Abtreibung in der Werbepause

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Abtreibung in der Werbepause
Datum: 28.05.2010, 13:29

Die Argumentation von Abtreibungsbefürwortern hangelt sich schon immer an der gleichen Kausalkette entlang: Die Kids sind nicht genug aufgeklärt, sie wissen nicht über Verhütungsmittel Bescheid, sie haben niemanden zum Reden und geraten deswegen in ausweglose Situationen sprich ungewollte Schwangerschaften.

Als Lösung auch immer die gleiche Leier: Wir brauchen möglichst frühe Aufklärung und möglichst freien Zugang zu Verhütungsmitteln und uneingeschränkte Möglichkeiten der Abtreibung und dann gibt es nicht mehr so viele unaufgeklärte und ungewollt schwangere Teenager, die Zahl der Abtreibungen wird sinken und wir leben alle glücklich bis an unser Lebensende.

Und, was hat die Strategie gebracht? Nichts. Und gerade England ist der lebende Beweis hierfür. Alternativ ernüchtert auch immer ein Blick in die Niederlande.

Das Land hält trotz aller Bemühungen den traurigen Rekord der höchsten Zahl an Teenagerschwangerschaften in Europa. Und das, obwohl die Kids alles bekommen. Aufklärung, Verhütungsmittel, die Pille danach ohne Rezept, Abtreibungen - alles zugänglich. Da wird aufgeklärt und geredet und der Effekt auf die (angeblichen) Ziele ist gleich Null. In jedem anderen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Feld würde man längst die Notbremse ziehen und nach neuen Lösungen suchen.

Das müssten auch die Abtreibungsbefürworter sehen. Sehen sie sicher auch, es handelt sich ja nicht um Idioten und meist leider um begnadete Strategen und deswegen meine Vermutung: Es geht gar nicht um die vorgeschobenen Ziele, um echte Hilfe und um die Teenager und um die ungewollt Schwangeren.

Es geht ums Prinzip. Es geht darum, soetwas wie Abtreibung gesellschaftsfähig zu machen. Es geht darum, dass Abtreibung wie selbstverständlich neben der nächsten Urlaubsreise, dem Fruchtjoghurt und dem Handwerker als Dienstleistung zum Abendkrimi serviert wird. Es geht um einen Tabubruch.

Gut, in England wundert einen schon fast nichts mehr. Das Land, in dem erst kürzlich eine Eizelle samt Befruchtungsreise in die USA als Lotteriegewinn zu haben war. Die Heimat von Klon-Schaf Dolly, in dem man inzwischen aber auch kein Problem mehr damit hat Stammzellen von Kühen und Menschen zu kreuzen. Und was folgt danach? Werbung für Selbstmord oder sozialverträgliches Ableben?

Das Schlimme ist, ich mag die Engländer eigentlich, aber was ist nur los in diesem Land?

ursprünglich erschienen auf: frau2000plus.net

Sven von Storch

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