Berlin – Wählen wie in Bullerbü

In jedem anderen Land würden Wahlen wie am Sonntag in Berlin wiederholt. Doch Berlin ist anders. Es ist wie Bullerbü.

Veröffentlicht:
von

Sollte es bis jetzt noch nicht nach außen gedrungen sein, wie Berlin regiert wird, dann besteht die berechtigte Chance, dass sich das mit dem vergangenen Wahlsonntag ändert. Fehlende Wahlzettel, falsche Wahlzettel, vertauschte Wahlzettel; Wähler, die wählen dürfen, aber nicht können; Wähler, die nicht wählen dürfen aber können. Keine, aber auch gar keine Panne haben die Behörden der seit mehreren Jahren von einem Bündnis aus zwei roten und einer grünen Partei regierten Stadt ausgelassen. Zuletzt fragt man sich, woher diese komplett blamierten Figuren den Mut nehmen, die Wahl nicht freiwillig so bald wie möglich wiederholen zu lassen.

Der Mut hat einen einfachen Grund. Die Parteien, die den Senat stellen, haben die Erfahrung gemacht, dass sie trotz ihrer veritablen Unfähigkeit immer wieder von den Berlinern gewählt worden sind. Die Stadt ist pleite, die Stadt ist verdreckt, die Stadt hat die teuersten und zugleich dümmsten Schüler, die Stadt hat den kostspieleigsten und zugleich überflüssigsten Flugplatz, die Stadt hat den größten illegale und zugleich legalen Drogenpark, die Stadt hat die brutalste linke Szene des Landes – die Liste ist lang; fast 60 Prozent der Bürger sind mit der Arbeit des Senats unzufrieden.

Und trotzdem hat es am Ende bei Wahlen noch immer gereicht.

Und weil das so ist, wurde die Wahl schlampig organisiert. Die Verantwortlichen waren sich sicher, dass sie wieder gewinnen; eigentlich brauchten sie die Wahlentscheidung der Bürger nicht. Wozu also genügend Stimmzettel ausgeben, wozu darauf achten, dass die Wahllokale die richtigen Stimmzettel kriegen, wozu die insgesamt vier Wahlen – Bundestag, Abgeordnetenhaus, Bezirke und Enteignungsantrag – auf mehrere Wochenenden verteilen. Der Rot-Rot-Grüne Senat war sich sicher, dass es auch diesmal wieder gutgeht.

Es ging nicht gut. Es ging sogar völlig daneben.

Die Durchführung der Wahl am Sonntag erinnerte an eine Kindergeschichte. Zwei Mädchen wollen einkaufen gehen. Eigentlich sollen sie nur Bratwürste holen. Aber auch sie sind sich sicher, noch allerhand mehr besorgen zu können. Ohne Einkaufszettel versteht sich. Und es passiert, was passieren muss. Sie vergessen dieses, sie vergessen jenes; und jedes mal müssen sie noch einmal zum Laden zurück. Aber dort gibts zur Belohnung jedes mal einen Drops. Fast hätten die beiden Mädchen noch die Bratwurst vergessen. Als sie endlich der Mutter das Eingeholte abliefern, zeigt sich diese erfreut. Heute würde sie sagen: »Ich bin stolz auf euch beide.«

Die Geschichte stammt von Astrid Lindgren, aus ihrem Klassiker ›Die Kinder von Bullerbü‹ – der Ort, von dem Grüne träumen; der Ort, zu dem die grüne Spitzenkandidatin Berlin machen will. Ein Kinderparadies, in dem man dummerweise auch mal einkaufen gehen muss. Aber das klappt schon. Für das Geld und für die anderen notwendigen Dinge des Lebens sorgen die Eltern. Wie in Berlin.

Natürlich gehören auch versuchte Betrügereien dazu; vielleicht nur aus Spaß, vielleicht um ganz sicher zu gehen. Wenn EU-Ausländer, die eigentlich nur auf der kommunalen Ebene, in Berlin die Bezirke, wählen dürfen, Wahlzettel für den Landtag und für den Bundestag abgeben können, dann ist das kein Zufall. Grüne, SPD und Linke hätten es gerne so, also machen sie es so, wie es ihnen gefällt. Und wenn 16-Jährige, die ebenfalls nur auf Bezirksebene wählen dürfen, Briefwahlunterlagen erhalten mit Stimmzetteln für alle vier Wahlen, dann ist auch das kein Zufall; zur Not legen sie sie selber hinein. Denn Grüne, SPD und Linke sähen 16-Jährige gerne als Wähler. Wie in Bullerbü eben.

