Neue Akzente im Familienministerium

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Neue Akzente im Familienministerium
Datum: 30.01.2010, 22:02

Gespannt erwartete die Bevölkerung die von der neu nominierten Familienministerin Christina Köhler angekündigten Akzente in der Familienpolitik; denn auf diesem Feld steht schließlich eine bedrängende Existenzfrage an. Auch für 2009 – so zeichnet es sich ab - haben die Bemühungen von Ursula von der Leyen, durch familienpolitische Maßnahmen den Geburtenschwund zu stoppen, nicht gegriffen. Als Weltmeister auf diesem Trip zur Selbstvernichtung steht die Bundesrepublik nach wie vor oben an – und das schlimmerweise seit 40 Jahren.

Die besorgte Erwartung ist also groß. Aber oh Schreck! Unter den neuen Änderungsvorschlägen aus dem Ministerium wird das brennende Hauptthema anscheinend direkt gar nicht angesprochen. Ein anderer Schwerpunkt steht an:

Falls meine Töchter nicht den Entschluss fassen, mich aus Altersgründen demnächst in ein Heim zu geben (das dem maroden Staat und seinen unumgänglich gewordenen Subventionen zu teuer zu werden droht); sondern den Entschluss fassen, meine Pflege persönlich zu übernehmen, so dass ein Ausfall in ihrer Erwerbstätigkeit daraus resultiert, so dürfen sie vermutlich in Zukunft auf mehr finanzielle Anreize aus dem Familienministerium hoffen.

Fabelhaft! Was für ein Lernprozess der jungen Ministerin muss hier bereits erfolgt sein: Dass direkte Subventionen an Familienmitglieder finanziell weniger aufwendig sind als entsprechende Heimkosten. Merkwürdig nur, dass solche Erkenntnis nicht auch im Bezug auf die nun viel zu knapp werdenden Babys zu ihrer Hauptzielrichtung, bzw. der zuständigen Behörde wird. Krippenausbau und deren Aufrechterhaltung - sogar dann noch, wie geplant, mit einem akademisch aufgestockten Personal - ist tausendfach teurer als vorübergehende direkte finanzielle Anreize an die jungen Mütter. Die Erwerbstätigkeit möglichst vieler junger Frauen bleibt offenbar auch für die neue Ministerin vorrangige Bemühung. Aber diese Gegebenheit hat doch gerade weiteren Geburtenschwund und damit minimierte Zukunftshoffnung für die Enkel zur Folge gehabt! Müsste hier nicht also das existenziell Wichtigste den vorrangigsten Platz in einem Familienministerium heute haben?

Stattdessen wird den um ihre Zukunft besorgten Bürgern so etwas wie eine Attrappe hingeworfen: Die Väterzeit soll um mehrere Monate verlängert werden, heißt es. Nun gewiss, die jungen Väter haben sich in Bezug auf die zwei Monate Väterzeit mehr als brav erwiesen, ebenso wie, nur leise knurrend, die Betriebe auf deren achtwöchigen Ausfall. Aber gerade die Betriebe des Mittelstandes, die Zugpferde unserer Republik, stehen meist schwer ringend um ihre Existenz in der sich verteuernden Zeit. Mehrmonatlicher Ausfall der Väter muss oft genug Einsatz von Zusatzkräften oder Minderung der betrieblichen Leistung hervorrufen. Darüber hinaus muss doch gefragt werden: Hat sich die mehrmonatliche Väterzeit denn eigentlich bewährt? Die geringe Zahl der Väter, die die Möglichkeit in Anspruch nahmen, ihr Baby hauptamtlich durch deren erstes Lebensjahr hindurch zu pflegen – es waren lediglich 4%! - erweckt doch keineswegs Hoffnungen. Ein Anreiz zur Vermehrung der Geburten lässt sich daraus jedenfalls nicht konstruieren. Nachdenkliche Bürger geraten darüber ins Sinnen. Sind die Maßnahmen vielleicht deshalb erfolglos, weil sie - statt sich nach den wesensmäßigen Grundgegebenheiten des Menschen auszurichten - einer Ideologie anhängen, der feministischen Ideologie, die Männinnen will, aber keine Mütter? Babys brauchen ihre Mütter, wenn sie später seelisch gesunde stabile Menschen werden sollen, weiß mittlerweile die Forschung. Väter lassen sich für vieles abrichten, also auch zum Windelnwechseln und Haushaltführen – aber niemals mit der gleichen Intensität, mit der gleichen Schnelligkeit und der gleichen Perfektion wie die Frauen. Das liegt – wie die Hormonforscher es uns jetzt beweisen – an der vorgegebenen Begabung von Frauen für Mütteraufgaben. Und – wie es ebenso angeborenerweise hormonell bedingt ist - gibt es spezielle höchst wichtige Väterbegabungen. Aber in deren Mittelpunkt stehen vorrangig andere so z. B. schutz- und zielgebende Aufgaben, und die werden umso wichtiger, je älter die zu erziehenden Kinder sind.

Was hilft es dem Menschen, wenn er das Gefühl, ja, sein inneres Wissen für diese Wahrheit, an sein Mitlaufen im Mainstream verkauft! Es ist doch unsere Zukunft, die auf dem Spiel steht.

Sven von Storch

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