm zusehends eine ideologisch geprägte Grundhaltung ein, seine zuvor weit gespannte freie Perspektive verengte sich nach und nach.

Wo eigentlich unübersehbar demokratische und politische Missstände auftraten, legte sich allmählich wie Mehltau der Geist der political correctness darüber und es trat Schweigen ein. Schlimmer, es wurde zugleich auch verstärkt Partei ergriffen für die immer wieder gleichen, falschen, ideologisch geprägten Positionen.

Die Liste der Themen ist lang, der Vorwurf stets gleich: Ob nun Asylchaos, Eurokrise, Klima-Lüge, Energiewende, EU-Skepsis, NSU-Komplex, TTIP oder Islamisierung, um nur einige Beispiele zu nennen: Der Spiegel berichtet stets einseitig, politisch überkorrekt, regierungsergeben, unkritisch und im Zweifel links.

Anstatt offensichtliche Mega-Skandale oder politische Dauer-Lebenslügen aufzudecken und anzuprangern, verlegt man sich aufs Schönreden, Desinformieren, Verschweigen und Indoktrinieren, meistens noch garniert mit moralischer Überlegenheitsattitüde. Das ist schlicht und einfach: Propaganda.

Dabei braucht die Bundesrepublik Deutschland ein Sturmgeschütz der Demokratie heute so dringend, wie nie. Zur Verteidigung von Recht und Freiheit, Volkes Wille und der Wahrheit müßte es doch endlich sein Feuer wieder eröffnen.

Anzuvisierende Ziele: Politisch korrekte Ideologien, daraus resultierende Realitätsverweigerung und Denkverbote.

Freizuschießende Wahrheiten: Der Euro funktioniert nicht und hat in Europa gigantischen Vermögensschaden, viel Elend sowie großen Unfrieden verursacht. Die Energiewende ist unsozial und völlig nutzlos, Anthropogenes CO2 erwärmt unser Klima nicht. Den NSU hat es nie gegeben, der gleichnamige Prozeß ist eine Farce. Die EU gleicht einem undemokratischen Moloch und strebt nach Herrschaft in den vereinigten Staaten von Europa. Der Islam gewinnt immer mehr Einfluß in Europa und arbeitet emsig an seinem Sieg über die Ungläubigen. Deutschland ist nicht souverän.

Sehr geehrte Blattmacher vom Spiegel, wenn Sie solche Themen journalistisch unvoreingenommen anpacken, vorbehaltlos darüber recherchieren und berichten, dann würden auch Ihre Leser zurückkehren. Denn der Spiegel stünde auf einmal allein im Mainstream-Blätterwald und wäre eine an Spannung kaum zu überbietende Lektüre.

Aber leider haben Sie sich ja anders entschieden, verbieten sich selbst, die Wahrheit auszusprechen und verbreiten stattdessen lieber Wunschdenken.

So muß man als Ihr Leser solche Serien, wie jene von Sven Böll, „Die fatalen Irrtümer der D-Mark Nostalgiker,“ über sich ergehen lassen. Und Jakob Augstein attestiert den Deutschen auch noch Integrationsprobleme mit Zuwanderern.

Endstation Bertelsmann, das ist es, was Sie sich verdient haben und so wird es wohl auch bald kommen. Ich kann Ihr Blatt jedenfalls einfach nicht mehr länger ertragen.

Aus vorstehenden Gründen kündige ich hiermit mein oben näher bezeichnetes Spiegel- Abonnement.

Mit freundlichem Gruß

Christoph Grimm

Zuerst erschienen auf eurodaemmerung.wordpress.com

Sven von Storch

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.

PayPal

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Add new comment

CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.