Mütterdienst oder Krippenbetreuung_
Mütterdienst oder Krippenbetreuung_
Datum: 16.01.2010, 17:33
Psychotherapeutische Praktiker haben es schon immer gewusst, denn sie konnten es an den verhaltensgestörten Kindern und Jugendlichen und mit Hilfe der Anamnesenerhebung mit Eltern täglich erfahren:
Je mehr – durch welche Umstände auch immer – die Mutter-Kind-Dyade in den ersten drei Lebensjahren gestört wird, um so mehr wächst die Gefahr eines unausgeglichenen Charakters bereits im Vorschulalter.
Aber obgleich sich daraus der Rat einer möglichst ungestörten, konstanten ruhigen Verbindung zwischen Mutter und Kleinkind entwickeln ließ, obgleich die junge Generation auch im Erwachsenenalter immer größere Neigung zu Depressionen, Süchten und anderen, sogar kriminellen Beeinträchtigungen zu zeigen begann, wurden die bedenklichen Beobachtungen nicht im mindesten ernst genommen, oder gar umgesetzt. Zu wenig passte das in den Trend eines hedonistischen Zeitalters mit dem besonderen Akzent der „Selbstverwirklichung der Frau“ - nicht durch Familienarbeit - sondern durch Erwerbstätigkeit.
Neuerdings wird deshalb weltweit danach gerufen, dass der Staat die Erziehung der Kinder vom Babyalter an in die Hand zu nehmen habe: Mehr Krippen, mehr Kitas, mehr Ganztagsschulen – so hallt es durch die Länder Europas.
Der Streit darüber, der jüngst in den Medien ausbrach, könnte nun aber ein Ende finden: Harte Fakten der Forschungsergebnisse machen dem Verleugnen und Verdrängen in unserer zukunftsgefährdenden Situation ein Ende:
1) NICHD, die 1991 in den USA begonnene vergleichende Langzeitstudie hat ergeben: Ehemalige Krippenkinder sind im Schulalter aggressiver, und haben keineswegs die erwartete hohe soziale Kompetenz. Schon in den Ergebnissen früherer Jahre hatten die Untersucher konstatieren müssen: Krippenschicksal beeinträchtigt die geistig seelische Entwicklung und zwar je früher es beginnt, je länger es dauert, und in dem Maß, wie es konstant in den ersten Lebensjahren erfahren wird (Belsky). Diese Fakten entsprechen den Ergebnissen der Hirnforschung. An rumänischen Waisenkindern wurde z.B. belegt, dass
2) eine stark verminderte Synapsenentfaltung im Gehirn stattfindet, wenn die Kinder nicht individuell mit Liebe, Ansprache und Zärtlichkeit gepflegt wurden (Eliot).
3) Die Hormonforschung erhärtet zusätzlich, dass die Bindung zwischen Mutter und Kind, die bereits während der Schwangerschaft eingeleitet wurde, vom ersten Lebenstag an durch das Anlegen an der Brust über das Glückshormon Oxytocin fest vernietet und durch die nächsten beiden Lebensjahre mit Hilfe des Gesichtsinns und dann auch der Sprache intensiv verstärkt wird (Brizendine).
4) Wenn man diese natürliche Bindung durch Trennungen stört, wird das Stresshormon Cortisol schließlich zu einem krankheitsgefährdenden chronischen Faktor, weil der Stresspegels chronisch erhöht ist.
Diese harten Fakten belegen, dass die seelisch-geistige Entfaltung und damit die Lern- Leistungs- und Liebesfähigkeit der Spezies Mensch von einer ungestörten Beziehung des Kindes zu seiner leiblichen Mutter abhängt. Sie lässt sich optimal nur schwer ersetzen.
Eine Gesellschaft, die diese Forschungsergebnisse ignoriert und stattdessen aus ideologischen Gründen unverdrossen die Mütter von den Babys und Kleinkindern wegtreibt, wird langfristig eine permanente Senkung ihres Leistungsniveaus erfahren, was sie sich angesichts der Konkurrenz mit Gesellschaften, die einen angemessenen Umgang mit ihrem Humankapital betreiben, gar nicht leisten kann.
Eine Gesellschaft hingegen, die sich – der Bedeutung dieser Forschung entsprechend – daran macht, Konzepte zur Realisierung dieser Notwendigkeiten Rechnung zu tragen, wird Zukunft haben. Sie sind mit Einsicht leicht zu verwirklichen, wenn man z. B. dem Konzept „Familie neu“ der Österreichischen Hausfrauenunion (Herglotz) oder den Ausarbeitungen von „Verantwortung für die Familie“ (Resolution zur Förderung der Familie) Raum gibt.
Weiterführende Literatur:
Belsky et al.: Krippenkinder sind aggressiver
Brizendine, L.: Das weibliche Gehirn.
Eliot, L.: Was geht da drinnen vor?
Herglotz, H.: „Familie neu“ als Wahlmöglichkeit (Familie und Beruf oder Familie = Beruf)
Resolution zur Förderung der Familie
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