Mehr Salvini und weniger Bedford-Strohm
Mehr Salvini und weniger Bedford-Strohm
Datum: 09.02.2021, 15:24
Nachdem Matteo Salvini der Schlepperindustrie, den professionellen Menschenhändlern auf der Mittelmeerroute, den Hahn abgedreht hatte durch die Sperrung italienischer Häfen, geht das Schleusen von Wirtschaftsflüchtlingen jetzt wieder munter weiter. Mehr als 400 Mittelmeer-Migranten dürfen nun in Italien an Land gehen. Das Migrantenhilfsschiff Ocean Viking hat diese Woche mit Hunderten Einwanderern den Hafen der Stadt Augusta auf Sizilien erreicht. Das von SOS Mediterranée betriebene Schiff hatte in den vergangenen Tagen mehr als 420 Migranten nahe der libyschen Küste aufgenommen. Man beachte: Nicht nahe der italienischen Küste, sondern nahe der afrikanischen Küste! Unter den über "Flüchtlingen" befänden sich 140 Minderjährige. Aber nicht genug: Jetzt werden weitere Schiffe in Deutschland startklar gemacht. Der Schlepperorganisation zufolge hatten in den vergangenen Wochen Hunderte Migranten Libyen in Booten verlassen. Zuletzt habe sich die Witterung aber deutlich verschlechtert, weshalb SOS Mediterranée die Behörden aufforderte, dem Schlepperschiff Ocean Viking einen Hafen zuzuweisen.
Nachdem Ende des vergangenen Jahres keine privaten Schlepperschiffe mehr im Mittelmeer unterwegs waren, war die Ocean Viking Anfang Januar zu ihrem ersten Einsatz in diesem Jahr aufgebrochen. Das ist erst der Anfang: In den kommenden Wochen werden weitere sogenannte Migrantenschiffe im Mittelmeer erwartet, darunter die mit Geldern der Evangelischen Kirche in Deutschland finanzierte Sea-Eye 4 und die Mare Jonio 2, die laut der JF sogar Platz für eintausend «Passagiere» bieten soll. Beide Schleuserschiffe werden für ihren Einsatz momentan in Deutschland vorbereitet. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bedford-Strohm, hatte noch Ende vergangenen Jahres die EU und ihre Mitgliedsstaaten aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die «zivile Seenotrettung im Mittelmeer nicht weiter behindert» werde. Bedford-Strohm kann anscheinend gar nicht genug Migranten aus afrikanischen Küstengewässern nach Deutschland holen. Dass er dabei nur neue Migrantenströme produziert und Menschenleben gefährdet, scheint dem EKD-Mann egal zu sein. Wir brauchen in Europa mehr Salvinis und weniger Bedford-Strohms.
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