Das alles ist schlimm. Das Schlimmste aber ist, dass die Bürger diese politischen Kinderdarsteller nicht mit Hilfe der Opposition aus ihren gut bezahlten Ämtern verjagen. Sie, die wahlberechtigten Bürger, benehmen sich wie die Eltern der Kinder von Bullerbü; die lassen sich ebenfalls alles gefallen und loben die beiden Mädchen dafür, wie gewissenhaft sie alles eingekauft haben. Bestenfalls machen sie eine böse Miene zum kindischen Spiel. Doch im allgemeinen spielen sie mit, regen sich in der Eckkneipe auf und gehen nicht wählen.

Zugegeben, die Opposition macht es ihnen auch leicht. Entweder versucht sie noch grüner zu sein. Oder noch digitaler. Und die anderen sind heillos zerstritten – Kinder eben, wie man sie aus Bullerbü kennt.

Dabei wäre es dringend geboten gerade diese Wahl für eine Wende zu nutzen. Das würde mit einer Wahlwiederholung beginnen. Gerne nur in den Wahlkreisen, in denen es zu Wahlverfälschungen kam – denn das sind praktisch alle. Insbesondere aber auch in jenen Wahlkreisen, in denen das Ergebnis entweder knapp war, oder in denen das Ergebnis auch über Berlin hinaus Bedeutung erlangt.

Ganz zuerst sind da die beiden Wahlkreise mit linken Direktkandidaten als Siegern. Nicht nur, weil die Ex-PDS im Falle der Nicht-Wiederwahl dem nächsten Bundestag endlich erspart bleiben würde. Sondern vor allem, weil dieser symbolische Akt endlich klar machen würde: Niemand braucht die Mauermörderpartei; niemand in Deutschland und ganz sicher niemand in dieser Stadt. Sie hat unter den Anhängern einer verbrecherischen Ideologie mehr als reichlich gelitten.

Viel Hoffnung auf einen Wandel hin zur Realität darf man nicht haben. Es gefällt zu vielen ihrer Bewohner an den Zitzen des Sozialstaats zu saugen und der Rest simuliert ein produktives Berufsleben in der Hilfs- und Psychoindustrie oder genießt das Studentenleben an einer der vielen deklassierten Schulen der Stadt – Bullerbü eben. Bullerbü mit Eltern, die das Treiben ihrer Kinder belächeln. Bullerbü mit Kindern, wie die Grünen sie wünschen. Bullerbü, wie es am Sonntag gewählt worden ist. Bullerbü, wie der Wähler es am Sonntag erlebte.

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: U. von Valais

Die Berliner Luft stinkt schon seit Kaiser Wilhelms Zeiten.

Gravatar: Alfred

Berlin hat total auf das kommunistische Wahlrecht umgestellt. Wahlrecht für Kinder schon mal in der Erprobungsphase. Anders schaffen es die Sozis nicht in die Parlamente.

Gravatar: FrankT

Da hat man gut gelernt bei Egon Krenz, dem Wahlleiter der ehemaligen DDR. Leider ist mit dem jetzigen, gesamtdeutschen Volk eine Solche "Revolution" wie 1989 in der sogenannten DDR nicht mehr zu machen. Schuld ist das "Bildungssystem", je dümmer ein Volk gehalten wird, umso einfacher lässt es sich lenken, leider. Das war Wahlbetrug im großen Stil und wenn jetzt nichts passiert, waren das die halbwegs letzten freien Wahlen in dieser Bananenrepublik!

Gravatar: Aufbruch

Ist es nicht bezeichnend, dass auch hier dieses Wahldebakel mehr oder weniger als Berliner Randerscheinung hingenommen wird? Hier müsste ein Donnerwetter niedergehen, dass es nur so kracht. Ich kann mich an meine Zeit als Wahlhelfer erinnern, dass man jeder kleinsten Differenz zwischen Strichliste und abgegeben Stimmzetteln akribisch nachgegangen ist. Die Wahlen waren heilig. Und heute? Der Wahlbetrug scheint Standard zu sein. Aber ist es ein Wunder? Die Wahlen sind doch zu einer Farce verkommen. Die Demokratie wurde ohnehin von Merkel abgeschafft, warum dann noch Wahlen? Der Schein soll halt gewahrt bleiben. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken, darum stinkt es in Berlin am meisten.

Gravatar: Max Moritz

"Berliner Zustände" -
könnte zu einem geflügelten Wort avancieren, steht für:
Inkompetenz, Versorgungsmentalität, schräg und arm, aber sexy ?, Großstadtdekadenz, provinzielle Kiez-Mentalität, Luschen-Looser-Laber Magnet, uvm.

Gravatar: Hack

Herr Müller hat sich schnell vom Acker gemacht, er weiß warum ...
Frau Ex-Dr. Giffhay hat die Wahl "gewonnen" ,,,
Ich frage mich, warum schnallen die Berliner nichts ...
An den Bouletten kann es doch nicht liegen ...
Schulden über Schulden und eine kastrophale Politik ...
Mensch Bolle, bist Du schon so weit degeneriert ..- ?

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang