Sehr geehrter Herr Arbeitgeberpräsident Prof. Dr. Dieter Hundt,
Sehr geehrter Herr Arbeitgeberpräsident Prof. Dr. Dieter Hundt,
Datum: 20.11.2012, 20:52
In zahllosen Untersuchungen der Humanforschung nachgewiesen, fehlt einem Primaten die elementare Basis für ein gelingendes Leben, wenn er um die primären personalen und emotionalen Voraussetzungen für sein Aufwachsen betrogen wurde. Mit anderen Worten: eine stabile und belastbare junge Arbeitnehmerschaft werden Sie nur bekommen, wenn deren biologischer Reifeplan in den ersten Kinderjahren befriedigend absolviert wurde.
Aber Ihre Pläne schädigen nicht nur die Jugend als die künftige Arbeitnehmerschaft, sondern auch die derzeitigen Arbeitnehmer_innen. Was glauben Sie, geht in einer Mutter vor, die ihr Baby, kaum lächelt es sie an, für viele Stunden außerhäuslicher Tätigkeit täglich vermisst – rein biologisch? Eine Mutter wird, und auch das ist wissenschaftlich erwiesen, depressiv oder anfällig vor Schmerz um ihr verlassenes Kind. Sie wird immer wieder ausfallen, wenn nicht gar schwer erkranken, wie wir das in den skandinavischen Ländern immer häufiger sehen.
Und drittens, Herr Dr. Hundt, wird Ihr Hamsterradplan zu weiterer Reduzierung der Geburten in Deutschland führen. Denn welches Paar wird Lust auf ein Kind haben, wenn es dies nur für wenige Monate in eigenen Armen halten darf? Deutschland schafft sich ab!
Nun ist Ihnen vermutlich sowohl die Psyche der Babys, noch die Gesundheit der Mütter oder die Nachwuchsmisere völlig egal, solange Sie Ihre Lebensleistung darin sehen, den Arbeitsmarkt billig aufzufüllen. Die Folgen Ihrer Politik werden allerdings erst so richtig destruktiv durchschlagen, wenn Sie dereinst Ihren Sessel geräumt haben.
Diese Warnung, Herr Dr. Hundt, ist von der ELTERNINITIATIVE FÜR FAMILIENGERECHTIGKEIT durchaus gut gemeint.
Ob wir Sie zu dazu bewegen können, Ihre Pläne zu revidieren? Das wünschen sich jedenfalls alle mit uns verbundenen Eltern von Kindern, für die ich Sie freundlich grüße
i. A. Bärbel Fischer
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